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von Virginia Woolf
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Ein Junitag im Jahre 1923. Clarissa Dalloway, (sie hatte schon einen Auftritt in Die Fahrt hinaus), Gattin eines Parlamentsabgeordneten, trifft die Vorbereitungen für eine große Abendgesellschaft. Während dieser Verrichtungen ergeht sie sich in Erinnerungen, lotet ihr Leben aus und wird sich der Enge und Leere ihres Daseins schmerzlich bewußt. Mrs. Dalloways Reflexionen, wie überhaupt die inneren Monologe des Romans, bilden den eigentlichen Kern der Handlung, während die Darsteller puppengleich auf dem gesellschaftlichen Parkett agieren. Dieses fast filmisch anmutende Übereinanderschichten gleichzeitiger Ereignisse griff die Autorin in ihrem späteren Roman Die Wellen erneut auf.
Die Filmfassung von Regisseurin Marleen Gorris (Antonias Welt), mit der großartigen Vanessa Redgrave in der Titelrolle, kam im September 1997 auf den Markt. --Ravi Unger
Wer Action will, liegt mit " Mrs Dalloway", erschienen 1925, eindeutig falsch. Der Klassiker des modernen Romans begründete die Technik des "stream of consciousness". Hier werden die unzähligen Eindrücke, die das Bewusstsein empfängt, gezeigt. Deshalb beschränkt sich die so genannte Handlung von "Mrs. Dalloway" auch auf einen Junitag im Jahr 1923, an dem Clarissa Dalloway eine ihrer berühmten Abendgesellschaften geben wird. Das ganze Interesse liegt auf der Präsentation der Innenwelt. Alles, was Clarissa durch den Kopf geht, Erinnerungen, Assoziationen, Fragen, Zweifel wird ungefiltert dargeboten. Diese Innenwelt der Protagonistin wird in Spannung zu der Innenwelt eines sie umgebenden Figurenensembles gesetzt. Dazu zählen neben vielen anderen Richard, der Ehemann, Peter, der Clarissa geliebt hat und gerade aus Indien zurückgekehrt ist. Das einzige Fakten stiftende Moment ist der Glockenschlag Big Bens.
Virginia Woolf ist eine Ikone der modernen Literatur, eine faszinierende Frau, die unter Depressionen litt und 1941 Selbstmord beging. Angela Winkler, die große Theater- und Filmschauspielerin, schafft eine dem Buch ebenbürtige Lesung. Mit ihrer etwas nasalen Stimme erweckt sie die inneren Monologe zum Leben. Sie findet für die unzähligen Wiederholungen beim Verfassen der Gedanken immer den Ton, der die Bewusstseinsströme ordnet. Sie hält uns tatsächlich bei der Stange. Eine geniale Besetzung! Lesung ohne Musik, Spieldauer: 358 Minuten, 4 MC. Mit Booklet.
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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