Ladies Love Cool James ist ein Mann mit vielen Facetten. Seine ersten Hits landete er in den '80ern mit Lovesongs, später in den '90ern wechselte er auf die etwas härtere Schiene. Auf seinem 6. Album namens "Mr. Smith" kombinierte er beide Styles gekonnt, was dies zu einem seiner besten und abwechslungsreichsten Longplayer macht. Mit "Make It Hot" beginnt das Album richtig gechillt. Das Instrumental stammt von den Trackmasters, die einen Großteil des Albums produziert haben. Es ist von der mittelschnellen Sorte, wird im Hook durch Trompeten, Schellen, Keyboard und Frauengesang unterstützt, was sich richtig gut anhört. LL rappt dazu passend sehr entspannt. Seinem Namen Ladies Love macht er mit den Tracks "Hey Lover" und "Doin It" alle Ehre. "Hey Lover" ist ein ruhiger, dennoch groovender Lovesong mit den R'n'B-Legenden Boyz II Men, "Doin It" dagegen ist eine Anleitung um einen guten Liebhaber abzugeben und einer meiner Lieblingssongs der Platte, was daran liegt, dass der Steeldrum-Beat einfach sowas von geil ist und LL Cool J mit Sängerin LeShaun perfekt harmoniert, sodass der Track runtergeht wie warme Butter. Dass er auch anders kann, beweist uns Uncle L mit "Life As..." und "I Shot Ya" mit Keith Murray. Vor Allem das Zweite haut auf Grund des düsteren Beats und den Disses an Kool Moe Dee, Ice-T und MC Hammer echt rein. Auch der dazugehörende Remix mit Keith Murray, Prodigy von Mobb Deep, Foxy Brown und Fat Joe ist nicht von schlechten Eltern und gefällt mir sogar noch etwas besser als das Original. Nach diesen Krachern ist wieder etwas Entspannung angesagt. Dazu eignen sich "Mr. Smith" und "Loungin" perfekt. Besonders "Loungin" mit P.Diddy's ehemaligen Schützlingen Total hat es mir angetan, was an Cool J's Raps aber auch am gesungenen Hook der Ladies liegt. Im Großen und Ganzen ist das komplette Album mehr als gelungen. Weitere erwähnenswerte Songs wären die chilligen "Hip Hop" und "Papa Luv It" und das etwas schnellere und richtig coole "Hollis To Hollywood", die man sich alle wegen ihrer eingängigen Melodien und Grooves gerne anhört. Leider wurden die Alben danach immer poppiger und kommerzieller, was man besonders an "Phenomenon" und "10" gut sehen kann. Nach "Mama Said Knock You Out" dürfte "Mr. Smith" LL Cool J's zweitbestes Album sein, das mit guten Raps und abwechslungsreichen Beats überzeugen kann. Alle, die sich mal wieder ein gutes Eastcoast-Album aus den '90ern zu Gemüte führen wollen, sind hier genau richtig.