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Kundenrezensionen

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am 18. März 2012
Ich habe das Buch in den letzten Tagen regelrecht verschlungen, allerdings auf Englisch. Ich gehe einfach einmal davon aus, daß die deutsche Übersetzung gut ist...!
Übrigens würde ich die Hauptperson, Major Ernest Pettigrew, durchaus nicht als verbohrten Eigenbrötler beschreiben, wie es im Kurztext von Amazon zu lesen ist. Er ist ein zurückgezogen lebender Witwer, den der plötzliche Tod seines jüngeren Bruders zunächst aus der Bahn wirft.
Mehr durch Zufall lernt er in diesem Moment die ebenfalls verwitwete Ladenbesitzerin Mrs. Ali näher kennen, die ihm eine verständnisvolle, kluge und gewitzte Freundin wird. Die Zuneigung der Beiden wird jedoch argwöhnisch beäugt von den Dorfbewohnern, den Freunden des Majors und erst recht von seiner eigenen Verwandtschaft...
Major Pettigrew, der perfekte Gentleman, muß sich fragen, was am wichtigsten ist: Familie, Konventionen, oder Liebe?
Dieses Buch über die Überwindung kultureller Unterschiede läßt einen nachdenken, aber auch lachen, denn Major Pettigrew ist ein Meister des trockenen, englischen Humors!
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am 2. Mai 2012
per Zufall bin ich auf das Buch gestossen und ich bin verzaubert von der Sprache, dem Tiefgang und dem Witz dieser Geschichte. Mehr kann ich nicht sagen, ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.
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am 2. November 2012
KLAPPENTEXT:
Seit dem Tod seiner Frau sucht Ernest Pettigrew die Ruhe und hält sich an das, was ihm im Leben immer weitergeholfen hat: Höflichkeit, Pflichterfüllung und eine richtig zubereitete Tasse Tee. Seinem aufgeblasenen Sohn, der ihm fremd geworden ist und für dessen Verhalten er sich ständig schämt, geht er, wo er nur kann, aus dem Weg. Und auch von der aufgeregten Fürsorge seiner Nachbarinnen hält er sich fern. Früher war alles besser, seufzt Ernest sich daher in den Bart. Jeder kannte seinen Platz und stellte die Ordnung nicht in Frage. Ausgerechnet die begerzte Jasmina, Besitzerin eines Lebensmittelladens, bringt die starren Ansichten des Eigenbrötlers ins Wanken. Als die beiden sich näherkommen, löst diese ungewöhnliche Leidenschaft großes Unverständnis in ihrer Umgebung aus.

AUTORIN:
(Quelle: Droemer Knaur)
Helen Simonson ist in East Sussex / England geboren und aufgewachsen. Nach dem Abschluss an der London School of Economics hat sie lange in der Werbung gearbeitet. "Mrs. Alis unpassende Leidenschaft ist ihr erster Roman, den sie in den wenigen Stunden, die ihr als Hausfrau und Mutter blieben, schrieb. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Washington D.C.

EIGENE MEINUNG:
"Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" ist eine der schönsten und vor allem charmantesten Liebesgeschichten, die ich jemals gelesen habe.
Dafür verantwortlich ist vor allem der Protagonist des Romans: Major Pettigrew. Als Gentleman und Vertreter der alten Schule,- eingeschlossen all ihrer Höflichkeiten und Konventionen-, passt er hervorragend in das Setting des Romans: ein kleines Dorf in England, das scheinbar unberührt von neumodischen Dingen, verträumt und harmonisch vor sich hin lebt. Doch der Schein trügt, denn weder die Moderne, noch der allgemeine Drang, den eigenen Willen durch zu setzen, machen vor Edgecomb St. Mary halt. Ein Wirbelsturm von Umbrüchen, in Form eines Amerikaners und eines traditionellen Balls, der jedoch eher zu einer Maskerade auf allen Linien wird, bricht über das kleine Örtchen herein. Schnell gerät auch der Major in Angelegenheiten, von denen er sich eigentlich lieber fern gehalten hätte. Doch manchmal muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss ...
Major Pettigrew habe ich sofort in mein Herz geschlossen, auch wenn ich mir fast sicher bin, dass ich in der Realität Schwierigkeiten mit seinen eher spiesigen Ansichten hätte. Immer wieder lässt ihn Autorin Helen Simonson Erfahrungen mit der modernen Welt machen, die sie in sarkastische Geschichten und wundervoll, warmherzige Aussagen verpackt. Major Pettigrew hat einen Blick auf verschiedene Dinge, die von wunderbarer Klarheit sind und den Leser dazu bringen vielleicht selbst die Augen ein Stück weiter zu öffnen, oder sie aus einer anderen Persepktive auf Dinge oder Menschen zu richten.
"Das ersparte ihnen nicht nur ein Übermaß an Sahnesauce, sondern auch den muffigen Charme der Kellnerinnen, die allesamt aus dem Reservoir unmotivierter ortsansässiger Schulabgängerinnen stammten und sich eine aus unterdrückter Wut bestehende Grundstimmung zum Markenzeichen gemacht hatten. Viele von ihnen schienen an einer Krankheit zu leiden, die Löcher im Gesicht hinterließ. Erst nach einiger Zeit hatte der Major heruasgefunden, dass die jungen Frauen laut Clubstatuten sämtlichen Schmuck abzulegen hatten und die Löcher ihrer Zierde beraubte Piercings waren."
Ohne es zu wissen und eigentlich mit ganz ernsten Absichten, sprüht seine Figur vor Witz, weswegen er von Mitmenschen oft wegen seines trockenen Humors gelobt wird. "`Hör zu, Dad, ich wollte dir nur schnell eine aufregende Neuigkeit erzählen. Sandy und ich haben im Internet ein Cottage gefunden, das für uns in Frage kommt.Ž`Im Internet? Sei bloß vorsichtig, Roger. Ich höre ständig, dass es da nur Betrug und Pornographie gibt.Ž"
Des Majors ewige dunkle Wolke vor dem Sonnenschein seines ruhigen Lebens ist sein Sohn Roger. Arrogant, egozentrisch und völlig ungeniert, wenn es darum geht sich im Sinne seiner Karriere irgendwo anzubiedern, geht er nun auch noch eine Beziehung zu einer Amerikanerin ein, zu der er noch nicht mal den gebührenden Abstand einhält, der in der ersten Zeit des Kennenlernens angebracht ist. Die Leben und Eigenschaften der beiden Männer sind so unterschiedlich, dass es kaum zu glauben ist, dass sie zu einer Familie gehören. Doch nicht nur der Major fragt sich, wie es dazu kommen konnte. Es gefällt mir ausgesprochen gut, dass die Autorin dem Leser dort Freiraum gibt, slebst ein Urteil zu fällen, oder sich Gedanken zu machen, wie Roger wohl zu seinen Charaktereigenschaften gelangt ist. Auch mit dieser scheinbar amerikanischen Lebensweise, die Roger für sich gewählt hat, kann Pettigrew so gar nichts anfangen. " `Roger hat ein Auge für gutes DesignŽ, sagte Sandy. `Er könnte glatt als Innenarchitekt durchgehen.Ž Roger lief rot an. ` Wirklich?Ž , fragte der Major. ` Das ist aber eine schwere Anschuldigung.Ž"
Und obwohl der Major auch so seine eigenen und sehr strengen Ansichten zur Liebe hat, kann er nicht anders, als die sehr sympathische Nachbarin Mrs. Ali, Besitzerin eines kleinen Ladens, zu hofieren. Gemeinsame Lesestunden, das Interesse an Kipling und ihre guten Umgangsformen lassen sein Herz in ihrer Nähe höher schlagen. Selbst dann noch, als ihre pakistanische Familie in größte Aufruhr gerät.
" ` In Liebesdingen sind alle Menschen gleich Ž, wandte der Major ein. ` Ein kompletter Mangel an Impulskontrolle verbunden mit kompletter Kurzsichtigkeit.Ž"

FAZIT:
"Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" ist ein wundervoller Roman, der nicht nur mit einer zarten Liebesgeschichte, sondern auch fantastisch kreierten Charakteren zu begeistern weiß. Eine Geschichte, in der es nur so von Vorurteilen und verstockten Konventionen wimmelt, die auf sehr sarkastische Art und Weise und mit Hilfe eines niveauvollen und wunderbaren Humors aufs Korn genommen werden und den Leser nicht nur zum Mitdenken anhält, sondern auch ausgesprochen vergnügliche Lesestunden bescheren.
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am 26. Juni 2012
Dieses Hörbuch ist absolut entzückend! Die (reife, wie hier mehrfach geschrieben wurde) Liebesgeschichte zwischen Mrs. Ali und Major Pettigrew hat mich sofort gepackt, Reinhard Kuhnert "verkörpert" den Gentleman einfach perfekt.
Gegen Ende wird's noch einmal recht dramatisch, diese Wendung hätte es für mich nicht gebraucht, aber trotzdem hatte ich insgesamt sehr vergnügliche Hörstunden!
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am 22. Oktober 2012
Der Major ist einsam: Frau tot, Bruder tot, der Sohn ein geistloser Banker. Wie soll da ein Gentleman alter Schule noch das Leben genießen? Wenn da nicht eines Tages Mrs. Ali vor der Tür stände. Sie ist Pakistanin, interessiert sich wie er für Literatur und besitzt den örtlichen Dorfladen. Und genau da liegt das Problem. Wie soll er eine solche Frau in die gehobene Gesellschaft einführen? Nimmt man denn eine Geschäftsfrau mit auf den feinen Ball? Ist sie nicht sowieso ein wenig zu exotisch für das ruhige, britische Leben, das er eigentlich führt?
Es geht nicht so sehr um die Liebe, als um die Frage, nach welchen Regeln wir eigentlich leben wollen. Wer den Nachbarn auf den Schlips tritt, lebt nicht mehr so unbeschwert. Aber vielleicht glücklich. Auch wenn man für dieses Glück auch mal von alten Frauen mit Stricknadeln bedroht wird...
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am 9. November 2012
Trotz des unpassenden Titels habe ich das Hörbuch gekauft und bin begeistert. Der diskrete englische Humor ist einfach köstlich. Ein wunderbares Buch das ich nur aus vollem Herzen empfehlen kann. Hier auch ein Kompliment an den Sprecher Reinhard Kuhnert. Fabelhaft!
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am 17. April 2012
Was den Inhalt und die Kritik am Titel der deutschen Übersetzung anbelangt, möchte ich meinen VorrezensentInnen zustimmen. Mrs. Alis Innenleben bleibt weitestgehend verborgen. Dafür kann man sich umso mehr an Mr. Pettigrews Gedanken, Gefühlen und vorallem wunderbarem Sprachwitz erfreuen.
Diese Liebesgeschichte ist für mich eine der ungewöhnlichsten und zauberhaftesten, die ich seit langem gelesen habe. Ein spannendes, unterhaltsames und einfach wunderschönes Buch, das viel zu schnell zu Ende ging und bis jetzt leider noch keine Fortsetzung hat.
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am 25. Juli 2014
Er trank seinen Tee aus, stand auf und wandte sich zum Gehen. „Aber eines muss ich Sie noch fragen: Können Sie überhaupt ermessen, was es bedeutet, in eine unpassende Frau verliebt zu sein?“
„Mein lieber Junge“, antwortete der Major, „ andere gibt es doch gar nicht.“

„Ich glaube, jeder von uns wacht jeden Morgen mit den besten Absichten auf, und wenn es dunkel wird, haben wir alle doch wieder versagt. Manchmal glaube ich, dass Gott die Dunkelheit nur deshalb erschaffen hat, damit er uns nicht ständig sehen muss.“

Schöne Urlaubslektüre - heiter, ironisch und dennoch mit einer essentiellen Kernfrage: Wen lieben wir, wen dürfen wir lieben?
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(Hörbuchfassung)

Ein verwitweter Major im Ruhestand verliebt sich in eine ebenfalls verwitwete Dorfladenbesitzerin mit Wurzeln in Pakistan. Doch das wird lange nicht ausgesprochen oder sich selbst gegenüber eingestanden. Die Konventionen und die eigene Angst vor Zurückweisung lassen beide, trotz oder gerade wegen ihres schon fortgeschrittenen Alters sehr zögerlich vorgehen. Die beiden verbindet unter anderem auch das Interesse an gehobener Literatur, über die sie sich austauschen und so zumindest einen offensichtlichen Grund für weitere Treffen finden.
Natürlich gibt es kritische Meinungen zu der sich anbahnenden Verbindung im freundschaftlichen und familiären Umfeld, und auch der Weg dorthin gestaltet sich alles andere als geradlinig oder ohne Stolpersteine.

Neben diesem Hauptstrang gibt es noch den einen oder anderen seitlichen Nebenverlauf. Da ist noch die Sache mit den beiden wertvollen Gewehren und den sich ankündigenden Erbstreit nach dem Tod des Bruders des Majors. Außerdem die gefühlsmäßige Distanz des Majors zu seinem Sohn und die Konfrontation mit dessen neuer amerikanischen Freundin.
Frau Ali wiederum schlägt sich mit ihrem Neffen und dessen zurückgekehrter Freundin nebst Sohn herum.

Ja, ja, die gute alte englische Schule, die für uns Mitteleuropäer mitunter so steif und abweisend wirkt. Diese als typisch angesehene emotionsfreie Korrektheit im Umgang miteinander, wird so eher zur Erschwernis in Liebesdingen. Darüber hinaus dreht sich die Geschichte aber auch um die Akzeptanz und das innere Bild gegenüber zugewanderten Mitbürgern. Wenn es also zu einer gemischten Beziehung kommt und dazu noch im fortgeschrittenen Alter, hat man sogleich einen guten Grundstoff und eine Möglichkeit, sich beim Zuhören mit der eigenen Toleranz auseinander zu setzen. Natürlich kann man über die Borniertheit so mancher Figuren im Handlungsverlauf innerlich nur den Kopf schütteln. Dass die Stränge dann doch einem Happyend entgegenstreben, lässt sich irgendwann einmal dann nicht mehr verleugnen.

Es liest Reinhard Kuhnert. Da er auch verschiedene englischsprachige Schauspieler (z.B. Martin Sheen) synchronisiert, war mir seine Stimme nicht unbekannt. Es macht es routiniert.
7 CDs mit insgesamt ca. 8 Stunden Hörvergnügen.
Es handelt sich um eine 'autorisierte Lesefassung', Kürzungen sind mir nicht ins Auge gefallen.

Fazit: Ich habe mich recht gut unterhalten gefühlt.
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am 27. Oktober 2014
Durch Zufall bin ich beim Stöbern durch die Amazon-Buchangebote auf Helene Simonsons "Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" gestoßen. Es entpuppte sich nicht nur als eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen im reiferen Lebensalter, sondern auch als eine interessante Studie der ländlichen britischen Gesellschaft.

Ernest Pettigrew ist 68 Jahre alt, Witwer, und hat die Armee als Berufsoffizier im Rang eines Majors verlassen. Wie in Großbritannien üblich, trägt er seinen Dienstgrad „Major“ mit Stolz und Würde und setzt ihn seinem Nachnamen voran, als sei es ein mühsam erworbener akademischer Doktor- oder Professorentitel. Köstlich, wie die in den USA lebenden Autorin Helene Simonson augenzwinkernd eine Situation schildert, in der Major Pettigrew einmal regelrecht beleidigt ist, als er nur mit „Ernest Pettigrew“ angekündigt wird und nicht als „Major a.D. Ernest Pettigrew, ehemals Royal Sussex Regiment“. Ich habe mich gefragt, ob nicht gerade der räumliche Abstand zwischen den USA und Großbritannien den Blick der Autorin auf die Eigenarten, Schrullen und Verschrobenheiten der britischen Gesellschaft positiv geschärft hat.

Die Witwe, in die sich der Major verliebt, ist zehn Jahre jünger als er, eine in Cambridge geborene Tochter eines Mathematik Professors. Sie ist eine aparte, schlanke und gutaussehende Frau, intelligent, humorvoll, hilfsbereit und unkompliziert. Jasmina liebt genau wie der Major Bücher und kann sich mit ihm bestens über klassische britische Schriftsteller austauschen. Nichts stünde einer Verbindung dieser beiden Menschen im Wege – wenn da nicht ihre Herkunft aus einer indisch-pakistanischen Einwandererfamilie wäre, ihr „Migrationshintergrund“, wie wir es in Deutschland so umständlich formulieren. Jasmina ist Einwanderin der 2. Generation, d.h. sie ist in England geboren und aufgewachsen und hat die Heimat ihrer Eltern nie gesehen. Gleichwohl wird sie aufgrund ihrer etwas dunkleren Hautfarbe von der dummen, überheblichen und arroganten Dorfgesellschaft gemobbt und ausgegrenzt, wo es nur geht.

Als der Major mit Jasmina den Ball seines Golfclubs besucht, ist das in Augen seiner Clubkameraden ungeheuerlich und es wird darüber nachgedacht, wie man den Major samt seiner eventuell späteren Ehefrau loswerden kann, ohne dass die rassistischen Hintergründe allzu offensichtlich werden.

Und dann ist da noch Roger, der erwachsene Sohn des Majors. Roger ist ein echtes Ekelpaket. Banker in der 2. Reihe, karrieregeil, ichbezogen, eingebildet und ohne jegliches Einfühlungsvermögen. Der Major fragt sich immer wieder, wie es nur dazu kommen konnte, dass er seinem Sohn in der Kindheit nicht mehr menschliche Werte wie Empathie, Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit beigebracht hat. Auch Jasmina hat so ein schwieriges Exemplar in ihrer Verwandtschaft, ihren Neffen Abdul Wahid. Und Jasmina hat auch eine Ahnung, wieso Abdul Wahid so wurde, er wurde nämlich als kleiner Junge ganz gewaltig verhätschelt und verzogen. Der Major erinnerte sich daran, dass auch seine verstorbene Frau damals seinem Sohn Rücksichtslosigkeiten durchgehen ließ – und er selbst hatte sich eigentlich während Rogers gesamter Kindheit und Jugend nicht wirklich um seinen Sohn gekümmert.

Nun stellt der Major schmerzlich berührt fest, dass sein Sohn menschliche Werte wie Mitleid, Trauer, Schmerz und Verständnis nur für sich selbst empfindet, nie für andere Menschen oder gar für seinen eigenen Vater. Zunächst hatte ich gedacht, der Roger leidet an einer Form von Autismus, einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung wie dem Asperger Syndrom und niemand kann etwas dafür, dass Roger keine Gefühle empfindet oder für andere Menschen aufbringen kann. Aber im Verlauf der Lektüre des Buches wurde deutlich, dass die Autorin Helene Simonson keine autistische Störung meint, sondern ihre Leser vermutlich davor warnen will, Söhne wie kleine Prinzen zu verziehen und ihnen jeden Egoismus, jede Rücksichtslosigkeit verzeihen und durchgehen zu lassen.

In diesem Buch wird alle paar Seiten intensiv Tee getrunken. Das Stichwort „Tee“ taucht in der Suchfunktion meines Kindle Readers immerhin 100 mal auf. Tee ist die sehr britische Allzweckwaffe für jegliche Wehwehchen. Helene Simonson hat ihr Erstlingswerk voller Humor in einer leichten und eleganten Erzählweise geschrieben. Sie beobachtet genau und vielleicht hat ihr Blick von außen, d.h. von den USA auf die Eigenheiten der Briten ihren Blick zusätzlich geschärft. Sie bemüht sich zudem um Objektivität und auch die Einwanderer sind nicht nur arme Opfer, sondern manchmal auch Täter.

Was mich etwas stört, ist der Buchtitel: „Mrs. Alis unpassende Leidenschaft“. Diesen Titel hat sich sicherlich der Knaur Verlag ausgedacht. Ich habe mich während der Lektüre die ganze Zeit gefragt, was denn nun die Leidenschaft der Mrs. Ali ist. Eine Liebe zur englischen Literatur konnte ich erkennen, eine liebevolle Zuneigung zu dem Major, aber Leidenschaft? Wahre Leidenschaft konnte ich eigentlich bei ihr überhaupt nicht erkennen. Auch als es schließlich um körperliche Liebe geht, da wirft die Autorin nur einen sehr britisch zurückhaltenden und sehr diskreten Blick auf die Sexualität der beiden Liebenden und der Leser erfährt nur, dass der Major nach dem ersten Sex (immerhin ist er schon 68) am nächsten Morgen hochbeglückt ist, dass die Sache gut verlaufen war. Ich habe mich gefragt, ob der ursprüngliche Titel des Buches „Major Pettigrew's Last Stand“ nicht treffender und eine witzige Anspielung gewesen wäre.

Als Fazit kann ich anmerken, dass ich lange nicht mehr ein Buch gelesen habe, über das ich so oft schmunzeln und manchmal auch laut lachen konnte. Ein sehr liebenswertes und menschliches Buch voller guter Beobachtungen der menschlichen Hintergründe. Ich bin auf das nächste Werk von Helen Simonson gespannt.
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