In Deutschland ist Nick Tosches ein weitgehend Unbekannter, in den USA gilt er als Kultautor. "Muddy Waters isst selten Fisch", eine Auswahl aus dem 600seitigen "Nick Tosches Reader", wäre die Gelegenheit gewesen, diesen exzellenten Stilisten einem größeren Publikum vorzustellen. Diese Chance ist verpasst: Die zum Teil miserablen Übersetzungen quälen Tosches' lässige Eleganz zäh und unbeholfen ins Deutsche, und im Nachwort schwurbelt ein gewisser Franz Dobler im Stil eines Sechzehnjährigen über Tom Waits und sich selbst (!), statt etwas Substantielles über Tosches zu erzählen. Traurig, traurig.