Um ihrem Vater nach dem Tod ihrer Mutter Beistand zu leisten, reist Beata Sforza nach Malta. Aus einem zunächst unbekannten Grund taucht ausgerechnet auch Großtante Francesca bei ihren Verwandten auf. Sie schenkt Beata einen außergewöhnlichen Schal aus Muschelseide. Als Meeresbiologin und Wissenschaftlerin will Beata unbedingt mehr über die kostbare Seide erfahren. Deshalb versucht sie mit dem Journalisten Kazuo, die seltene Muschel zu finden.
Federica De Cesco hat einen schönen Schreibstil. Dieser und die zum Teil unerfreulichen Geheimnisse von Beatas Familie machen den Roman "Muschelseide" so lesenswert. Beim Eintauchen in die Geschichte erhält man einen Einblick in die Gewinnung und Verarbeitung der Muschelseide. Dabei beschreibt Federica De Cesco die Muschelseide so schön und elegant, dass man den Wunsch verspürt, die Seide selbst betrachten und in den Händen halten zu wollen.
Obwohl die Autorin verschiedenen bemerkenswerten Charakteren wie z.B. der eigensinnigen Großtante, Raum zur Entfaltung bietet, so fokussiert sie hauptsächlich auf Beata. Diese wird vom Geist der Vorfahrin, Cecilia, in unregelmäßigen Abständen aufgesucht. Erst nach und nach werden dem Leser die Zusammenhänge verraten. Mit der Zeit lüftet Beata schließlich die Geheimnisse ihrer Familie und ist mal verstört, mal tieftraurig. Federica De Cescos Liebe zum Detail stellt eine wahre Bereicherung für den Roman dar.
Fazit: Ein gutes Buch.