Arto Lindsays große Schwäche für brasilianische Musik hat seine nicht minder große Begeisterung für Noise allmählich in den Hintergrund treten lassen. Es sind vor allem die subtilen wie subversiven Qualitäten der lateinamerikanischen Klänge, die er nun vordergründigen Krachausbrüchen vorzieht. Das Ergebnis ist eine oberflächlich entspannt wirkende, tatsächlich aber hochkonzentrierte Musik, die jeden Moment droht, ihr freundliches Gesicht zu verlieren. Einige uneingeschränkt zarte Momente gibt es auch auf diesem Album, beispielsweise seine Version von Al Greens "Simply Beautiful". Seine eigenen Stücke, zum Teil Kollaborationen mit brasilianischen Stars, reichern das lateinamerikanische Musikvokabular mit fremden Einflüssen wie Drum 'n Bass an (z.B. in "Complicity"), ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Arto Lindsay hat eine höchst eigene musikalische Vision, in die seine dünne Stimme vorzüglich paßt.