Almut Baumgarten gelingt es mit ihrem Märchen, das Spannungsfeld der kindlichen (und erwachsenen) Sehnsucht nach Freiheit und Geborgenheit darzustellen. Die Sprache ist einfach und klar. Der feinsinnige Humor der Autorin blitzt immer wieder durch und macht das Lesen nicht nur der schoenen Sprache wegen zu einem grossen Vergnuegen.
Wir befinden uns innerhalb eines funktionierenden sozialen Umfelds einer kleinen Stadt irgendwo in Deutschland. Mit wenigen Sätzen malt Almut Baumgarten eingangs die Geborgenheit der häuslich-familiaeren Routine einer ganz normalen Familie. Und mit genauso wenigen Worten ist plötzlich alles anders: Alle Menschen sind ueber Nacht in eine Art Dornroeschenschlaf gefallen, ausser der Protagonistin, K.
Die ist fast 9 Jahre alt und plötzlich mit einer Situation der Einsamkeit konfrontiert die mich an jene der Heldin in Marlen Haushofer's Roman "Die Wand" erinnert. Und genau wie diese gibt K sich nicht der Verzweiflung hin, sondern geht unverdrossen und mit einer kindlichen Naivitaet mit der unerwarteten, einerseits willkommen, andererseits ein wenig beunruhigenden Freiheit um.
Die Aufloesung laesst angenehm Raum fuer Fantasie und loest bei mir wohlige eigene Kindheitserinnerungen aus.
Ein lesenswertes Buch. Fuer Kinder und Erwachsene.