Was zuvor fünf Jahre gedauert hat, nahm von dem letzten Album zu diesem gerade einmal eines in Anspruch. Da der Vorgänger ja etwas dürftig ausfiel, stellte sich also natürlich die Frage, ob Erick Sermon in dieser Zeit etwas dazu gelernt hat und dem Fan etwas Besseres präsentiert. Wie auch bei seinen älteren Werken übernahm E-Dub fast alle Produktionen selbst, doch diesmal deutlich besser als noch im Jahr davor. Auch die Features lesen sich nicht schlecht. Mit Marvin Gaye ist erneut eine verstorbene Legende mit an Bord, ansonsten trifft man auf den Rest der Def Squad, Olivia, LL Cool J, Scarface und Cadillac Tah, die über einen Mix aus Funk, Bounce und Chill rappen.
"It's Nuttin'" gleich zu Beginn ist ein guter, jedoch nicht überragender Einstand. Gefolgt wird dieser von dem absolut misslungenen "Come Thru" und der ersten Bombe "Music". Dieser Song sprüht nur so von Funk und tollen Melodien, noch dazu kommt die Stimme von Marvin Gaye, die wirklich hervorragend dazu passt, vor Allem gegen Ende steigert sich das noch in den reinsten Genuss. Auch einen Remix dazu gibt es. Dieser ist vom Instrumental her absolut gleich, bietet neben Erick Sermon aber auch noch Redman und Keith Murray, der nach seinem Knastaufenthalt endlich mal wieder musikalisch Schlagzeilen machen konnte. Beide Versionen sind absolut top und sollten jedem Rap Fan bekannt sein. "Now Whut's Up" fällt von der Produktion etwas enttäuschend, fast schon nervig aus, dafür kann mal wieder Keith Murray mit klasse Raps noch etwas davon retten, ansonsten eher ein Song zum Vergessen. Nach dieser durchwachsenen ersten Albumhälfte beginnt nun so langsam aber sicher die zweite und die hat es echt in sich. Den Anfang macht "Genius E Dub" zusammen mit Sängerin Olivia, die man eher aus ihrer Zeit bei der G-Unit kennt. Funky ohne Ende, chillig, melodisch, cool - einfach das komplette Paket, das durch das bekannte Vocal-Sample "Keep bouncin'" perfektioniert wird. Erick rhymt lässig wie eh und je und Olivia schmachtet im Refrain, was für ein toller Hecht der Green Eyed Bandit doch ist. "Ain't No Future...2001" klingt mal so gar nicht nach 2001, sondern wesentlich älter, eher nach einem West Coast Banger aus den Neunziger. Nichts desto trotz eine super kraftvolle Nummer, die wahnsinnig gut abgeht, was man auch von E-Dub sagen kann, der eine klasse Performance hinlegt. "Do-Re-Mi" lässt sich als gediegener und entspannter Smash bezeichnen, ist nicht außergewöhnlich, dennoch recht fresh und gut anzuhören. Neben Erick rappen hier auch LL Cool J und Scarface. Cool James macht wie immer einen guten Job, genau wie Erick Sermon. Scarface rappt mal wieder total Off-Beat, doch das juckt auch hier mal wieder keinen und so ist auch sein Auftritt eine nette Ergänzung. Nach dem selbstverliebten, jedoch auch sehr groovenden "I'm Hot", bekommt man mit "Up Them Thangs" einen echten Kracher geboten. Schnelle und treibende Beat in Kombination mit kraftvollen Synthesizer-Elementen bringen schon alles zum Kochen, was dann noch an Vocals dazu kommt ist schon erste Sahne. Als erster beweist E-Dub, was er drauf hat, wird dann von Cadillac Tah mit seinem brachialen Organ abgelöst und findet in Keith Murray's großartiger Strophe seinen Höhepunkt. Insgesamt wohl das Highlight von "Music". Zum Abschluss gibt es endlich mal eine persönliche und tiefgründige Nummer, "The Sermon". Es basiert auf einem sehr emotionalen, fast schon traurigen Instrumental, das richtig unter die Haut geht und man einen Erick Sermon erlebt, der auch mal was anderes zu erzählen hat, außer "I'm Hot". Perfektioniert wird das Ganze von R. Kelly, dessen Refrain schlicht und einfach gesagt ein Traum ist. Toller Abschluss eines gelungenen Albums.
Auch wenn "Music" so seine Startschwierigkeiten hat, kommt am Ende ein richtig gutes Werk dabei heraus, das doch deutlich mehr begeister als das alte Album. Bei Erick's Produtkionen hat man fast das Gefühl, er hätte sich um 180° gedreht, denn alles hat mehr Feuer und Dynamik und auch die Raps wirken engagierter. Wer noch nichts von Erick Sermon besitzt sollte unbedingt hier zuschlagen, oder auch zum Nachfolger "React" greifen, der mir sogar noch ein Stück besser gefällt.