Rhys Ifans ist wohl das, was man einen Charakterkopf nennen kann. Sein nicht unbedingt vorteilhaftes Aussehen verschaffte ihm zumeist eher skurrile Rollen, aber auch eine gewisse Bekanntheit in der Filmwelt. Und gerade die Ähnlichkeit zum realen Vorbild des Howard Marks brachte ihm wohl die Hauptrolle im biografischen Streifen "Mr. Nice", der sich daran macht das Leben des britischen Drogenbarons zu durchleuchten. Marks studierte in Harvard, bevor er sich entschloss mit Drogen zu handeln, und sogar so weit Aufstieg, dass man mutmaßt er war in den 70er und 80er Jahren für mindestens 10 % des Umsatzes durch Haschisch und Marihuana weltweit verantwortlich. Um seinen Werdegang und sein Leben dreht sich der Film, der sich natürlich rühmt mit "Blow" vergleichbar zu sein. Das ist etwas hoch angesetzt, und wird in meinen Augen nicht unbedingt erfüllt. Zwar kann man weder an Darstellern noch an der Ausstattung etwas meckern, aber insgesamt fühlte ich mich einfach zu wenig unterhalten. Der Regisseur wusste wohl nicht, in welche Richtung er am ehesten möchte. Komödie oder Drama? Für beides fehlt hier irgendwo die Grundlage. Wirklich lustig ist hier nichts, ernst wird es erst gegen Ende, und die Spannung bleibt schlussendlich auch auf der Strecke. Man hat das Gefühl die Geschichte plätschert etwas dahin, auch wenn Rhys es sehr gut schafft der Figur des Marks Leben einzuhauchen, natürlich auch nach der biografischen Vorlage des echten Howard Marks, aus dessen Feder das Buch ja immerhin stammt. Interessant mal gesehen zu haben, aber für eine wiederholte Sichtung einfach zu durchschnittlich.
An Extras bietet die DVD aus dem Hause Koch Media neben einem extra produzierten Interview mit dem echten Howard Marks noch entfallene Szenen, den Trailer sowie einige Audiokommentare.