'Gepinselt', 'wie Klangereignisse in der Natur'. Diese Charakterisierung trifft auf einen großen Teil des CAGE'schen Spätwerks zu und zeigt, daß sich der Komponist weit von dem 'unglaublichen Lärm' (Robert Jourdain) seiner Sturm und Drang Zeit entfernt hat. Die Musik besitzt eine innerne Schönheit, die man mit traditionellem Vokabular unmöglich beschreiben kann.
Die "Music for Eight" (Flöte, Klarinette, Trompete, 2 Klaviere, 2 Schlagzeuge und Stimme) und die beiden Realisierungen von "Five" (Klavier und Streichquartett bzw. Flöte, Klarinette, Trompete, Harmonium und Stimme) vermitteln einen unendlichen Kosmos an Klängen. Mal klingt es 'seriell', dann wieder nach gehobener New Age Musik. Jeder Musiker ist dabei sein eigenes Zentrum, die Diskontinuität der Musik erlaubt dem Hörer keine Orientierung: 'Musik ohne Ort' hat CAGE dies genannt. Bemerkenswert sind sowohl die Realisierung der "Aria", als auch der Kommentar von Interpretin SALOME KEMMER im Begleittext. Sie beschreibt den Weg von anfänglichen 'Widerständen' über das 'Einlassen' und 'Entdecken' bis zur 'Erkenntnis'. Der Hörer, der diesen Weg nachvollziehen kann, wird an dieser CD, die durch das 'Streichquartett' abgerundet wird, sehr viel Freude haben.