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Im Museum der Gehirne. Die Suche nach Geist in den Köpfen berühmter Menschen [Taschenbuch]

Brian Burrell
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

Oktober 2005
Wie entsteht im Gehirn so etwas wie Denken und Geist? Wo ist in diesem komplexen Gebilde - dem komplexesten des Universums - der Sitz der Seele? Ein lehrreiches, spannendes und witziges Buch über Grundfragen des menschlichen Daseins.

Als Lord Byrons Gehirn 1824 auf dem Seziertisch lag, betrachteten es die Anatomen voller Ehrfurcht: Es war erstaunlich groß. Und Beethovens Denkorgan, das drei Jahre später präpariert wurde, hatte ungewöhnlich viele und sehr tiefe Windungen. Lässt sich aus Gewicht, Form und anderen Eigenschaften von Gehirnen auf die Persönlichkeit ihrer verblichenen Besitzer schließen? Lässt sich daraus erklären, warum der eine ein Genie war und der andere kriminell? Daran glaubten im 19. Jahrhundert immer mehr Fachleute, und so setzte - besonders auch in Deutschland - eine wahre Sammel-, Vermessungs- und Kartierungsmanie ein, die sich über viele Generationen erstreckte. Was entdeckten diese Legionen von Forschern? Nichts. Die Gehirne dämmern schweigend in den Vitrinen. Burrell erzählt ihre Geschichte.


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 383 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455095216
  • ISBN-13: 978-3455095210
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.205.339 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Die Hirnforschung ist heute eine der wichtigsten wissenschaftlichen Disziplinen. Aber wie fing das alles an? Wie beschafften sich die ersten Hirnforscher ihre Studienobjekte? Welche Leistungen und grandiosen Irrtümer gab es auf dem Weg? Und was wissen wir heute wirklich über den Geist, das Bewusstsein, den Zusammenhang von Gehirn und Intelligenz – oder verbrecherischen Neigungen? Diesen Fragen geht der Mathematiker Brian Burrell nach. Sein Ausgangspunkt sind die mehr oder weniger gut konservierten Gehirne, die man zum Teil heute noch in Museen, staubigen Kellern und düsteren Kammern finden kann.

Ob genialer Wissenschaftler, begnadeter Dichter, eitler Lebemann oder Schwerverbrecher: Immer wieder wurden und werden Gehirne der unterschiedlichsten Menschen untersucht. Das führte zu vielen Fortschritten in der Wissenschaft, aber auch zu den merkwürdigsten Theorien und absonderlichsten Vorstellungen, die vielfach noch bis in die Gegenwart reichen. Und genau dafür hat der Autor einen besonderen Sinn. So wimmelt es in seinem Buch von grausigen und amüsanten Merkwürdigkeiten: Grabräuber, schwunghafter Gehirnhandel, dreister Gehirndiebstahl, eine “Gesellschaft für gegenseitige Autopsie”, Wissenschaftler, die sich mit Häme, Spott und auch sehr viel drastischeren Mitteln bekämpfen ... Und mittendrin Genies, Künstler, ernsthafte Wissenschaftler und verschrobene Käuze, die aktiv oder passiv (als freiwillige oder unfreiwillige Gehirnspender) an der Fortentwicklung der Hirnforschung beteiligt waren: Einstein und Gauß, Beethoven und Lenin, Lombroso und Broca, Descartes und viele andere. Bei all dem kommen aber die zentralen Fragen aller Forscher vom alten Ägypten bis zur Gegenwart nicht zu kurz: Wo sitzen Seele und Geist des Menschen? Was ist wo im Gehirn lokalisiert? Und kann man aus Form und Aufbau eines Gehirns auf Intelligenz und bestimmte Eigenschaften schließen?

Burrells genauem, kritischem und zugleich augenzwinkerndem Blick auf sein Thema und auf die beteiligten Personen verdanken wir es, dass dieses Buch nicht nur tiefe Einblicke in die Entwicklung der Hirnforschung bietet, sondern auch ein enormes Lesevergnügen ist. Oder wann haben Sie beim Lesen eines wissenschaftlichen Buches zum letzten Mal laut gelacht? Hier haben Sie mehr als eine Gelegenheit dazu. -- Gabi Neumayer

Über den Autor

Brian Burrell lehrt Mathematik an der University of Massachusetts in Amherst. »Im Museum der Gehirne« ist sein drittes Buch. Er lebt in Northampton, Massachusetts.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie sieht die Intelligenz im Körper aus? 29. April 2006
Es geht hier um die Geschichte der Phrenologie, das soll heißen die Frage: Ist es möglich, an Hand von körperlichen Eigenschaften des Kopfes oder des Gehirns etwas über den Charakter und die Intelligenz einer Person zu erfahren?

Um dies zu klären, haben in der Vergangenheit zahlreiche Wissenschaftler munter "Sammlungen" von Gehirnen angelegt und sich auf die Suche nach der Intelligenz im Körper gemacht.

Brian Burrell hat ein wissenschaftsgeschichtliches Buch geschrieben - es geht also weniger um medizinische Details, als um die Menschen und die Anekdoten, die sich rund um das mitunter extrem absurde Thema bewegen: Etwa Thomas Harvey, der mit Einsteins Gehirn quer durch USA reiste. Oder der arme Mensch, der wohl versehentlich das "eingelegte" Gehirn von Walt Whitman hat fallen lassen!

Das Buch erinnert mich in seiner Machart stark an "Bing Bang" von Simon Singh (sehr zu empfehlen), nur dass es hier nicht um Physiker, sondern um Mediziner geht - und ihr Gehirn am Ende ihres Lebens.

Im Anhang des Buches befinden sich als "Schmankerl" die Inventarlisten der Hirnsammlungen - sämtlich für die Öffentlichkeit nicht zugänglich!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweilige und lehrreiche Wissenschaftsgeschichten 16. Dezember 2005
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Der Autor ist ein Mathematiker, der sich für Wissenschaftsgeschichte interessiert und die Ergebnisse seines Hobbys auch gerne weitergibt. In seinem dritten Buch berichtet er von seiner Reise in das Reich der Neurologie. Als Burrel dazu aufbrach, war allerdings noch vieles anders. Denn die Faszination des amerikanischen Mathematikers gilt weniger der Neuzeit mit all ihren Computern. Er lässt lieber Welten auferstehen, in denen das Handwerk der Anatomen ihre Blütezeit hatte und sich wissensbegierige Studenten um die besten Plätze an den Seziertischen stritten. Auf einem dieser Tische lag 1824 das erstaunlich grosse Gehirn von Lord Byron, wenig später das von Beethoven mit ungewöhnlich vielen und tiefen Windungen. Von dreizehn ausserordentlichen Köpfen ist die Rede.

Brian Burrel entführt seine Leser in Vorlesungssäle und Labors, wo Spurensicherungen an Gehirnen berühmter Menschen vorgenommen werden. Was macht Menschen zu Tätern, Opfern, Genies oder Dummköpfe? Wo sitzt Gott, wo die Seele, wo der Teufel? Die Fragen sind die gleichen geblieben. Aber wenn wir die „Wahrheiten“ von damals lesen, so kommen Zweifel, ob heutige Antworten Bestand haben. Antworten, die der Autor uns zu Beginn gibt und so die Kluft zu früher so weit öffnet, dass wir nicht selten über die Wissenschaft lachen müssen. Doch Burrels Reisebericht lebt nicht von der Schadenfreude, sondern von der Spannung, von seiner Anteilnahme am menschlichen Wissensdrang und von seinen Recherchen.

Mein Fazit: Ein Zugang zum Reich der Neurologen, den ich allen empfehle, die lieber durch gute Geschichten als durch langweilige Studien etwas lernen wollen. Unterhaltend, lehrreich und manchmal etwas zu lang.

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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen mit Genuß 6. Januar 2007
Die Aufmachung ist wenig verlockend(Titel, Untertitel,Umschlagtext, Klappentext), man schlage es dennoch auf und fange an zu lesen.

Vordergründig geht es nur um die Phrenologie, also die Hoffnung, in Form und Struktur eines Gehirns den Charakter oder noch unklarer :"Geist" des ehemaligen Besitzers repräsentiert zu finden.

Die verschlungenen Wege des Scheiterns dieser Hoffnung geht Brian Burrell noch einmal nach.

Anfangs schmunzelt man noch über die vorsintflutlichen Ideen der alten Wissenschaftler, weil sich dann aber im Grunde eigentlich nichts ändern will mit dem Wissenschaftsbetrieb, wird man immer nachdenklicher ...

Die alten Ägypter kommen vor, Aristoteles, Descartes, die Wissenschaft als solche, die Hirnforschung im Besonderen, die Politik, die Religion, die Geldgier der Menschen, Lenin, Einstein, die Soziologie, Forscher, Ärzte, Philosophen, die Honoratioren der Stadt, die Kriminellen, kurz, ein recht praller Strauß von buntem Leben, darin Burrell immer wieder noch nicht bedachte Querverbindungen zeigt.

Heutzutage ungewöhnlich und desto angenehmer bemüht sich der Autor um Verständlichkeit: Nicht alltägliche technische Fachbegriffe "Mikrotom" werden kurz, klar und richtig erklärt, umgangssprachlich verhunzte Begriffe "Genie", "Paradigma" werden in ihren Kontext gesetzt, definiert und so verwendbar gemacht.
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