Seit dem ersten Release von Super_collider war bereits klar, dass Christian Vogel mit Jamie Lidell einen der vielseitigsten und ausdrucksstärksten Vocalisten des neuen Jahrtausends für sich gewonnen hatte. Vergleiche mit Prince, Al Green, Michael Jackson und Sly Stone fielen damals bereits wie geschnitten Brot und treffen mit dem (zweiten) Solo-Album des ‚Enfant 1000 Volt' neuerdings auch auf die Musik zu. Produzierte Christian Vogel noch Warp-typische Song-Dekonstruktionen, so fügt sich Stimm-Raffinesse hier mühelos in R'n'B-Balladen, Funk-Rodeos und Midtempo-Soul. Geschliffen werden die Retro-Rohdiamanten mit subtiler Warp-Produktion und können in einer dieser wertvermittelnden Glasvitrinen ungezählte Jahre überdauern. Fast könnte man schon von einem dieser Glücksfälle sprechen, in dem sich Tradition und Zukunft im Jetzt treffen und diesen Punkt („2005") dauerhaft besetzen. Denn diesen musikalischen Aggregatszustand wird man laut Jamie Lidell so nicht mehr hören. Der muss weiter auf beiden Zeitachsen und auch live seine hiermit schwer empfohlenen, improvisierten Vocalloops-Schichtungen zu einem unabsehbaren Ende treiben. Inzwischen können wir aber sein Artefakt, seine Platte, auf unsre Handys laden und Gedankensonden und Tanzbeine hyperaktivieren.