Wer sich für die Geschichte des deutschen Films interessiert, kommt an diesem nicht vorbei, schon allein deswegen, weil es der erste deutsche Nachkriegsfilm ist, 1946 von der DEFA (der Agentur in der SBZ) gedreht. Und gleich der erste Film, gedreht in Kriegsruinen, nimmt sich der Aufarbeitung der NS-Schuld an. Spätere Filme dagegen sollten sich entweder schnell wieder ins Private zurückziehen oder (im Osten gedreht) unerträglich belehrend werden.
Staudtes Film aber, der übrigens die in diesem Jahr verstorbene Hildegard Knef bekanntmachte, bleibt zurückhaltend, stellt den Menschen in den Mittelpunkt, ohne rührselig zu werden, setzt filmisch manches aus dem expressionistischen Kino der Vorkriegszeit fort (z.B. beeindruckende Schattenbilder und Kamera-Winkel).
Die DVD wartet mit ordentlichem Ton und Bild auf, die Extras sind nicht üppig, aber auch nicht schlecht: zeitgenössische Film-Dokumentationen geben einen kleinen Einblick in das Zeitgefühl, Biographien vermitteln einen Überblick, DEFA-Material rundet das ganze ab.