Der Film zeichnet ein einigermassen komplettes Bild mit den wichtigsten Ereignissen und Kämpfen im Leben Alis. Es gibt aber viele weit bessere Dokumentarfilme über Ali; "Muhammad Ali - Through the eyes of the world" ist da irgendwo in der Kategorie "unter ferner liefen" anzusiedeln. Die Idee, den Kommentar von unterschiedlichsten Personen sprechen zu lassen, welche Ali kennen, gegen ihn gekämpft haben, ihn betreut haben oder einfach von ihm beeindruckt sind, besticht eigentlich. Nur müsste die Auswahl einigermassen ausgewogen sein und nicht zu 90% aus Leuten bestehen, welche Ali verherrlichen und in den Himmel loben. (Die einzige wohltuende Ausnahme ist Mark Kram, Autor des Buches "Ghosts of Manila", welcher auch ein kritisches Licht auf Ali wirft). Durch den ganzen Film hindurch wird Ali wiederholt mit Gandhi, dem Propheten Mohammed oder Buddha verglichen und sogar auf gleiche Höhe wie Jesus Christus gestellt! Hallo? Bleibt auf dem Teppich, Leute! Ali war ein grossartiger Boxer, eine schillernde und charismatische Persönlichkeit und er hat durch seine Prinzipientreue und Standhaftigkeit im Glauben sicherlich einen (wenn auch oft überbewerteten) Beitrag bei der Mobilisierung gegen den Vietnamkrieg und in der Entwicklung eines Bewusstseins bei der afroamerikanischen Bevölkerung geleistet. Er war und ist aber auch eine sehr kontroverse, von Narzismus und Selbstüberschätzung gezeichnete Persönlichkeit, der seine Gegner ausserhalb und innerhalb des Rings oft mit unfairen und verwerflichen Methoden bekämpft hat. Wie er mit Floyd Petterson oder Ernie Terrell, insbesondere aber mit seinem Erzrivalen Joe Frazier umgesprungen ist, spottet jeder Beschreibung. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Ich bin ein grosser Ali Fan und kann mich seinem Bann auch nicht entziehen. Eine einseitige Glorifizierung und Heiligsprechung, wie sie dieser Film vornimmt, wird der aussergewöhnlichen und facettenreichen Persönlichkeit des Muhammad Ali aber in keiner Weise gerecht.