Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für die dunklen Momente im Leben..., 5. Mai 2007
Es gibt Musik für fröhliche Sommertage, Musik für festliche Weihnachtstage, Musik für glückliches Verliebtsein und es gibt Nick Cave.
"Murder Ballads" ist eines dieser Alben, das man nur nachts oder an dunklen Tagen hören kann, ohne vollends in Traurigkeit zu versinken. Eine Platte für die eher dunkleren Momente im Leben, eigentlich eine richtige November-Platte sozusagen. Wie so oft bei Nick Cave geht es auch hier um Mord, Tod und unglückliche Liebesgeschichten, ein Happy End gönnt der australische Barde keiner seiner Figuren, die er besingt.
"Where the wild roses grow" machte Cave damals einem größeren Publikum bekannt und zeigte uns auch, daß Popprinzessin Kylie Minogue mehr kann, als nur "I should be so lucky" zu trällern. Es lohnt sich aber auch, das zweite Duett auf diesem Album für sich zu entdecken, "Henry Lee" mit PJ Harvey ist von einer tiefen Traurigkeit und dennoch einer ungeheuren Brutalität, wie so ziemlich alle anderen Songs dieses Albums auch.
"Murder Ballads" ist nicht nur musikalisch melancholisch, die Texte sind mitunter von einer unheimlichen Gewalt, so daß der Titel des Albums nicht von ungefähr kommt. Kein Album also, das man an sonnigen Tagen im Hintergrund laufen lassen sollte, sondern eins, auf das man sich einlassen muß und das sich gerade deswegen lohnt.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fürs nächste Untoten-Treffen -- aber vor allem für die Lebenden, 28. Februar 2009
"Mothers keep your girls at home" heißt es mal in "The Kindness of Strangers"; ein gutes Motto fürs gesamte Album. Ein Konzept-Album (dass es sowas noch gibt!) über außergewöhnliche Morde in vielen, vielen Versionen, jeweils in die passende Musik gepackt wie die zerstückelte Leiche in den Koffer: Mal minimale Instrumentierung und mal schmelzender Geigenklang; mal Punk, mal Folk-Balladen und mal beides auf einmal, mal Ska und mal der Beweis, dass sogar Swing-Rhythmus so düster klingen kann, dass dagegen der nebelumwaberte Friedhof bei Neumond der passende Ort für den Kindergeburtstag scheint.
"Song of Joy" -- wenn's nicht auf dem Cover geschrieben stünde, also, auf den Songtitel wär ich im Leben nicht gekommen: Eine düstere Ballade über ein ehedem unschuldig' Kind, ein "Le Fanu"-würdiger Text in ein typisches Balladenmotiv eingeflochten. Nicht nur hier passt Nick Caves unglaublich tiefer Bass wie vom Sargschreiner angemessen. Düsterer Punk im Balladenton -- das sowas geht, hätte ich auch nie geglaubt, bevor mir's Cave nicht vorgesungen hätte: Eine "Lovely Creature" wird en passant über Nacht kommentarlos gemordet, in romantisch assoziierter Umgebung, in atemlosem British-Ska-Ton.
Nicht nur die Musik, nein, auch die Texte lohnen das genaue Hinhören, und alles stimmt zusammen, ohne je zum Klischee zu verkommen -- und zwar nicht nur, wenn einem in dieser "Stagger Lee"-Version tatsächlich die Kugeln nur so um die Ohren pfeifen. Nicht nur in P.J. Harveys Duett mit Nick Cave in trügerisch sanftem Balladenton als trügerische Moorhexe ("Henry Lee"), und nicht nur bei einer Kylie Minogue, die als Elisa Day in "Where the Wild Roses Grow" umworben wird -- ein Traditional traditionell und zu Herzen gehend instrumentiert. Schließlich heißt's ja auch romantisch und ergreifend: "all beauty must die".
Düster geht's also zu im Text und in der Musik, quer durch die imaginären Jahrhunderte und ihre verruchten Ecken, immer im haargenau passenden Stil: "Stagger Lee" hardboiled, und tiefmelancholisch das phantastische "Henry Lee" zeitlos die windgefegten Hochland-Moore durchgeisternd. "The Curse of Millhaven" besingt in bester Pogues-Nachfolge mit viel Folk, rotzigem Punk und allerschwärzestem Humor eine sinistre zarte Loretta, und in "O'Malleys Bar" tobt gut 14 Minuten lang ein Massenmörder, kaltschnäuzig, größenwahnsinnig, durchgeknallt -- das Ganze in provozierendem Minimal-Stil.
Am Ende dann natürlich Dylans "Death Is not the End" als tröstliches (oder ironisches?) Schlusswort, sparsam instrumentiert. Es lebt ganz vom Können der vielen hier versammelten Sänger, vom unverwechselbaren Shane McGowan bis zur ebenso unverkennbarer Kylie Minogue (warum nur singt die nicht immer so?).
Es passt halt einfach alles zusammen bei diesem Album, finstere Morde in (fast) allen denkbaren Versionen; Liebe, Wahnsinn, Größenwahn, durchgebrannte Sicherung. Die Texte bis zum Stehkragen voll mit schwarzem Humor, die Musik so abwechslungsreich wie die Möglichkeiten, vor der Zeit hingemäht zu werden. Alles hält Nick Caves düsterer unverkennbarer Bass zusammen, diese Kriegserklärung an jeden Strahlemann-Tenor. Die Höhepunkte hier nennen, bei all diesen musikalisch ergründeten Abgründen -- lieber nicht. Oder vielleicht doch: P.J. Harvey & Nick Cave mit "Henry Lee", und Cave solo mit "The Curse of Millhaven". Ohne Gewähr.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Beste von Nick Cave, 13. April 2005
Durch diese CD bin ich ein Fan von Nick Cave geworden. Jeder der sich für diesen Künstler interessiert, sollte mit dieser Scheibe beginnen. Wenn man an diesem morbiden Kunstwerk seinen Gefallen gefunden hat, dürfte einem alles von Nick Cave gefallen. Alle Lieder hier handeln von Schmerz, Verlust, Tod und auch irgendwo mit Liebe. Die durchgehend düstere Stimmung wird hervorragend duch Nick's sonoren Stimme unterstützt, dass einem nichts anderes übrigbleibt als mitzuleiden. Schaurig schön.
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