In "Murmeln meiner Kindheit" erzählt Rafik Schami persönlich von seiner Kindheit in Damaskus. Da Schami ein richtiger Geschichtenerzähler ist, lohnt es sich, seine Geschichten auch von ihm erzählt zu bekommen. Zwar will ich damit nicht sagen, dass man es sich sparen kann, seine Bücher zu lesen, aber seiner Stimme zuzuhören ist noch einmal so schön. Darum lohnt sich dieses Hörbuch wirklich sehr. Seine Stimme bringt viel Authentizität in die Geschichten, sein leichter Akzent versetzt den Hörer noch tiefer in die Atmosphäre von Damaskus, als es die Worte allein tun würden. Viel zu schnell sind die 3 CDs um. Viel mehr möchte man wissen über die Gasse, in der Schami als Kind lebte, über seine Familie, wie er in der Bäckerei seines Vaters aushelfen musste und sein Geld viel lieber mit dem Verkauf von Zuckerpuppen auf den Straßen verdiente. Man trifft alte Bekannte wieder, wie den Kutscher Salim, lernt neue kennen, wie die erste Liebe von Schami. Und natürlich bekommt man allerhand über das Leben auf der Straße erzählt, über die Damazener Ziegen, die Gerüche, die Klänge und die Spiele. Eines dieser Spiele sind die Murmeln. "Die leise Stimme meiner Kindheit, die mir flüsternd vergangene Zeiten und verlorene Paradiese zurückbringt, verbindet sich unzertrennlich mit dem Murmelspiel", schreibt Schami in seiner sehr ausführlichen Einführung in seine Erinnerungen, die man im Booklet lesen kann. All dies führt dazu, dass der Hörer selbst mal wieder seine Murmeln hervorholen möchte und nichts lieber hätte, als das Damaskus von damals nicht nur durch die Stimme vom Schami, sondern leibhaftig zu erleben. Von all seinen Büchern hat mir dieses daher am besten gefallen.