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Murder Inc. Oder Nicht ganz koschere Geschäfte in Brooklyn.
 
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Murder Inc. Oder Nicht ganz koschere Geschäfte in Brooklyn. [Taschenbuch]

Rich Cohen
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 366 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596147441
  • ISBN-13: 978-3596147441
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 235.486 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hartgesottene Männer waren sie, ihr Leben und Sterben der Stoff, aus dem Legenden sind: Arnold Rothstein, der das organisierte Verbrechen revolutionierte; Bugsy Siegel, vielleicht der bestgekleidete Gangster aller Zeiten; Dutch Schultz, dessen unglückliches Ende in Billy Bathgate nur zur Hälfte erzählt wird; Abe »Kid Twist« Reles, der unter nie geklärten Umständen auf dem schmutzigen Vordach eines Hotels in Brooklyn starb; Meyer Lansky, einer der wenigen Gangster, die das Pensionsalter erreichten. Gemeinsam war diesen Männern eines: Sie waren Kinder jüdischer Immigranten aus Osteuropa und Underdogs in einer Gesellschaft, die sie nicht wollte. Sie waren »tough jews«, furchtlos und unerschrocken. Schon ihre Söhne und Enkel schlugen einen anderen Weg ein, sie gingen zur Schule, studierten und hatten Möglichkeiten und Erfolge, von denen ihre Väter nur träumen konnten. Rich Cohen, dessen Urgroßeltern das Diner betrieben, wo regelmäßig die Mitglieder des Syndikats mit dem durchaus ernstzunehmenden Namen »Murder Incorporated« verkehrten, entführt seine Leser in die untergegangene Welt der Brooklyner Straßenecken, der Bars und Nachtclubs, des Glücksspiels, der Prostitution und Bandenkriege. Sein Buch gleicht einem großen Gangsterfilm: Es ist das authentische, wie ein Roman zu lesende Pendant zu Es war einmal in Amerika, Scarface, Bugsy oder Der Pate, akribisch recherchierte und wunderbar erzählte Geschichte zugleich. Es ist ein fesselndes, bisweilen auch melancholisches und persönliches Buch über ebenso berüchtigte wie bewunderte Gangster, über Väter und Söhne, über Orientierung und Fremdheit in einem fremden Land.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Große Gangster ! 26. März 2007
Bugsy Siegel, Meyer-Lansky, Lucky Luciano, Dutch Schulz - berühmte Gangster, die neben ihren kriminellen Fähigkeiten eine weitere Gemeinsamkeit hatten: sie waren Juden.
<br />Sie standen an der Spitze einer jüdischen Verbrecherorganisation, die in den USA von den 20ern bis in die 40er massiv mitschmuggelten, dealten, schossen, erpressten und dabei verdammt gut aussahen.
<br />Oberboss Rothstein prägte den Ganovenstil - elegante Schuhe, seidene Anzüge, teure Hüte und logisch die Sonnenbrille. Mit seinem Abgang etabliert sich eine neue Generation, die heftig von der konkurrierenden italienischen Mafia bekämpft wird und sich letztlich mit ihr verbündet. Diese äußerst intelligenten Unterweltbosse waren den Italienern immer einen Schritt voraus. Sie waren früher eingewandert, früher im organisierten Verbrechen und früher wieder draußen.
<br />
<br />Cohens Buch ist wirklich gut zu lesen. Nicht akademisch sondern romanhaft handelt er Aktivitäten und Mythen wie Prohibition, Gewerkschaften, Korruption und Verrat ab. Aber auch Progrome, Flucht, Exil und Existenzkampf werden deutlich herausgearbeitet: als Mitte der 30er der Nationalsozialismus und der damit einhergehende Antisemitismus auch nach Nordamerika schwappt, weiße anglo-sächsische Organisationen unverblümt ihre Parolen auf der Straße brüllen, zu einer Zeit, da die Politiker des Westens noch hofften, ein Abkommen mit den Faschisten treffen zu können, gehören die Gangster zu den wenigen Menschen, die den Wahnsinn der Nazis begreifen und entsprechend handeln.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einblick in Amerika 12. März 2006
Cohens historische Reportage ist von der typisch amerikanischen Faszination für das großstädtische Gangstertum des frühen 20. Jahrhunderts geprägt. Statt aber, wie üblich, auf die italienische Mafia abzuzielen, beschäftigt er sich, einer persönlichen Beziehung folgend, mit deren jüdischen Verbündeten. Dies Buch bietet also nicht nur ein interessantes Panorama der amerikanischen Kultur, sondern auch die Vorgeschichte zum Aufstieg der jüdischen Community nach dem Zweiten Weltkrieg, wie der Autor selbst deutlich macht. Dabei wird aber der Schwerpunkt nicht auf deren wohl bedeutendste Figur, Meyer Lansky (einer der wenigen bedeutenden jüdischen Kriminellen, denen ein langes Leben beschieden war), gelegt, sondern auf die Brooklyner Killertruppe, die dutzende Auftragsmorde erledigte und auf Louis Lepke, dem einzigen zum Tode verurteilten Gangsterboss in der Geschichte der USA.
Der Autor spart nicht mit der Darstellung von Gewalt, übertreibt es aber auch nicht. Eine Geschichte hätte sich durchaus in Pulp Fiction wiederfinden können (die Bonny Situation), findet aber ein absolut grausig-brutales Ende. Cohens Assoziationen sind meistens hervorragend und verblüffend, die Darstellung der möglichen Überlegungen der Gangster sind nachvollziehbar und wirken nicht gekünstelt.
Cohen betont, er würde das Leben diese Männer nicht verherrlichen wollen. Wahr ist das schon, aber mit seiner halben Bewunderung hält er sich ehrlicherweise auch nicht zurück. Der Grund hierfür findet sich in der Gleichzeitigkeit der historischen Ereignisse. Denn während sich in Europa friedfertige und gelehrsame Juden dem Vernichtungsfeldzug der Nazis nicht widersetzten, machten in Amerika die jüdischen Kriminellen die Gegend unsicher und lebten ihre rigide, wenngleich kaum zukunftsfähige Moral. Leider verfällt Cohen darauf, in fast jedem Kapitel auf diesen Vergleich zurück zu kommen, sodass man diese Melodie am Ende schon nicht mehr hören kann.
Kurz: Es ist ein streckenweise sehr gut geschriebenes Buch, mit ein paar Schwächen. Wer mehr über die Geschichte Nordamerikas erfahren will, ist hier wirklich gut bedient!
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Ein einmaliges Leseerlebnis 15. August 2008
Meyer Lanski, Bugsy Siegel, Dutch Schulz. Sie gehörten zu den berüchtigsten Verbrechern Amerikas und wurden irgendwann zur Legende. Und sie waren Juden, Kinder armer Einwanderer aus Osteuropa. Underdogs aus den Slums großer Städte, deren Weg an die Spitze mit Blut und Blei gepflastert war.
Über die Geschichte dieser "Kosher Nostra" hat der Amerikaner Rich Cohen ein Buch geschrieben, dass man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein Sachbuch, sorgfältig recherchiert, reich bebildert und geschrieben wie ein klassischer hardboild-Kriminalroman. Cohens Großeltern besaßen ein kleines Restaurant, in dem einige Unterweltgrößen ein- und ausgingen, seine Informationen stammen aus erster Hand. Wer klassische Gangsterfilme mag wie "Scarface", "Der kleine Cäsar" oder "Der Pate", der wird dieses Buch verschlingen. Rich Cohen erzählt von Schießereien und Verfolgungsjagden, Straßenecken und schummrigen Bars, aber auch von Treue, Einsamkeit und Verrat. Ein überwältigendes Leseerlebnis!
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