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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Amerika oder der Traum vom Fliegen, 1. Juli 2001
Amerika oder der Traum vom Fliegen wäre ein guter Titel für diesen amüsanten Roman des großartigen amerikanischen Romanciers Paul Auster. Im Klappentext wird die Geschichte von "Walt The Wonder Boy" als einzigartige Parabel auf den Aufstieg und Fall der USA im 20 Jahrhundert gefeiert. In der Tat würde es schwer fallen, den sozialgeschichtlichen Hintergrund des Romans zu ignorieren, in dem die Geschichte vom fliegenden Waisenjungen Walt dahergeflossen kommt wie in einem Flussbett. Doch auch ohne den Roman als gut erzählten Geschichtsunterricht aus der Perspektive eines Jungen zu sehen, der den Amerikanischen Traum von den grenzenlosen Möglichkeiten lebt, ist "Mr Vertigo" eine einzigartige Geschichte von der Überschreitung einer Grenze. Der heruntergekommene Waisenjunge Walt schlägt sich mit Bettelei und Diebstählen auf den Strassen von St. Louis durch, als ihm eines Tages ein wunderlicher Mann mit spitzem Bart und dunklen Augen einen Deal anbietet: Falls er sich ihm als Schüler zur Verfügung stelle, garantiere er ihm, ihm binnen eines Jahres das Fliegen zu lehren, andernfalls dürfe er ihm eigenhändig den Schädel spalten. Mißtrauisch lässt Walt sich, bar einer anderen Perspektive, auf den absurden Kuhhandel ein und folgt dem "Master" in sein entlegenes Domizil, wo er unwillig mit dem philosophierenden Negerkind Aesop und der herzlichen Indianerfrau Mutter Siuox unter einem Dach lebt. Ein mühsames Training beginnt...Der Junge verliert beinahe Leben und Verstand bis eines Tages das Unmögliche möglich wird. Mit Fleiss und eisernem Willen gehen der Master und der fliegende Walt den langen Weg zum großen Erfolg, auf dessen Höhe ein tragisches Unglück geschieht. Mr Vertigo ist die Geschichte der mühsamen Entfaltung einer Persönlichkeit, eines unaufhaltsamen Aufstiegs zweier Randgestalten der amerikanischen Erfolgsgesellschaft.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Steigen und Fallen, 1. Oktober 2004
Walt Rawley, Waisenjunge aus St. Louis, tritt in den 20er Jahren als Wunderknabe auf, der die Schwerkraft überwindet und in der Luft umherspaziert. Die Geschichte seines Lebens, das in jeder Phase aus Aufstieg und Fallen besteht, wird von dem alten Walt Anfang der 90er Jahre aus der Rückschau erzählt. Eine fiktive Biografie, zugleich aber eng orientiert an der tatsächlichen Zeitgeschichte Amerikas, verwoben mit Elementen anderer Genres (Gangster-, Mafia-, Road-Stories). Einen breiten Raum widmet Walt seiner Kindheit, die er in Meister Yehudins buntem Haushalt verbringt mit der Indianerin Mutter Sue und seinem Mit-Adoptivbruder Äsop, einem schwarzen verkrüppelten Jungen. Yehudi, der Walt aufzieht, weil er dessen Gabe erkennt, nimmt den Jungen hart ran, lässt ihn eineseits bis zur Erschöpfung auf der Farm arbeiten, drängt ihn andererseits auf die "33 Stufen zur Schwerelosigkeit", von der Walt nur einige beschreibt - allesamt Foltermethoden. Dennoch scheint alles klar und einleuchtend, als sei die Aufhebung der Schwerelosigkeit ein normales Können, das jeder mit etwas Training erreicht. Um sich vom Boden zu erheben, müssen die Gesetze der Erde und des Himmels aufgehoben werden, so erklärt Yehudi seine harten Methoden. Genau diese Ambivalenz zwischen der Schwere seines Schicksals und der Leichtfüßigkeit, Vergangenes hinter sich zu lassen, durchzieht Walts ganzes Leben. Dabei ist es nicht Oberflächlichkeit, die Walts Trauer (z.B. um den Tod nahe stehender Menschen) beherrscht, sondern die Schwerelosigkeit des Loslassens. Nicht immer verläuft dieser Prozess geradlinig - nach dem Tod seiner Frau wird Walt zum Trinker - doch er ist bezeichnend für Walts ganzes Leben, ebenso wie die Kreisläufe von Erfolg und Scheitern, von Neubeginn, neuem Erfolg und neuem Scheitern. Der Kreis schließt sich, als Walt alt geworden ist und dorthin zurückkehrt, von wo aus er in seiner Kindheit gemeinsam mit Meister Yehudi seinen Weg genommen hatte.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein großes Buch, spannend und schlau, 25. März 2007
Keine Frage: Paul Auster ist einer der großen Autoren seiner Zeit. Ich habe fast alle seiner Büchergelesen, doch erst jetzt kam ich zu Mr. Vertigo und war überrascht: Dieses Buch ist wesentlich leichtfüßiger als seine andere Bücher. Auster zeigt hier seine fantasievollste Seite und erzählt die Geschichte seines Heldens, die wahr und wirklich wirkt, obwohl er mit einer Menge Parabeln und Anspielungen arbeitet. Die Geschichte reißt mit, ist spannend, aufreibend und das Ende ist einfach nur wunderschön. Eine echte Bereicherung im Bücherregal (Obwohl: Bisher stand es selten dort,weil ich es ständig verleihe und immer wieder mit den gleichen Strahlen zurück erhalte).
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