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Mrs. Atatürk - Latife Hanim: Ein Porträt
 
 
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Mrs. Atatürk - Latife Hanim: Ein Porträt [Broschiert]

Ipek Calislar
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Taschenbuch EUR 10,95  
Broschiert, 26. September 2008 EUR 17,90  


Produktinformation

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Orlanda Frauenverlag; Auflage: 1., Aufl. (26. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936937648
  • ISBN-13: 978-3936937640
  • Originaltitel: Latife Hanim
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 367.967 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kurzbeschreibung

Ein halbes Jahrhundert ist über Latife Hanim, Atatürks erste Ehefrau, geschwiegen worden. Die hochgebildete Frauenrechtlerin war zweieinhalb Jahre mit dem Staatsgründer der Türkei verheiratet. Nach der Scheidung im Jahre 1925 zog sie sich komplett aus dem öffentlichen Leben zurück, wie es heißt, um ihren Mann zu schützen. Latife Hanim, die oft ohne Kopftuch und auch mal in Reithosen auftrat, war zu ihrer Zeit ein Vorbild für viele Frauen. Die mutige, wortgewandte, willensstarke Frau hatte großen Einfluss auf Atatürks politische Projekte, setzte sich für das Frauenwahlrecht und ein modernes Scheidungsrecht ein. Doch die Frau, die sich in der politischen Arena der Türkei regelmäßig zu Wort gemeldet hatte, wurde nach der Trennung von Atatürk zur Einsiedlerin; sie wurde verleumdet und erschien später in Geschichtsbüchern höchstens noch als Fußnote. Sie starb 1975. Die Journalistin Ipek Calislar machte sich vor einigen Jahren daran, die Geschichte dieser Frau zu recherchieren, um der Vergessenen und Geschmähten ihre wahre Identität zurückzugeben. Entstanden ist das beeindruckende Porträt einer selbständigen türkischen Frau, die Anfang des 20. Jahrhunderts für die Sache der Frauen eintrat.

Über den Autor

Ipek Calislar ist Politikwissenschaftlerin und hat als Journalistin für diverse türkische Medien gearbeitet. Zuletzt war sie Nachrichtenchefin der linken Zeitung Cumhuriyet und gab Cumhuriyet Dergi heraus. Aufgrund von Äußerungen in ihrer Biografie über Latife Hanim, die angeblich die Ehre von Atatürk verletzen, stand Ipek Calislar 2006 vor Gericht, wurde jedoch freigesprochen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Latife Hanim (der Zusatz Hanim steht für Dame, Frau - 1899-1975) und Mustafa Kemal Pascha (1881-1938), türkischer Soldat, Führer und Staatsmann, der die Republik Türkei gegründet hat und ihr erster Präsident wurde. Zweieinhalb Jahre waren die beiden verheiratet, von 1923-1925. In den Jahren nach der Scheidung wurde Latife von der offiziellen Geschichtsschreibung ignoriert. Ipek Çalislar erzählt mit diesem Buch nicht nur die Geschichte einer Frau, wie sie in einer wohlhabenden Familie aufwuchs, das Zusammenleben, die Zeit nach der Trennung bis zu ihrem Tod, sie zeigt auch die ersten, schwierigen Jahre der Republik, zeigt die gesellschaftlichen Umbrüche und welche Rolle Latife dabei spielte.

Die Schwerpunkte reichen dabei von dem gesellschaftlichen Leben bis hin zur türkischen Frauenbewegung. Das türkische Zivilgesetz, welches 1926 in Kraft trat und auf dem Schweizer Zivilgesetz basiert, wurde zumindest laut der Zeitschrift TIME durchaus von Latife beeinflusst. Die Führerin der türkischen Frauenbewegung jener Zeit war jedoch Nezihe Muhiddin. Darüber hinaus geht Ipek Çalislar aber auch auf spezielle Fragen ein: Worauf gründete die Ehe? Spielte bei der Eheschließung Geld eine Rolle? Was waren die Gründe für die Scheidung? Dabei gibt es keine klaren Antworten. Die Zeitzeugen sind tot und so hat die Autorin aus Dokumenten und Aussagen Verschiedenes zusammen getragen, welches sie dem Leser neutral präsentiert. Komplex, nicht einfach. Sicher scheint mir zumindest, dass Atatürk sehr wohl eine gebildete und selbstbewusste Frau schätzte. Warum sonst hätte er Latife geheiratet, sie nachhaltig unterstützt auf ihrem Weg. Hätte er ein Heimchen am Herd gesucht, so wäre Fikriye - eine Verwandte Atatürks und die Frau, die vor Latife seinen Haushalt führte - die richtige Wahl gewesen. Dass Fikriye ihn liebte und durch die Heirat maßlos enttäuscht wurde, zeigt ihr Selbstmord. Nein, meiner Meinung nach schätzte der türkische Führer eine Frau, mit der er auf Augenhöhe leben konnte, die durch ihre Fremdsprachenkenntnisse ausländische Diplomaten beeindruckte, die Reden halten konnte, die selbstbewusst ihre Meinung äußerte.

Latife selbst schwieg bis zu ihrem Tode über die Beziehung und hat auch ihre Verwandten zum Schweigen verpflichtet, so dass die Recherchen der Autorin erschwert wurden. Sie musste vor allem Dokumente, Zeitschriften, Zeitungen, Memoiren von Zeitzeugen und andere Bücher als Informationsmaterial nutzen. Zwei Jahre lang dauerten die Arbeiten. Die Bibliografie am Ende des Buches ist erstaunlich umfangreich. Schade nur, dass die meisten Bücher türkische Titel tragen. Des Weiteren sind natürlich nicht nur mehrere Seiten mit Fotografien vorhanden, sondern auch ein Anhang, in dem die wichtigsten Ereignisse (z.B. Gallipoli, Friede von Lausanne, etc.) sowie Personen und sonstige Besonderheiten erläutert sind. Im Text selber sind immer wieder Zitate (kursiv / eingerückt) eingebaut. Diese Zitate sind mitunter auch länger, stören aber zumindest meiner Meinung nach den Lesefluss nicht, sondern unterstützen die Aussagen der Autorin.

Mein Fazit: Ipek Çalislar erzählt nicht nur von einer gebildeten, fortschrittlichen Frau, sie zeigt auch unbekannte Seiten des Gründers der Republik Türkei. Seiten, die einem den Menschen Atatürk näherbringen. Gut geschrieben mit gelungener Integration des geschichtlichen Hintergrunds. Meiner Meinung nach empfehlenswert für Leser, die an Biografien Spaß haben oder sich für historische Themen interessieren.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulli
Format:Broschiert
Das Portrait beeindruckt den Leser auf verschiedenste Weise. Man erlebt die Republikgründung aus den Augen der Ehefrau Atatürks, hat Teil am Wandel der Politik und der türkischen Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts und erfährt somit die Geschichte der Türkei aus einer vorher nie dagewesenen Perspektive.
Latife Hanim ist eine mutige, starke und doch sehr sensible Frau, die das Bewusstsein und den Weg für ein neues Frauenbild in der Türkei ebnete.

Gerade dass macht das Buch so lesenswert! Das Leben dieser vielschichtigen Frau nimmt einen in den Bann. Es verknüpft die offizielle Geschichte mit einer persönlichen Sicht und zeigt neben der Liebe zum Staatsgründer auch die Schattenseiten dieser Ehe und die Schwierigkeiten im Kampf um ein selbstbestimmtes Leben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich habe dieses Buch gekauft, um "eigentlich" mehr über Mustafa Kemal Atatürk zu erfahren. Der Wunsch war, eine prägende Gestalt der modernen Türkei besser zu erfassen, und was ginge besser, als dies über verbundene Menschen zu tun?

Der Verfasserin gelingt eine spannende, atemlose Reportage, ein Porträt mit schnellem Pinselstrich. Das Buch liest sich toll, :-).

Die Autorin warnt den Leser sogleich: Latife Hanim habe den Zugang zu Dokumenten pesönlicher Natur, zu Menschen, die Auskunft geben könnten, ja sogar zu eigenen Stellungnahmen gesperrt. Was die Autorin nicht hinzufügt ist, dass ofenbar Kemal Pascha Gleiches tat. Damit wird die Arbeit eines Biographen beträchtlich erwert, so dass Ipek Calislar des "Blick von außen" wählt, auf europäische Zeitungen, auf Notizen und spärliche Berichte zurückgreifen muss.

Ich möchte hinzufügen, dass eine authentische Biographie - die diesem Namen auch gerecht wird - für mich ein gewisses Hineindenken des Biographen in sein Sujet braucht, ein Begleiten des Portaitierten, ohne sich jedoch aufzudrängen. Derartiges gelingt oft nur mit großem zeitlichen Abstand, so passt etwa für Kronprinz Rudolf meiner Ansicht nach erst die 1978 (!!!) erschienene Biographie von Brigitte Hamann, "Rudolph - Kronprinz und Rebell". Der Dargestellte hat dadurch nur gewonnen.

Derartiges sehe ich für Atatürk nicht, vermutlich auch, weil Mythos Person überlagert.

Der Wert dieses Buches liegt genau in seiner Authentizität: Ipek Carislar zeichnet das Bild einer konfliktreichen Beziehung zwischen zwei spannenden Persönlichkeiten, trotz Scheidung in echter und tiefer Verbundenheit, mit Fehlern, die durch erst den Tod eines Protagonisten ein Ende findet (Wer sonst würde der geschiedenen Ehefrau diverse Geschenke en masse senden???).

Fazit: Stoff für ein großes Epos, und obendrein authentisch!
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