Das Buch ist in einem erfrischenden Stil geschrieben und übersichtlich gegliedert. Es werden spannende Themen angesprochen, z.B. ob die MS etwas mit einem Zeckenbiss zu tun haben kann, wie man relativ einfach den weiteren Krankheitsverlauf einschätzen kann, ob jeder Schub mit Cortison behandelt werden sollte, welche naturheilkundlichen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, ob Schübe durch seelische Belastungen ausgelöst werden können usw. Geradezu spannend ist das Kapitel über die Ursache der MS und die jüngsten Diskussionen darüber, ob die Krankheit wirklich eine Autoimmunerkrankung ist.
Besonders viel gegeben hat mir jedoch der Teil des Buches, welcher der Therapie gewidmet ist. Viele Neubetroffene stehen vor der schweren Entscheidung, ob sie sich Betainterferone oder Copaxone spritzen sollen. Von ihren Neurologen werden sie oft geradezu unter Druck gesetzt und auch die Angehörigen drängen, nichts unversucht zu lassen und die Krankheit so rasch wie möglich zu bekämpfen.
Es tut gut, wie ruhig und sachlich Dr. Weihe dieses heiße Eisen" angeht und sehr nachvollziehbar begründet, warum mindestens zwei Drittel der Betroffenen ohne diese lästige und nebenwirkungsreiche Behandlung auskommen, wobei er eine ausgewogene Mittelposition zwischen der Schulmedizin" und der Naturheilkunde bzw. der Homöopathie einnimmt. Gerade deswegen ist das Buch jungen MSlern so dringend zu empfehlen.