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Mrs. Craddock
 
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Mrs. Craddock [Taschenbuch]

W. Somerset Maugham , Elisabeth Schnack
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 11., Aufl. (März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257201672
  • ISBN-13: 978-3257201673
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,4 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 79.490 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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William Somerset Maugham
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Äußerst gewagt, schrieb der Verleger dem Autor im Jahre 1900: Die Geschichte einer Frau, die unter ihren Stand heiratet. Mrs. Craddock weist bereits auf Lady Chatterley: die Frau, die frei von Konventionen ihre Liebe leben will. Aber was in der Lady Chatterley nicht mehr erzählt wird, erzählt Somerset Maugham: wie der Alltag aussieht, nachdem Gutsherrin und Gutsverwalter sich gefunden haben ...William Somerset Maugham (Paris 1874 - Nizza 1965) studierte Medizin in Heidelberg und London. Später reiste er viel (u.a. in den Fernen Osten) und nahm am Leben der internationalen Gesellschaft teil. Der Stil seiner Erzählungen lehnt sich an der gesprochenen Sprache an - oft gewürzt mit geistreich-witziger, bisweilen auch zynischer Lebenskritik. Maughams literarische Vorbilder waren Guy de Maupassant und Anton Tschechow.

Klappentext

Mrs. Craddock

»Äußerst gewagt«, schrieb der Verleger dem Autor im Jahre 1900. Eine Frau, die unter ihrem Stand heiratet, sieht sich heute nicht mehr den Problemen ausgesetzt wie damals Mrs. Craddock. Geblieben ist »das unterschätzte Jugendwerk mit ironisch verkehrten Motiven aus Flauberts Madame Bovary« (Dieter Riesner in Englische Dichter der Moderne, Berlin 1971) und eine Anatomie des nachviktorianischen Englands, mit seiner Prüderie und dem Korsett gesellschaftlicher Zwänge. Mrs. Craddock weist bereits auf Lady Chatterley: die Frau, die frei von Konventionen ihre Liebe leben und erleben will. Aber was in der Lady Chatterley nicht mehr erzählt wird, erzählt Somerset Maugham: wie der Alltag aussieht, nachdem Gutsherrin und Gutsverwalter sich gefunden haben...

Dies wäre eine melodramatische Geschichte, wenn nicht Tante Polly wäre, eine frivole Causeuse aus den Tagen Oscar Wildes, deren geistvoll-ernüchternde Kommentare dem Roman ironische Glanzlichter aufstecken.

»Von den modernen Autoren hat mich Somerset Maugham am meisten beeinflußt. Ich bewundere unendlich, wie er machtvoll und ohne Schnörkel eine Geschichte erzählt.« George Orwell

»Er ist ein glänzender Beobachter. Menschen und Umwelt gewinnen bei ihm höchste Präsenz.« D.H. Lawrence


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Szenen einer Ehe 28. Dezember 2004
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Bertha Craddock, deren Eltern früh gestoben sind, lebt mit ihrer Tante Polly auf einem Landgut in der englischen Provinz. Finanziell steht sie gut da. Wie sie volljährig ist, setzt sie gegen alle Widerstände der Gesellschaft ihre nicht standesgemässe Heirat mit dem Pächter Edward Craddock durch. In der Folge wird Edward, der zunächst den Mustergatten gibt, sich dann aber immer mehr zum zu einem chauvinistischen Egoisten und lieblosen Ehemann entwickelt, allerdings gesellschaftlich anerkannt. W. Somerset Maugham schildert brillant die Heuchelei der viktorianischen Provinzgesellschaft, wobei ein böser Seitenhieb auf die Religion nicht fehlen darf. Blind vor Liebe erniedrigt sich Bertha immer mehr in der Beziehung, lässt sich von ihrem Mann richtig gehend demütigen. Er ist nun der Mann im Haus, der Gutsherr. Ihre Ehe kippt erst, als sie eine Fehlgeburt erleidet. Aus Liebe wird blanker Hass. Bertha verlässt ihrem Mann, zieht zu ihrer Tante und beginnt ein Verhältnis mit ihrem entfernten Cousin Gerald. Schliesslich kehrt sie allerdings desillusioniert wieder zu Edward zurück.
W. Somerset Maugham hat mit "Mrs. Craddock" (1902) einen blendend erzählten Roman geschrieben, der zugleich eine Variation von "Madame Bovary" (1856) ist. Dabei nimmt er verschiedenste Motive von Gustave Flauberts Roman auf und wandelt diese ironisch ab. So ist Bertha z.B. relativ vermögend und wählt ihren Ehemann selbst aus, während dessen Emma Bovary arm ist und von Charles zu seiner Frau bestimmt wird. Die Beschreibung der Machtverhältnisse der Geschlechter in der Ehe hat im Übrigen nichts an Aktualität eingebüsst.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Lapidar bringt das Schiller-Zitat das Thema des Romans (und vieler weiterer!) auf den Punkt.
Ich bin begeisterte Maugham-Leserin und habe "Mrs. Craddock" heuer zum zweitenmal "verschlungen". Ein schöner, farbiger Roman, dessen klassische Thematik "Frau versucht letztlich erfolglos aus einer unglücklichen Ehe auszubrechen" psychologisch und sprachlich meisterhaft dargestellt wird. Besonders der Schluss hat es mir angetan.
Doch obwohl die Titelheldin Bertha Craddock unter ihrer überstürzten Ehe mit dem selbstgefälligen, unsensiblen Edward leidet und ihr die starren Konventionen von Kirche und Gesellschaft um 1900 schwer zu schaffen machen, kam bei mir keine rechte Sympathie für sie auf. Die reiche, junge Erbin Bertha, die in ihrer törichten Verblendung die "nicht standesgemäße" Verbindung mit ihrem Pächter Edward Craddock erzwang, hat mit dessen unseliger Idealisierung und Glorifizierung ihr Unglück förmlich heraufbeschworen. (Und erinnert darin an Madame Bovary mit ihrem Kopf voller unreifer romantischer Flausen.) Außer der frivolen Tante, mit der die Waise Bertha vor ihrer Hochzeit zusammenlebte, fand ich auch die fein gezeichneten Nebenfiguren ziemlich unsympathisch, allen voran Ehegespons Edward. Wahrscheinlich wirkt das Buch gerade deshalb so lebendig und realistisch.
Ich denke, der Roman zeichnet ein treffendes Bild der "guten Gesellschaft" um die Jahrhundertwende, als das gesellschaftliche Korsett noch sehr eng war und die Gentry langsam an Einfluss verlor. Vier Sterne, weil Maugham meiner Meinung nach einige noch bessere Romane geschrieben hat wie z.B. "Auf Messers Schneide".
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