Hua Mulans schwer kranker Vater weiß das genau. Aus diesem Grund hat er seiner Tochter von Klein auf die Kunst des Kämpfens beigebracht. Mulan(Zhao Wei) ist eine Meisterin des Kung Fu. Als jetzt die Wei-Armee Soldaten für den Krieg gegen die einfallenden Barbaren rekrutiert, müsste Mulans Vater eigentlich in den Krieg ziehen. Doch Mulan lässt nicht zu, dass ihr Vater auf dem Schlachtfeld zu Schaden kommen könnte. Sie verlässt das Dorf in der Nacht und meldet sich für ihn in die Armee. Dabei gibt sie sich als Mann aus. Dort unterwirft sie sich dem strengen Diktat der Soldaten und freundet sich mit Wentai(Kun Chen) an. Als die Barbaren angreifen, stellen sich Mulan und Wentai heroisch dem Kampf. Sie steigen zu Helden auf und werden im Lauf der Jahre zu Generälen der Wei-Armee. Der 12 Jahre dauernde Krieg gegen die Barbaren des grausamen Modu(Jun Hu) stellt dabei Mulans Seelenleben auf eine harte Probe. Sie darf niemandem ihre Angst zeigen und muss ihr Frau-Sein verstecken. Als Wentai bei einer Schlacht scheinbar tödlich verwundet wird, stürzt das Mulan in eine tiefe Depression. Aber gerade diese Zweifel am Krieg lassen sie gestärkt zurückkehren und dem Herrscher der Barbaren die Stirn bieten. Ein entscheidender Kampf um die Herrschaft des Graslandes beginnt...
Da ist sie also wieder: Die Geschichte Mulans, die ihren Ursprung in einem chinesischen Gedicht aus der Zeit der Wei-Dynastie(386-534 n.Chr.) hat. Ob diese Geschichte so, oder so ähnlich, jemals stattgefunden hat, ist fraglich. Als Filmstoff ist sie allerdings genial. Nicht umsonst hat Disney Mulan zwei Mal in Trickfilmform erfolgreich ins Rennen geschickt. Jetzt dürfen diejenigen, die sich als wahre Nachfahren der Hua Mulan fühlen dürfen, ihre Interpretation der Story den Filmzuschauern präsentieren. Die Shanghai Productions zeigen Mulan durch die Kamera von Jingle Ma, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Logisch, dass diese Mulan etwas anders aussieht, als ihre weit entfernte US-Version.
Mit jeder Menge Karma und chinesischer Tradition schickt Jingle Ma Hua Mulan ins Rennen. Aufwändig inszenierte Schlachtenszenen mit jeder Menge Statisten und hervorragend choreografierten Kampfszenen sind dabei herausgekommen. Die Schlachtenbilder sind am ehesten mit Kenneth Brannaghs Verfilmung -Heinrich V.- zu vergleichen. Da stimmt jede Bewegung und jedes taktische Manöver. Wenn Mulan auf ihrem Pferd Schwarzer Sturm an vorderster Front gegen die Barbaren reitet, trifft das den Kern der Legende vielleicht am Besten.
-Mulan - Legende einer Kriegerin- ist in allen Rollen hervorragend besetzt. Jingle Mas Kamera- und Regiearbeit sorgt dafür, dass der Film, was amerikanische und europäische Verhältnisse angeht, absolut wettbewerbsfähig ist. Die 113 Filmminuten werden dabei niemals langweilig.
Mir persönlich hat die Mulan Verfilmung Jingle Mas sehr gut gefallen, aber eine Kleinigkeit zu Meckern habe ich doch noch gefunden. Zum einen geht Zhao Wei in keiner Szene des Films als Mann durch, zu feminin und gutaussehend kommt dieser "junge Krieger" daher. Weiterhin empfand ich einen geringen Teil der Aufnahmen ein wenig arg heroisch; aber das ist sicherlich Geschmackssache. Alles in allem ist -Mulan - Legende einer Kriegerin- opulentes Bilderkino, das mit großer Sicherheit seine Zuschauer finden wird.