Stryper, die seinerzeit im Bienen-Look auftretende, Glam-Metal spielende White-Metal Band, versucht mit ihrem zweiten Album seit der Wiedervereinigung vor ein paar Jahren, wieder Fuß zu fassen in der Metal Welt. Für mich hört sich die Scheibe jedoch viel mehr nach Hard-Rock an, weniger nach Metal. Die aktuelle Platte ist auch die erste, die ich überhaupt von dieser Band höre. Christlicher Metal, Bibeln die ins Publikum geworfen werden, nein, das war damals nichts für mich. Slayer hatten einmal einen Gig abgesagt, weil sie nicht mit Stryper auf einer Bühne spielen wollten. Nun, ob christlich oder nicht, spielt für mich heute keine Rolle. Für mich ist die Musik wichtig und ich werde wohl kaum durch eine solche Platte zu bekehren sein. Außerdem werden die Amis wohl von solchen Praktiken mittlerweile Abstand nehmen. Stryper, vorneweg Sänger Michael Sweet, spielen tadellosen Hard-Rock, den man in dieser Variante heute nur noch selten zu hören bekommt. Dazu gehören nun mal ausgefeilte Melodien und gelungene Gesangslinien, schnelle Rocksongs und schmalzige Balladen, Stryper bieten dem Hörer dies im ausreichenden Maße. Und gehen dabei auch straighter zu Werk wie die amerikanischen Vorzeige Schnulzen-Rocker Bon Jovi, welche scheinbar für viele Mädels noch immer das Maß aller Dinge sind. Wem diese zu lasch sind, wäre hier schon mal an der richtigen Adresse, denn Stryper bieten stärkeren Gitarreneinsatz, mehr Variation beim Gesang und eben mehr Härte. Doch Obacht, auch Stryper haben einige Balladen am Start. Fans der Band machen hier sicherlich nichts falsch, doch auch Rock-Fans sollten hier mal ein Ohr riskieren! Im Übrigen ist das Cover sehr gelungen. Balladen-Tip: "I Believe". Rocker-Tip: "Eclipse For The Son".