Das selbstbetitelte Debüt von Girugämesh war im Schnitt stärker als der Nachfolger "Music", da sind sich die meisten Hörer einig. Dennoch ist "Music" beileibe kein schlechtes Album, es klingt nur ein wenig anders. Das Debüt bot etwas mehr Abwechslung und Ohrwürmer, "Music" ist großteils weniger brachial, dafür wurden die Industrial- und Nu-Metal-Anteile erhöht. Im Grunde ist die Musik von Girugämesh für den durchschnittlichen europäischen Liebhaber härterer Klänge eh schwer einzuordnen; "J-Rock" ist im Grunde ein Genre, das den Klang der jeweiligen Band schlecht beschreibt, da in dieser Sparte zahlreiche Einflüsse zu finden sind. So können dort Rock, Industrial, Death Metal, Modern Metal, traditionelle japanische Klänge und diverse andere Genres lustig miteinander vermischt werden, und so geschieht es auch bei Girugämesh, wobei hier teilweise noch Hip- und Trip-Hop-Elemente zu hören sind.
Man muss also schon ein sehr aufgeschlossener Hörer sein, um mit "Music" etwas anfangen zu können. Wer aber sowieso schon andere japanische Bands wie D'espairsRay oder Mucc kennt, wird sich auch hier schnell einleben. Übrigens rechtfertigt schon alleine der Übersong "Evolution" den Kauf dieses Albums. Trotzdem sollten sich Interessenten zuerst das Debüt zulegen.