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Muße: Vom Glück des Nichtstuns [Gebundene Ausgabe]

Ulrich Schnabel
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

8. Dezember 2010
Wir suchen, brauchen und fürchten sie: die Kraft der Muße

Haben Sie heute schon Däumchen gedreht und an die Wand gestarrt? Und dabei an nichts Bestimmtes gedacht? Falls nicht, so holen Sie es bitte bald nach. Für Gewissensbisse gibt es keinerlei Grund. Denn: Muße ist zur bedrohten Ressource geworden. Die Beschleunigungsgesellschaft mit ihrem Arbeitsdruck und dem Zwang zur permanenten Kommunikation lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Dabei haben Gehirnforscher und Psychologen längst herausgefunden, wie wichtig Phasen absichtslosen Nichtstuns sind. Sie fördern nicht nur die Regeneration und stärken das Gedächtnis, sondern sind auch die Voraussetzung für Einfallsreichtum und Kreativität. Große Ideen brauchen vor allem eines: Zeit und Muße. Isaac Newton kam der zündende Einfall zu seiner Gravitationstheorie im Garten, als er versonnen einen Apfel betrachtete. Descartes philosophierte am besten im Bett. Doch von solch kreativen Auszeiten können die meisten heute nur träumen. Ulrich Schnabel beschreibt die Ursachen der allgemeinen Zeitnot, zeigt uns, wo wir auch heute noch Inseln der Muße finden können, und bietet eine Fülle von konkreten Anregungen und Tipps für alle, die dem permanenten Drang zur Beschleunigung widerstehen wollen.

• Von John Cage über John Lennon bis zu Britta Steffen.
• Konkrete Tipps zu einem sinnvollen Umgang mit der Informationsflut.
• Spektakuläre Psycho-Versuche unter Tage: Was denken und fühlen wir, wenn wir lange
allein sind?


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Muße: Vom Glück des Nichtstuns + Von der Gelassenheit + Von der Seelenruhe / Vom glücklichen Leben / Von der Muße / Von der Kürze des Lebens
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Blessing; Auflage: 1. (8. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 389667434X
  • ISBN-13: 978-3896674340
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 85.774 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Ulrich Schnabel, geboren 1962, studierte Physik und Publizistik in Karlsruhe und Berlin und ist Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. 1997 veröffentlichte er bei Rowohlt zusammen mit Andreas Sentker: »Wie kommt die Welt in den Kopf. Reise durch die Werkstätten der Bewusstseinsforscher«. Ulrich Schnabel schrieb in der ZEIT und in GEO viel beachtete Artikel über Religion und Bewusstseinsforschung und wurde 2006 mit dem »Georg von Holtzbrinck-Preis« für Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet. Drei Jahre später veröffentlichte er bei Blessing: "Die Vermessung des Glaubens". Es wurde von "Bild der Wissenschaft" als "Wissenschaftsbuch des Jahres 2009" ausgezeichnet. Im Oktober 2010 erhält Schnabel ferner den Werner und Inge Grüter-Preis für Wissenschaftsvermittlung.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

VORWORT FÜR EILIGE
Sie können dieses Buch auf zwei Arten lesen: Sollten Sie das Gefühl haben, keine Zeit verschwenden zu dürfen, dann drehen Sie es einfach um und beginnen vom Ende her. Dort finden Sie kurz und bündig die wesentlichen Thesen und Tipps zusammengefasst, quasi als Hand-out für eilige Manager, die auf ihrem gehetzten Weg zum nächsten Flughafen / der Beförderung / dem Burn-out schnell nachlesen möchten, weshalb Tempo sie nicht immer weiterbringt und Nichtstun manchmal von unschätzbarem Wert ist. Sollte Ihnen dieser Gedanke allerdings einleuchten, dann lesen Sie dieses Buch lieber auf die althergebrachte Art - von vorn nach hinten. Erstens verpassen Sie sonst viele denkwürdige Beispiele und Anekdoten; zweitens geben Sie Ihrem Gehirn Zeit, das Gelesene wirklich aufzunehmen; und drittens praktizieren Sie damit bereits das, was dieses Buch propagiert: die Kunst, sich Zeit zu nehmen und sich nicht hetzen zu lassen (nicht einmal von sich selbst). Auf diese Weise können Sie auch die Erfahrung machen, dass dieses Buch mehr ist als nur eine Art geistiger Bildschirmschoner, der das Durchbrennen Ihrer gestressten Mattscheibe verhindert. Im besten Falle kann es zum Treibsatz und Kreativitätsverstärker Ihrer eigenen Einfälle werden, und wenn Sie dabei auf bessere Gedanken kommen als jene, die der Autor hatte, dann hat es seinen Zweck mehr als erfüllt.
Wenn Sie allerdings am Ende das Buch entspannt aus der Hand legen und feststellen, dass Sie gar keine neuen Regeln und Leitsätze brauchen - umso besser. So oder so wünsche ich Ihnen bei der Lektüre viel Vergnügen.
Ulrich Schnabel

Einführung:
Eine Diät fürs Denken
Reden wir nicht lange drum herum, sondern kommen wir gleich zum Wesentlichen.
Kleinen Moment mal eben, hier klingelt gerade mein Handy — So, da bin ich wieder. Also: In diesem Buch geht es darum, dass wir ständig abgelenkt werden vom Wesentlichen, also von dem, äh, was uns eigentlich wichtig…
— Sorry, der Postbote an der Tür .
Wo waren wir? Ach ja, beim Dings, dem Wesentlichen. Jedenfalls, weil wir nämlich permanent online und total vernetzt sind und ständig unterbrochen. Halt, da blinkt eine eilige Mail, nur kurz checken. — Tschuldigung. Also, weil wir ständig unterbrochen werden, deshalb fällt es uns in Ruhe so schwer, nein, pardon: Deshalb fällt uns die Ruhe so schwer, also genauer gesagt die Konzentration, also die, ähm, Aufmerksamkeit. Moment, was war noch mal das Thema?
Das Wesentliche. Haben Sie auch das Gefühl, dass es Ihnen ständig durch die Finger flutscht? Dass die größte Kraft in Ihrem Leben die Zerstreuung ist? Geht es Ihnen ähnlich wie uns Journalisten, die sich allmorgendlich in die Nachrichtenflut stürzen, durch Hunderte von E-Mails pflügen, die googelnd und klickend durchs Netz tauchen, beim Luftschnappen schnell mal telefonieren und sich abends erschöpft fragen, was sie eigentlich den ganzen Tag so getan haben? Dann gibt es zumindest einen Trost: Sie sind nicht allein.
Denn der Zustand permanenter Zerstreuung breitet sich in unserer Gesellschaft aus wie ein ansteckendes Grippevirus. Wir leiden an Reizüberflutung und dem Gefühl ständiger Überforderung — und gieren doch nach schnelleren Datenleitungen und noch leistungsfähigeren Handys; wir sind permanent online und allzeit erreichbar — und haben ständig Angst, etwas zu verpassen und abgehängt zu werden; wir fühlen, wie unsere Zeit immer knapper wird, und sehnen uns nach Muße — und fürchten zugleich nichts so sehr wie das Nichtstun und die Langeweile.
Vor hundert Jahren hätte man uns vermutlich alle als Neurastheniker diagnostiziert, als nervenmüde Zeitgenossen, die in einem wahnhaften Aktionismus gefangen sind, der sie ständig vorwärtspeitscht — und doch nie bei sich selbst ankommen lässt. Und ähnlich wie am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert Gesellschaftstheoretiker ein »Zeitalter der Nervosität« anbrechen sahen, leben wir heute in der Epoche der rasant zunehmenden Aufmerksamkeitsstörungen. Wie sehr das Leiden an der Ruhelosigkeit verbreitet ist, belegt jede entsprechende Umfrage: Als etwa 2009 das Meinungsforschungsinstitut Allensbach die Deutschen fragte, was sie an ihrem Charakter am liebsten verändern würden, wünschten sich die meisten ebenso schlicht wie verzweifelt, sie wären gern »viel ruhiger«1. Laut Forsa empfinden 67 Prozent der Mitbürger die »ständige Hektik und Unruhe« als den größten Auslöser von Stress, und bei den guten Vorsätzen zum neuen Jahr stehen ganz obenan die Wünsche »Stress zu vermeiden« und »mehr Zeit für Familie und Freunde« zu haben.
Diese Wahrnehmung des ständigen Getriebenseins ist beileibe keine deutsche Spezialität. Auch europaweite Erhebungen belegen, wie sehr sich die Menschen gehetzt fühlen. Inzwischen sind es schon knapp 50 Prozent der Befragten, die angeben, mindestens die Hälfte ihrer Zeit »sehr schnell« arbeiten zu müssen. Und bei jeder neuen Studie klagen mehr Menschen über ein zu hohes Arbeitstempo und eng gesetzte Termine.
Es ist keine Übertreibung zu sagen: Für die Mehrheit ist das Leiden an der Zeitnot das größte Übel der modernen Gesellschaft. Egal ob Selbstständige oder Angestellte, Manager, Politiker oder Wissenschaftler — alle eint das Gefühl, permanent unter Druck zu stehen, an Quartalsbilanzen, Umfragewerten oder Produktionssteigerungen gemessen zu werden und sich keine Atempause gönnen zu dürfen. Statt in unserer jeweiligen Handlung aufgehen und im besten Falle den Flow, den Rausch des konzentrierten Schaffens erleben zu können, fühlen wir uns zunehmend fahrig, fremdgesteuert und irgendwie nur halb anwesend. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind nicht nur die Ruhe zum Nachdenken und die Fähigkeit zum konzentrierten, effektiven Arbeiten, sondern etwas viel Grundsätzlicheres: das Erleben der Gegenwart und damit die Wertschätzung unseres Lebens selbst, das immer nur im Jetzt stattfindet und nie in der Erinnerung an Gestern oder der Planung von Morgen.
Dass der Mensch nicht nur vom ehrgeizigen Tun lebt, haben im Lauf der Jahrhunderte viele kluge Köpfe erkannt; auch die Religionen betonen immer wieder den Wert jener Zeiten, die nicht allein dem Broterwerb gewidmet sind. Doch obwohl moderne Forschungsergebnisse diese jahrhundertealten Weisheiten mittlerweile eindrucksvoll bestätigen, haben wir es inzwischen weitgehend verlernt, »der Muße zu pflegen«, wie das in früheren geruhsamen Zeiten einmal hieß. Und dieser Mangel durchzieht alle Lebensbereiche.
Denn wir leben, wie Soziologen diagnostizieren, in einer »Beschleunigungsgesellschaft«, in der das Gefühl des Gehetztseins zum Dauerzustand geworden ist; Leistung wird über alles gestellt, das Nichtstun, der nicht zweckorientierte Müßiggang, gilt als unproduktiv und Verschwendung von (Lebens-)Zeit.
Die Folgen dieser Haltung werden einem oft erst bewusst, wenn es zu spät ist. Als etwa Arend Oetker, einer der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands, gefragt wurde, was der »kapitalste Fehler« seines Lebens gewesen sei, antwortete der Wirtschaftsboss ebenso schlicht wie erschütternd: »Zu wenig Zeit für Freunde«. Und als er angeben sollte, welchen »völlig überflüssigen Luxus« er sich gern gönnen würde, träumte Oetker davon, »in Muße die Natur zu erleben« und im Garten seines Elternhauses »zu beobachten, wie sich die Bäume im Badeteich spiegeln.«
An der Unfähigkeit zur Muße leiden aber nicht nur erfolgreiche Manager, die im Hamsterrad der Geschäftigkeit stecken, sondern paradoxerweise auch jene, die ihre Arbeit verloren haben, die Ausgesonderten, Erwerbslosen, Zwangsentschleunigten. Sie haben plötzlich ein Übermaß an freier Zeit vor sich — Zeit allerdings, die ihnen nun leer, entwertet, unbrauchbar erscheint. Denn in einer Leistungsgesellschaft, die das Wachstum, den Konsum und die persönliche Erlebnismaximierung feiert, wird das Nichtstun zum bitteren Genuss.
So beginnt uns allmählich zu dämmern, dass wir für das ständige Gehetztsein und die Logik des...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer klug ist, tut öfter nichts 12. Dezember 2010
Von Peter Steiner TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein schönes und notwendiges Buch in diesen hektischen Zeiten. Denn wenn uns klar wird, dass wir, je mehr wir tun, desto weniger bekommen, weil wir uns damit selbst überfordern und uns so um den wahren Genuss bringen, dann erst können wir zu einer ganz neuen Lebensart finden: Einer entspannteren, kreativeren und beglückenderen. Im Leben geht es eben weniger um Quantität, wie wir oft meinen, sondern viel mehr um Qualität. Und wer das verstanden hat, der tut eben weniger, aber das dafür besser und mit mehr Freude.

Grundlage dafür ist das Nichtstunkönnen. Denn wenn wir nichts tun, ordnet und klärt sich unser Geist und unser Gehirn. Und so ist Nichtstun eigentlich sich selbst Gutes tun. Ulrich Schnabel erklärt dies in seinem Buch auf sehr schöne und einleuchtende Weise - auch wenn er dafür vielleicht einen ein bisschen sehr wissenschaftlich-nüchternen Ton anschlägt, z.B. sagt er: "Befreit vom Input, kann das Gehirn gewissermassen in sich selbst spazieren gehen, frische Verbindungen zwischen Nervenzellen knüpfen und so neue Zusammenhänge zwischen gespeicherten Fakten herstellen. Auf diese Weise entstehen ganz von selbst neue Gedanken und, wenn wir Glück haben, auch unerwartete Geniestreiche."

Zur Ruhe kommen können ist also einer der wesentlichen Schlüssel zum Glück und zum Fortschritt. Wer seine Hirnwindungen permanent auf Trab hält, überfordert es und sorgt dafür, dass es nur noch in starren Schemen und Mustern agiert. Wahre Lebenskunst hat schon immer aus der richtigen Balance zwischen Aktivität und Ruhe bestanden, zwischen Kreativität und Nichtstun - da entsteht das Leben, das einen selbst immer wieder überrascht.

Die Tipps, die Ulrich Schnabel uns gibt, mögen manchmal ein wenig banal klingen, aber sie sind ein Anfang. Der beste Weg führt irgendwann zur Meditation, der absoluten perfekten Kunst des Nichtstuns. Das ist die Krönung und eröffnet uns völlig neue Sichtweisen und Welten. Wir sitzen dann da und fragen uns: "Wie konnten wir früher nur bei diesem wahnhaften Aktionismus mitmachen?" "Was hat uns so sehr in die Irre geführt?", "Wie konnten wir übersehen, was immer da war?"

Die besten Erkenntnisse kommen tatsächlich wie aus dem Nichts.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein notwendiges Buch 14. Juli 2011
Von R. Ritter
Format:Gebundene Ausgabe
Ulrich Schnabel hat ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit geschrieben.

Eigentlich weiß ja jeder, dass man sich ab und zu Auszeiten gönnen sollte. Man weiß, dass Mußestunden ausgeglichener machen und dem Leistungsstress entgegenwirken. Wozu also ein Buch darüber lesen?
Wäre das wirklich alles, was man hier erfahren würde, dann könnte man sich Schnabels Buch auch sparen. Aber zum Glück ist dem nicht so!

Denn die interessanteste Frage lautet doch: Warum gelingt es uns nicht, diese recht simple Erkenntnis in die Tat umzusetzen?
Die Antworten, die der Autor auf diese Frage findet, sind sehr einleuchtend! Sie ermöglichen es dem Leser, die wahren Ursachen der ständigen Hetze und Rastlosigkeit unserer heutigen Zeit zu entdecken. Man versteht endlich, warum es der Einzelne in unserer Gesellschaft so schwer hat, sich gegen den Druck der allgegenwärtigen Beschleunigung zur Wehr zu setzen. Was ist es eigentlich, das uns daran hindert, mal einen Gang runterzuschalten?

Die Antwort: Eine Kombination verhängnisvoller Faktoren.
Zum einen wäre da der technische Fortschritt, der die meisten Abläufe des Alltags immer schneller macht. Seltsamerweise hat das nämlich nicht zur Folge, dass wir die "eingesparte" Zeit zum Müßiggang verwenden. Stattdessen eröffnen sich uns unzählige neue Möglichkeiten zur Beschäftigung: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Auswahl wird immer größer, wir können uns aber nur für EINES entscheiden. Weil wir uns damit auch GEGEN alle anderen Optionen entscheiden müssen, entsteht das Gefühl, das meiste zu verpassen. (Opportunitätskosten) Die Folge: Wir versuchen so viel wie möglich in unserem Zeitplan unterzukriegen!
Hinzu kommen die Informationsflut und die ständige Erreichbarkeit. Alle paar Minuten gibt es etwas neues, das unsere Aufmerksamkeit bindet und uns ablenkt. Ein wichtiger Punkt ist sicher auch die Tatsache, dass sich viele Leute nicht mit der Sinnfrage auseinandersetzen. Wer nie darüber nachgedacht hat, was wohl der Sinn seines Lebens sein könnte, dem fällt es schwerer Prioritäten zu setzen. Je mehr Entscheidungen man fällen muss, desto mehr sollte man fähig sein, wichtig von unwichtig zu unterscheiden. Transzendenzerfahrungen und/oder die Beschäftigung mit der eigenen Sterblichkeit könnten den Menschen helfen herauszufinden, was sie eigentlich wollen und wofür es sich lohnt die begrenzte Zeit einzusetzen. Dummerweise sind es gerade diese Dinge, die immer mehr verdrängt werden und für die man "keine Zeit hat".
Neben vielen weiteren Ursachen für die Ruhelosigkeit unserer modernen Gesellschaft hat mich besonders diese fasziniert: Unser Umfeld lässt es mittlerweile schlicht nicht mehr zu, wenn sich einer aus der allgemeinen Hetzerei verabschieden will! Wer unter lauter Beschleunigern auf einmal langsamer wird, muss mit Irritation und Unverständnis rechnen. Es kostet Energie und Überwindung sich dagegen durchzusetzen. Deshalb schaffen es nur so wenige! Zwar ist Muße angenehm und erholsam, aber das Erreichen selbiger wird immer aufwändiger. Es erfordert Willenskraft und die Fähigkeit "nein" zu sagen, um dem Drängen der Außenwelt zu widerstehen.

Zum Glück gibt der Autor hilfreiche Tipps, wie man verhindern kann in all diese Fallen zu tappen. Das Buch enthält eine kurze Anleitung zur Atemmeditation, ein ganzes Kapitel über berühmte/begabte große Müßiggänger, die "Odysseus-Strategie" und jede Menge weitere Tricks...

Ulrich Schnabel hat hervorragend recherchiert und ist deshalb in der Lage, uns Leser umfassend über die Muße und ihre Vorteile zu informieren. Was ist Muße überhaupt? Wie wirkt sie sich auf unsere psychische Gesundheit aus? Was passiert mit uns, wenn wir sie vernachlässigen?
Ergebnisse wissenschaftlicher Studien, Fallbeispiele und Anekdoten... Man lernt eine Menge!

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Nicht nur Gestressten - allen!

Das letzte Wort hat der Autor (S. 227):
"Statt ständig zu fragen, was eine bestimmte Aktivität für unser Fortkommen, unser Bankkonto oder unser Ansehen bringt, können wir diese Logik genauso gut umdrehen und die Frage stellen, inwiefern uns die Karriere, das Konto oder das Ansehen hilft, unser Leben im Hier und Jetzt zu genießen."
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38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Schon in seinem 2008 erschienenen und seit kurzem bei Pantheon auch als Taschenbuch erhältlichen Buch "Von der Vermessung des Glaubens" hat sich der ZEIT -Journalist Ulrich Schnabel mit einer anspruchsvollen Sprache essayistisch einem nicht-materialistischen Phänomen genähert.
In diesem Buch wollte er verstehen, was es mit dem Glauben auf sich hat und seinen Lesern zu einem besseren Verständnis ihrerseits verhelfen. Er erzählte von persönlichen Erfahrungen und von faszinierenden Begegnungen mit verschiedenen Menschen, von denen er etwas über den Glauben lernte im Rahmen seiner Recherchen.

Sein neues Buch befasst sich mit einem Thema, das in den Traditionen des Glaubens durchaus umstritten gesehen wurde. Es geht um Muße. Einerseits notwendige spirituelle Haltung, andererseits unter dem Verdacht stehend, den Menschen zur Faulheit zu verführen und ihn von seinen Aufgaben abzulenken.

Tatsache ist, dass der heutige Mensch ein Gehetzter ist bis in seinen Schlaf hinein. Enormer Arbeitsdruck bei denen, die Arbeit haben und der Zwang zu fast permanenter Kommunikation haben den Menschen zu einem Wesen gemacht, das nicht mehr zur Ruhe kommt. Der meiste Stress durch Handy, Email etc. ist selbstgemacht und dennoch schafft es kaum jemand, sich dem zu entziehen. Die Folge sind Menschen, die krank werden, unglücklich und immer weniger wirklich leistungs- und lebensfähig. Denn, so Schnabel, das haben die Gehirnforscher und Psychologen herausgefunden: das Nichtstun, die Muße fördern nicht nur die Regeneration und stärken das Gedächtnis, sondern sie sind nachgerade die Voraussetzung für alles, was unter Kreativität und Innovation verstanden wird.

Erst recht, wenn es um so etwas wie Spiritualität geht, wenn es darum geht, die eigene Mitte zu finden, dem Sinn des eigenen Lebens auf die Spur zu kommen, Leid zu ertragen, einfach glücklich zu sein.

Die Philosophen und Glaubenslehrer wissen das schon seit langem. Sie kommen in Schnabels Buch auch ausreichend zu Wort. Seinen Fokus allerdings legt er einerseits auf die Darstellung der neueren schon erwähnten Forschungen und andererseits auf eine Fülle von Hinweisen, wie man dem Drang zum immer Mehr etc. entgegenwirken und widerstehen kann.

Ein wichtiges Buch, das seine Leser animieren kann, mit der Hetze in ihrem Leben anders umzugehen, ein Buch, das dazu einlädt, sich selbst kleine Inseln der Muße zu schaffen und sie zu pflegen und zu hegen.
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5.0 von 5 Sternen absolut zu empfehlen
dieses produkt ist 1a und absolut zu empfehlen. preis leistung stimmt auf jeden fall von daher ein kauf, den sie nicht bereuen werden!
Vor 3 Monaten von Stefan Marxer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen musse
ein ganz tolles und besonderes buch, vor allem fuer menschen, die nicht aufhoeren koennen zu denken..... Lesen Sie weiter...
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