Aufgrund vieler positiver Bewertungen bei amazon.de und da ich bereits ein Buch von Ralf Isau gelesen habe, das mir ganz gut gefallen hat, habe ich mir "Das Museum der gestohlenen Erinnerungen" gekauft.
Die Geschichte klingt viel versprechend: Vor der Tür der Zwillinge Jessica und Oliver Pollock steht eines Tages die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl. Gefahndet wird nach Thomas Pollock, dem angeblichen Vater der beiden. Die Geschwister sind überrascht. Sie können sich überhaupt nicht an ihren Vater erinnern! Und so scheint es immer mehr Personen zu gehen. Als die beiden dann auf dem Dachboden das alte Tagebuch ihres Vaters finden erfahren Sie, dass er in einem Museum gearbeitet hat und Wichtiges herausgefunden zu haben scheint, was mit seinem Verschwinden zu tun haben könnte.
Leider ist die Idee auch schon das einzig gute an dem Buch. Ich bin mit den Charakteren einfach nicht warm geworden.
Der "Held" Oliver wird durchweg gelobt, er sei ein toller intelligenter einfallsreicher usw. Künstler. Das kam mir immer wie eine maßlose Übertreibung vor, weil mir der Junge überhaupt nicht wie ein Held vorkam.
Die geschichtlichen Hintergründe mögen sehr gut recherchiert und teilweise auch interessant sein, aber spätestens nach der 3. Wiederholung der Tatsachen (und teilweise werden diese doch sehr ausführlich wiederholt) beginnt es leider zu nerven.
Viele "logische" Schlüsse der Personen waren für mich überhaupt nicht logisch. Zum Beispiel: Wenn man bei BERLIN und BABYLON die Vokale weglässt und das Y ebenfalls, dann bleiben bei beiden Städten vier Buchstaben übrig wovon 3 gleich sind. Das kann ja kein Zufall sein.... Da muss es einen Zusammenhang geben!!!!!!!!
Und zu diesem für mich eindeutig unlogischen Beispiel kommen ganz viele kleine Unstimmigkeiten, wie z.B. dem Verhalten der Charaktere, den Entscheidungen, Ungereimtheiten in der Geschichte, etc...
Ich wollte das Buch schon nach der Hälfte weglegen, habe dann aber doch weitergelesen, weil ich das Ende wissen wollte. Gelohnt hat es sich aber nicht, denn das Ende hätte ich bereits nach den ersten 150 Seiten voraussagen können.
Im Nachwort schreibt der Autor:
"Es [Das Buch] sollte auch zeigen, wie wichtig die Erinnerung in ihren verschiedenen Spielarten für unser Leben ist, sollte auch ein Appell gegen Intolleranz und Gleichgültigkeit sein... Wenn man das meinem Buch anmerkt, stört mich das wenig". Leider merkt man es zu sehr, es wird zu oft wiederholt, manchmal wäre weniger mehr. Als Leser muss man nicht 10x auf etwas hingewiesen werden, einmal würde ausreichen!
Schade, dass diese schöne Idee nicht besser umgesetzt worden ist!
P.S. Das neue Cover ist zwar sehr hübsch. Jedoch scheint der Grafiker das Buch nicht gelesen zu haben!!!!!!!!!!!