XTC's entspannteste Platte. Hau-Drauf-Drummer Terry Chambers stieg am Anfang der Aufnahmen aus und wurde kurzfristig durch den eher filigranen Session-Drummer Peter Phipps ersetzt, was den überwiegend akustischen Songs so deutlich mehr Heimeligkeit (oder, wenn man es negativ sehen will; Rammdösigkeit) und Versonnenheit verlieh. Wem also XTC vorher zu nervös-neurotisch-überkandidelt erschien, könnte mit dieser Platte vielleicht glücklicher werden. Ähnlich entspannt, aber deutlich perfektionistischer gelang ihnen das unter Mithilfe von Todd Rundgren drei Jahre später mit "Skylarking". Dies ist also sowas wie die Blaupause davon.
Die Singles "Great Fire" und "Love On A Farmboy's Wages" sind hübsche Mitwippsongs, freundlich und nett. Der Rest scheint auf den ersten Blick (ähnlich) unspektakulär. "Deliver Us From The Elements" z.B. ist allerdings völlig überladen, "Funk Pop A Roll" und "Me And The Wind" sind sogar ein wenig richtungslos und überflüssig. Sehr hübsch und stimmungsvoll hingegen ist das von einem jazzigen Piano getragene "Ladybird". Auch das dubbige "Human Alchemy" funktioniert durch den großzügig eingeräumten Platz ganz wunderbar, und "Beating Of Hearts" ist durch die Zunahme von Streichern (Marke Indien) zumindest interessant. Moulding's "Wonderland" ist Geschmackssache. Mir ist es zu süßlich pluckernd.
Höhepunkte dagegen sind fast alle Bonustitel, ursprünglich B-Seiten der Singles (übrigens hatte die Do-7" von "Love On A Farmboy's Wages" die Form und den Aufdruck eines Portemonnais, d.h. beim Aufklappen wurden die Singles nach oben hin herausgenommen...), allen voran das schön shufflig schunkelnde "Desert Island". Auch das Beach Boysige "Toys" ist allerliebst, und "Jump" driftet fluffig und selbstzufrieden vor sich hin. Vielleicht hätte man die B-Seiten gegen diverse Album-Tracks austauschen sollen; dann wär das Album nicht nur besser, sondern auch in sich geschlossener geworden. Schade. Trotzdem ein schönes Album. Gerade noch 4/5.