Dieser Soundtrack erfreut zunächst einmal sicherlich all diejenigen, die auch an dem wunderbaren Film "Music and Lyrics" ihre Freude hatten. Der Film bedient sich dreier tragender Songs, die von Hugh Grant selbst gesungen werden und drei weiterer Songs, die Haley Bennett (diese wunderbar überzogene buddha-inspirierte Karikatur einer Britney Spears, Shakira oder Paris Hilton) performt. Die anderen Songs entstammen ebenfalls dem Film, haben auf dem Soundtrack also durchaus auch ihre Berechtigung, was heutzutage ja nicht unbedingt so sein muß.
Bei diesem Soundtrack sollte man sich zunächst eine Tatsache vor Augen halten, die ihn zu einer ganz besonderen CD macht: Fast alle Songs (Ausnahmen sind "Tony the Beat" und "Different Sound", die von schwedischen Independent-Bands stammen) wurden von Adam Schlesinger und Andrew Wyatt ausschließlich für diesen Film geschrieben. Wenn man nun die Vielfältigkeit und das Ohrwurm-/Hitpotenzial beinahe jedes einzelnen Songs betrachtet, muß man einfach zu dem Schluss kommen, dass hier äußerst kreative Songwriter am Werk waren.
So ist "Pop goes my heart" dermaßen authentisch an die Zeit bunter Leggins und toupierter Haare angelehnt, dass der Song direkt einem Greatest Hits of 1985 Album entsprungen sein könnte. Ebenso wie das stark an den Spandau Ballet-Sound angelehnte "Meaningless Kiss".
Die drei Haley Bennett Songs hingegen drängen sich geradezu für eine Platzierung in den aktuellen Charts auf. Wenn man dabei einmal genauer auf die Texte von "Slam" und "Entering Bootytown" achtet, stellt man durchaus Anspielungen auf den vorherrschenden Sexismus in heutigen Chartbreakern fest. Allein die Passage "Your booty ist the way to his heart" spricht eine deutlich satirische Sprache.
Abschließend wäre noch "Don`t write me off" zu erwähnen, ein bodenständiger britischer Folksong der von Hugh Grant am Piano performt wird und im Kino so manchen Zuschauer gerührt haben dürfte.
"Way back into love" mag dem einen oder anderen wohl zu schnulzig daherkommen, ist im Grunde aber ein solides Pop-Duett, welches gleich in zweifacher Ausführung geboten wird. Und dabei macht es fast noch mehr Spass, die Demoversion zu hören, in der Hugh Grant anstelle von Haley Bennett von Drew Barrymore begleitet wird.
Schlesinger und Wyatt werden viele Stunden beim studieren alter 80er Scheiben verbracht haben und es scheint ihnen sichtlich Spass gemacht zu haben, die 80er noch einmal aufleben zu lassen.
"Pop goes my heart" wird übrigens in Kürze in Deutschland auch als Single erscheinen.