Zum Inhalt: In Deutschland greift eine allgemeine Unzufriedenheit um sich. In der Politik fehlen intelligente, visionäre und charismatische Köpfe - Partei übergreifend. Nach oben spült es scheinbar nur die Schwätzer und Blender. Doch Ende 2010 taucht ein Mann auf, der - einem Obama gleich - durch Ausstrahlung, visionäre Ideen und Optimismus sehr schnell die Herzen der Menschen gewinnt.
Seit frühester Jugend engagiert er sich politisch, ohne aber einer bestimmten Partei nahe zu stehen. Er propagiert Menschenrechte, eine neue soziale und gerechte Gesellschaft und nimmt bei seinen Reden kein Blatt vor den Mund. Innerhalb kürzester Zeit ist die Schar seiner Anhänger bundesweit so groß, dass es zur Bildung einer "Bürgerpartei" kommt. Von nun an reist er als Wahlkampfredner durch die Lande. Doch mit zunehmendem Erfolg sieht sich der gebürtige Hohenstaufer Attacken und Verleumdungen der politischen Gegner und Teile der Medien ausgesetzt. Der aufstrebende Politiker soll zum Schweigen gebracht werden und sogar sein Leben gerät in Gefahr. Als dann auch noch seine engste Mitarbeiterin verschwindet, nimmt Kommissar Häberle die Ermittlungen auf ...
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Der inzwischen schon zwölfte Fall für den schwäbischen Kommissar August Häberle. Im scheinbar schmutzigen Geschäft der Politik trifft er auf Neid, Verleumdung, Korruption und eine ganze Menge krimineller Energie.
Der Autor Manfred Bomm hat mit "Mundtot" erneut einen sehr guten Kriminalroman geschrieben. Wer einen 'Bomm-Krimi' liest, wird stets auch mit gesellschaftspolitischen Themen konfrontiert. Und er positioniert sich auch recht eindeutig - das sollte der Leser vorher wissen. Seine Geschichten hängen nie zeitlos im Raum, sondern sind an eine ganz bestimmte Aktualität gebunden und somit auch ein Stück Zeitgeschichte. Im vorliegenden Fall ist das Lokalkolorit etwas weniger ausgeprägt, was der Handlung allerdings nicht unbedingt schadet. Der Roman umfasst beeindruckende 560 Seiten, kann aber trotzdem die Leselust und vor allem die Spannung bis zum Ende halten. Die Protagonisten sind gewohnt intensiv gezeichnet - und Kommissar August Häberle ... ich mag ihn einfach! Meiner Meinung nach ein sehr guter Roman - meine differenzierte Bewertung: 4,5 Sterne.
Nachtrag: Sehr beeindruckend empfinde ich die Widmung im Vorspann des Romanes:
*Gewidmet allen, die bereit sind, sich aus den Fesseln festgefahrener Strukturen zu befreien und an einer neuen Zukunft zu bauen, die getragen ist von gegenseitiger Achtung, Wertschätzung und sozialer Gerechtigkeit. Misstrauen wir allen, die nur nach persönlicher Macht streben, sich von Habgier und verblendeten Ideologien leiten lassen, ohne die Menschenwürde und die Schöpfung zu achten. Unterstützen wir deshalb jene, die sich - getragen von demokratischen Kräften und begleitet von positiven Gedanken - mutig für eine Welt einsetzen, an der wir alle auf gleiche Weise teilhaben dürfen. Die Zeit dafür ist reif.*
[Reinhard Busse]