Die Sängerin Camille hat ein fast ausschließlich englischsprachiges Album aufgenommen. Was wie eine interessante Neuigkeit klingt, ist in Wirklichkeit vollkommen wurscht, denn Sprache war schon immer das am ehesten zu vernachlässigende Element von Camilles Musik. Dass der Vorgänger "Le Fil" gerne als Nouvelle Chanson kategorisiert wurde, ist ein Missverständnis, entstanden durch Camilles Zweitjob als Nouvelle-Vague-Sängerin. "Music Hole" ist in erster Linie eine Radikalisierung des "Le Fil"-Konzepts: zigfach geloopte Stimmen, der Körper als Instrument, Alltagsgeräusche. Dazu schreit Camille, gurrt. Manchmal singt sie hell und klar und wunderschön, aber man versteht kein Wort, weil zwar die französische Sprache ersetzt wurde, nicht aber der Akzent. "Music Hole" macht Spaß und ist klug, Camille läuft aber mehr als einmal Gefahr, zu einer Art coolerem Bobby McFerrin zu verkommen. Zum Glück kann die bodenständige Vulgarität dieser Musikerin das aber doch verhindern. Brüllen, flüstern, furzen: Beim richtigen Körper ist einfach jedes Geräusch, das er von sich gibt, unglaublich charmant. Genau darum geht es auf "Music Hole". (fis)
Produktbeschreibungen