Ein durch und durch systemisches Buch, welches man liest wie einen Garten, der zu jeder Jahreszeit gepflegt sein will.
Es wird in metapher-, beispiel- und nuancenreicher Weise berichtet (besser: erzählt), was einem in der Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen blühen, wie fruchtbar die Ernte sein kann, von welchen Gewohnheiten man Abschied nehmen muss und welche Probleme und Lösungen noch im Verborgenen liegen.
Mit diesem Band erhält man mehr als Gartengeräte zum Umgraben, Säen und Ernten.
Vielmehr werden Visionen eröffnet, interkulturelles Leben als unerlässlich anzuerkennen, ohne es einseitig zu problematisieren bzw. zu verklären.
In den diversen Kontexten beraterischer und therapeutischer Arbeit erhält man fundiert- recherchierte Praxisanleitungen und wird eingeladen, individuelle Lösungen in reflektierter Weise zu erforschen bzw. entdecken zu lassen.
Dem Autorentrio - selbst aus unterschiedlichen Kulturen kommend - ist es in hervorragender Weise gelungen, einen immer bedeutsamer werdenden Aspekt systemischer Arbeit ins Blickfeld zu rücken.
Die eingefügten Fotographien und Graphiken bereichern den Band ebenso wie auch die zahlreichen Beispiel aus der therapeutischen Praxis.
Nach der allgemeinen Einführung in die Thematik wird anhand der Erzählung „Sieben Täler" auf die diversen Kontexte multikultureller systemischer Arbeit eingegangen. Im dritten großen Abschnitt befassen sich dann Arist von Schlippe, Mohammed El Hachimi und Gesa Jürgens mit spezifischen Bereichen multikultureller, systemischer Arbeit.
Hierbei gehen sie auf bikulturelle Partnerschaften, Opfer politischer Verfolgung, Sucht, Erziehungs- und Schulprobleme sowie Schuldnerberatung, Medizin, Team- und Gruppenarbeit und schließlich Supervision ein.
Die immer wieder eingeflochtenen systemisch-therapeutischen Methoden zeigen die
Vielfältigkeit der Thematik ein.
Wer dieses Buch liest, wird seinen „kulturellen Garten" ganz neu anlegen müssen und
überrascht sein, wie bereichernd die Berücksichtigung der Kultur ist. Und so mancher wird
sich auch der spezifischen deutschen kulturellen Unterschiede zwischen den Bundesländern
und Regionen bewusster werden können.