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Murder Ballads


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Produktinformation

  • Audio CD (23. Juli 2001)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Mute (EMI)
  • ASIN: B00004UQON
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Hörkassette  |  Vinyl  |  Mini-Disc  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 330.600 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Song Of Joy
2. Stagger Lee
3. Henry Lee
4. Lovely Creature
5. Where The Wild Roses Grow
6. The Curse Of Millhaven
7. The Company Of Strangers
8. Crow Jane
9. O'Malleys Bar
10. Death Is Not The End

Produktbeschreibungen

Produktbeschreibungen

Murder Ballads

Aus der Amazon.de-Redaktion

Seit er 1980 als bleiche, dürre, Gothic-Punk-Version von Jim Morrison bei Birthday Party auftauchte, schreibt Nick Cave Lieder übers Töten und andere schlimme Sachen. Die Mörderballaden aber, die für den Titel dieses Albums Pate standen, sind anders, verführerisch besonnen. Klar, wir finden hier auch vieles, was für Cave typisch ist, aber Murder Ballads ist ein faszinierendes Konzeptalbum, das die Erzählform der Ballade aus der englischen Folk-Tradition benutzt, um vom Morden zu erzählen: zufällige Tode, Verbrechen aus Leidenschaft, und Mordtouren -- alles ist drin. Cave blüht in diesem Genre ganz offensichtlich auf; und er schreibt zum Teil so flüssig und treffend wie nie zuvor. Bei "Song of Joy", einer echt unheimlichen Lagerfeuerkriminalgeschichte von einer ermordeten Familie und einem unbekannten Killer, sind Hinweise gruselig in den Text eingewoben. Bei "Where the Wild Roses Grow" erzählen der Mörder (Cave) und das Opfer (Popstar Kylie Minogue) parallele Geschichten.
Cave zeigt sogar ein Geschick für Adaptionen: Aus Bob Dylans "Death Is Not the End" (das eigentlich den Trost im Himmel verspricht) wird eine Art Zombie-"We Are the World" (mit Minogue, PJ Harvey, Shane McGowan u.a.), bei dem der Himmel eben nicht das Ende von Schmerz und Leid bedeutet. Vor allem sollte man Murder Ballads als 'Pulp Fiction' (nicht der Film) betrachten -- es ist ebenso urkomisch wie grauenhaft. Das sowieso schon gewalttätige Traditional "Stagger Lee" wird zum Gangsta-Folk -- so irrsinnig vollgepackt mit Obszönität und Brutalität, daß es die Ghetto Boys schaudern machen würde. Und Caves (unabsichtliche?) Aussage sollte nicht unter den Tisch fallen: Diese fiesen Songs gab es schon lange bevor die bösen Rapper kamen. --Roni Sarig -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

4.7 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 6. Februar 2002
Format: Audio CD
Ich bin erst vor kurzem, genauer im September 2001, durch das Lied "Fifteen feet of pure white snow" auf "Nick Cave and the Bad Seeds" gekommen. Nach dem Kauf seiner neuesten Platte bin ich in einen wahren Rausch verfallen, so toll fand ich "no more shall we part". Beinah jeden Monat hab ich eine weitere CD bestellt - "Murder Ballads" war meine Dritte. Da ich davor nur das jüngste Album und "The boatman's call" gehört hatte, bekam ich einen kleinen Schreck wegen der "härteren Gangart". Das lag jedoch nur an meiner damaligen Unwissenheit bezüglich dieser Gruppe.
Nur kurze Zeit später hab ich "Murder Ballads" wie alle anderen bisher gehörten Platten auch in mein Herz geschlossen. Sicher ist sie gewöhnungsbedürftig - nichtsdestotrotz aber auch eine beinah ideale Platte für den "gewillten neuen Anhänger".
Teils sehr melancholisch und bedrückend ("The Kindness of Strangers"), dann aber auch wieder mit ungeahnter Freude und mitreißendem Rhythmus ("The Curse of Millhaven") besingt Nick Cave in jedem der 10 Lieder das Thema Tod uns Sterben.
Die Schilderung eines Familiendramas ist ebenso auf der Platte zu finden wie auch die Geschichte des unheilvollen Schicksals einer kleinen Stadt und der Mutmacher "Death is not the end". Ein besonderes Sahnehäubchen ist auch das Duett mit Kylie Minogue - wirklich ein herzzerreißendes Stück Musikgeschichte (für echte Fans unentbehrlich!!)
Im Großen und Ganzen kann sich "Murder Ballads" ohne Abstriche in die Reihe der Meisterwerke von "Nick Cave and the Bad Seeds" stellen und ist wahrlich ein El Dorado für all jene, die dem Tod nicht nur mit Tränen entgegenblicken.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von weiser111 am 28. Februar 2009
Format: Audio CD
"Mothers keep your girls at home" heißt es mal in "The Kindness of Strangers"; ein gutes Motto fürs gesamte Album. Ein Konzept-Album (dass es sowas noch gibt!) über außergewöhnliche Morde in vielen, vielen Versionen, jeweils in die passende Musik gepackt wie die zerstückelte Leiche in den Koffer: Mal minimale Instrumentierung und mal schmelzender Geigenklang; mal Punk, mal Folk-Balladen und mal beides auf einmal, mal Ska und mal der Beweis, dass sogar Swing-Rhythmus so düster klingen kann, dass dagegen der nebelumwaberte Friedhof bei Neumond der passende Ort für den Kindergeburtstag scheint.
"Song of Joy" -- wenn's nicht auf dem Cover geschrieben stünde, also, auf den Songtitel wär ich im Leben nicht gekommen: Eine düstere Ballade über ein ehedem unschuldig' Kind, ein "Le Fanu"-würdiger Text in ein typisches Balladenmotiv eingeflochten. Nicht nur hier passt Nick Caves unglaublich tiefer Bass wie vom Sargschreiner angemessen. Düsterer Punk im Balladenton -- das sowas geht, hätte ich auch nie geglaubt, bevor mir's Cave nicht vorgesungen hätte: Eine "Lovely Creature" wird en passant über Nacht kommentarlos gemordet, in romantisch assoziierter Umgebung, in atemlosem British-Ska-Ton.
Nicht nur die Musik, nein, auch die Texte lohnen das genaue Hinhören, und alles stimmt zusammen, ohne je zum Klischee zu verkommen -- und zwar nicht nur, wenn einem in dieser "Stagger Lee"-Version tatsächlich die Kugeln nur so um die Ohren pfeifen. Nicht nur in P.J.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von "mmetell" am 13. Mai 2003
Format: Audio CD
Bei den Murder-Ballads handelt es sich um ein Konzeptalbum, bei dem es um Mord und Totschlag geht. Da wird Kylie Minogue am Fluss von Nick Cave mit einem Stein erschlagen und Nick Cave von PJ Harvey erdolcht und in einen Brunnen geworfen. Da versetzt ein vierzehnjähriges Mädchen die Gemeinde Millhaven in Angst und Schrecken. Da findet ein Mann, nachdem er einen kranken Freun besucht hat, seine Frau und seine drei Kinder ermordet zu hause vor. Da wird in 9 Titeln (fast) jede Grausamkeit beschrieben. Höhepunkt ist für mich das 14minütige "O Malley's Bar". I diesem Stück wird in Echtzeit beschrieben, wie ein Mann alle Gäste und die Wirte einem nach dem anderen umbringt, bevor er von der Polizei gestellt werden kann. Zum Abschluss folgt dann tröstend Dylan's "Death is not the end", das von den einzelnen Mitgliedern der Bad Seeds und Gästen wie PJ Harvey oder Shane MacGowan gesungen(?) wird. Für mich ist "Murder Ballads" "das" Meisterwerk des australischen Songwriters.
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Von Alexander Gärtner TOP 1000 REZENSENT am 16. Oktober 2014
Format: Audio CD
Lieder über Mord und Totschlag gab es in der Folktradition schon immer - aber im Fall dieses Albums bekommt man den Eindruck, Nick Cave sei für diese Art Musik geradezu bestimmt. Das Album "Murder Ballads" ist wohl der zentrale Fixpunkt in seiner schillernden Biographie. Cave und seine Band verbinden auf unnachahmliche Weise Tradition und Moderne, Folk und Gothic zu einem augenzwinkernden Panoptikum des Grauens. Caves spröde Stimme, Klavier, Gitarre, Bass, Drums, bittersüße Klangteppiche und gelegentliche Noise- Attacken intonieren Symphonien von Tod und Verderben, bei zwei Stücken unterstützt von P.J.Harvey und Kylie Minogue als Duettpartnerinnen. Hervorzuheben ist die Produktion: Harmonische und disharmonische Elemente umspielen einander, halten sich aber stets die Waage, so dass weder ein poppiges noch ein experimentell- avantgardistisches Album entsteht. Dass alle Instrumente transparent und nah klingen, versteht sich von selbst.

Das Songspektrum reicht von der Spoken Word- Performance "Song of Joy" über das zum obszönen Gangsta- Blues modernisierte "Stagger Lee" und das hektische "Curse of Millhaven" bis zum Radio- Hit "Where the wild Roses grow", dem sanften "Kindness of Strangers" und der narzisstischen, fünfzehnminütigen Gewaltorgie "O'Malley's Bar" - und in jedem Stück werden zwischen einer und zwanzig Personen bestialisch umgebracht. Wenn dann zum Abschluss Bob Dylans "Death is not the End" wie ein Chor der untoten Moorleichen erklingt, fragt man sich selbst, warum eine solche Anhäufung unaussprechlicher Brutalitäten so unterhaltsam sein kann. "Murder Ballads" ist politisch inkorrekt, bitterböse, obszön, zynisch und zutiefst amoralisch - und dennoch ein absolutes Meisterwerk.
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