hier haben wir es - so sagt man - mit sogenannter minimal music zu tun. vieles was so bezeichnet wird ist alles andere als minimalistisch, so auch diese komposition von steve reich, meiner meinung nach sein zugänglichstes und zugleich bestes werk.
das stück ist immerhin für frauenstimmen, streicher, klaviere, klarinetten und percussioninstrumente - eben insgesamt 18 - komponiert.
diese instrumente weben einen rhytmischen wall of sound der sich in ständiger spannender metamorphose bewegt und den zuhörer - wenn er sich drauf einlässt - unweigerlich in diesen fast hypnotisierenden klangteppich hineinzieht. und in dieser welt aus sich ständig verschiebenden klangbögen wird es nicht langweilig, im gegenteil, man ist immer wieder überwältigt mit welchem kreativitätspotential sich das stück entwickelt.
ebenso wie bei philip glass's monumentalwerk "einstein on the beach" ist man bei oberflächlichem hinhören geneigt, das werk für eine gutgelungene mischung aus loops, reels und samples zu halten. dies ist nicht der fall, hier sind musikanten mit akkustischen instrumenten und ihren stimmen am werk, die präzision und der trotzdem damit verbundene musikalische ausdruck lassen nur verblüffung und bewunderung zu.
diese aufnahme kommt in sehr gutem, ECM-typischen sound daher. die ebenfalls bei amazon erhältliche RCA red seal (sony-bmg) aufnahme ist jedoch ein wenig besser, es gibt mehr raum und etwas mehr dynamik, mehr live-dabei-gefühl - wir sprechen hier aber von nuancen, wenn nicht von einer geschmacksfrage und deshalb auch hier locker 4 sterne für den sound!
die auch noch erhältliche nonesuch/warner aufnahme ist mir nicht bekannt, sodass ich über diese leider nichts sagen kann.
wer mal musik abseits abgetretener pfade entdecken, wer komponierte orchestermusik mal völlig ungewohnt erleben will - zugreifen und überraschen lassen! tolle, geniale musik, ein klassiker von morgen und übermorgen....