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Kundenrezensionen

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Ein Thriller, wie er besser nicht sein könnte: Glaubhafte Charaktere, eine Handlung, die auf die eine Katastrophe hinsteuert, die immer unvermeidlicher wird und ein Szenario, das ganz und gar und durch und durch lebensnah und -echt ist. Und natürlich ein Erzähler, der seinesgleichen heutzutage kaum hat: Stephen King.
Ein großartiger Roman ist ihm da gelungen, sprachlich und stilistisch meisterhaft. Packend und von Seite zu Seite spannender - ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag, bis auch der letzte Absatz gelesen ist.
Mein Fazit: Unbedingt lesenswert, und vor allem für Menschen, die immer noch an Horror denken, wenn sie den Namen Stephen King hören, dürfte dieses Buch bestens geeignet sein, sich endlich von dem alten Vorurteil zu befreien.
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am 30. August 2014
Vor vielen Jahren las ich Stephen Kings geniale Rezension von Thomas Harris' "Hannibal" - Kings Fazit war, dass er "Hannibal" bewundert, aber Hannibal Lecter beinah schon zu gut kennengelernt hat. Hannibal Lecter glänzt durch die Distanz, das Faszinosum ist, dass man ihn nicht bis ins Letzte versteht, dass seine Brillanz und seine Psychopathologie immer wieder überraschen, er letztendlich ein Rätsel bleibt. In "Hannibal" ging Stephen King die Nähe zu Hannibal the Cannibal schon fast zu weit.

So fragte ich mich die ganze Zeit, was Stephen King geritten haben konnte, einen dermaßen mittelmäßigen Psychopathen in seinem Unterschichtdasein mit klischeehafter Liebe zu Mama vor seinen Lesern im Detail auszubreiten. Noch weit in den Roman hinein stellte ich mir vor, wie wunderbar er sein könnte, wenn Bill Hodges seine Emails an einen für den Leser Unbekannten schickt, wenn der Leser nicht mehr über Mr Mercedes erfahren hätte als Bill Hodges. Klar - es wäre ab dem ersten Drittel ein anderes Buch, ein anderer Plot geworden. Aber so - diese Banalität, diese Trivialität von Brady Hartsfield, dieser Versuch, den Killer menscheln zu lassen, einfach schade.

Die Handlung ist gut gestrickt, aber ich empfand sie stellenweise überkonstruiert, z.B. die bemühte Erklärung, warum die Polizei keine Zeit für Bill Hodges auf den letzten Metern hat. Die unsympathische Holly (im Hörbuch kommt sie leider stimmlich schrecklich rüber) zur Heldin zu machen, hat mich nicht überzeugt. Dafür fand ich Bill Hodges sehr gelungen, ein alter Mann, der mit seinem Beruf den Sinn seines Lebens verloren hat. Da zeigt Stephen Kind seine größte Stärke - Menschen im täglichen Leben mit ihren Sorgen dreidimensional darzustellen.

Aber Bill Hodges reißt es nicht raus - Brady Hartfield und Holly lassen nur 3 Sterne zu.

PS. In das englischsprachige Hörbuch musste ich mich erst einhören, besonders bei Bill Hodges, dann fand ich ihn ganz okay. Holly hingegen fand ich von Will Patton ganz schlimm gesprochen, richtig unsympathisch. Schade.
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Vor wenigen Jahren ist jemand mit einem gestohlenen SL500 in eine Gruppe von wartenden Arbeitslosen vor den noch geschlossenen Toren eine Jobmesse gefahren. Acht Personen sind dabei getötet getötet worden und etliche andere verletzt. Police Detective Kermit William Hodges ist damals der ermittelnde Beamte gewesen und dies ist einer der wenigen Fälle, die er ungelöst mit in den Ruhestand genommen hat. Geschieden, entfremdet von seiner Tochter und ohne weitere Ziele im Leben sitzt er stundenlang vor konfliktreichen Talkshows, nimmt an Volumen zu und streichelt die ehemalige Dienstwaffe seines Vaters und steckt sie auch mal probehalber in den Mund. Da erreicht ihn eines Tages ein Brief. Der Mercedeskiller meldet sich direkt bei ihm um ihm von der Freude zu erzählen, die ihm diese spezielle Aktion damals gebracht hat. Er möchte noch mehr Tode verursachen - oder sogar versuchen, seine bisherigen „Leistungen“ zu übertreffen. Und so laufen die beiden Antagonisten stetig auf eine abschließende, alles entscheidende Begegnung zu.

Es ist eigentlich gleichgültig, in welchem Genre er sich bewegt, Kings Erzählstimme ist immer fesselnd und mitreißend und so ist es auch in diesem Roman, der das klassische Muster „Einzelgängerischer-Ermittler-gegen-intelligenten-Psychopathen“ aufnimmt und es auf sehr idiosynkratische Weise verarbeitet. King lässt uns tief in das Denken und das Fühlen der Spieler auf beiden Seiten eintauchen und so lassen und Brady und Bill bis zur letzten Seite niemals wirklich los.

Ein sehr gelungener Thriller mit viel Sprachwitz und sehr einprägsamen Charakteren.
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Stephen King with ‘Mr. Mercedes’ managed to create a bit different novel compared to the ones people usually associated with this writer – inside reader won’t find demons, ghosts, evil forces or some other extraordinary things, but only an insane killer and his car.

And though his latest novel doesn’t include any supernatural elements, Stephen King still manages to bring story that has subtle horror line, while telling something which can be imagined in real life.

The story takes place in some unnamed city several years ago when a man using a Mercedes car will drive into the crowd of people leaving a multitude of bodies as a result of his mad act.

The police will find out that car was stolen from the woman who some time later will commit suicide, thought the one who was behind the wheel will remain unknown and this case open. Known as City Center Massacre committed by Mr. Mercedes, how the killer continued to be called, this event will mark the beginning of the events in this good, though not great novel in comparison with some other Stephen King novels.

Reader will meet Detective Hodges who after retirement from the force still can’t get rid of cases he wasn’t not able to resolve, one of them Mr. Mercedes. When he will receive the letter from someone who is saying that he is the unknown killer, mocking him while explaining how he enjoyed while killing people, this will motivate Hodges to once again try to connect pieces of the puzzle and find the killer…

‘Mr. Mercedes’ is somehow a sort of coming back to the old King’s days while sharing the motives of killing car - Christine, published in 1983, is still one of the best and scariest he ever wrote. Though, this time King is not pushing towards some unexplainable demonic forces but instead drives us through the exciting 400 pages until case will be resolved.

Unfortunately, the end of novel in fact is the weakest part of the story and although I cannot reveal why not to spoil the fun of reading, you'll probably just like I wish that the novel ended differently or earlier.

Still, it’s King novel and you know that with this guy you just cannot miss - fun and excitement are guaranteed. Therefore recommendations for all the fans of this great writer's oeuvre who must read anything he writes, while for those who might think what of recent King's books to read, I suggest to start from the Dome or Dr. Sleep as they are a slightly better titles.

And as one of the fellow reviewers wrote, those that are looking for ghosts and demons should skip this work because in ‘Mr. Mercedes’ you will not find such things. It seems that King realized there is enough such works on his list.
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Über den Inhalt wurde schon alles gesagt.
Stephen King wagt sich hier in Krimi-Genre - und sprachlich ist er wie immer hervorragend. Sein Buch bringt die Wirtschaftskrise in den USA sehr plastisch rüber - und dazu gibt es viel - zum Teil bitteren - Wortwitz, z.B. unser "Mr. Mercedes" über zwei Jugendliche:
"... Brady estimates they're sixth- oder seventh-graders with a combined IQ of one-twenty and a long future of collecting unemployment checks. Or a short one in some desert country."

Auch was die Länge des Thrillers angeht, hat sich Stephen King diesmal wohlwollend zurückgehalten und - anstatt wie in letzter Zeit 800 Seiten abzuliefern - diesmal auf ca. 425 Seiten beschränkt.

Warum dann nur 3 Sterne ?
Man hat immer wieder ein "Deja-vu" - den ganzen Plot gibt es so oder ähnlich in zig Variationen:
Den Psychopathen und Einzelgänger, welcher mit seiner Mutter aufwächst und ein Haß-/Liebesverhältnis mit ihr hat, den Ex-Cop, der versucht einen Fall zu lösen, den jungen Computerfreak, welcher zusammen mit einer exzentrischen Protagonistin jedes Problem lösen kann ....
Leider viel zu wenige Überraschungen, viel zu wenig Originalität, welche normalerweise die Bücher des King of Horrors auszeichneten. Dafür viele kleine Details, die nicht ganz stimmig sind und die früheren Ermittlungen des Ex-Cops mit einem großen Fragezeichen versehen (es wurde z.B. nie darüber nachgedacht, ob Mr. Mercedes eine Frau sein könnte, es wurde der Computer samt Spam-Filter nicht überprüft...).

Bis zur letzten Seite hoffte ich auf den "großen Knall", die überraschende Wendung - und wurde leider nur vom, gelinde gesagt, sehr konventionellen 08/15-Ende überrascht.
Sprachlich kann man diesem Roman sicherlich 5 Sterne verleihen, aber inhaltsmäßig reiht sich dieser Psychothriller ein zwischen den Werken von Preston Child, Peter James, Jeffery Deaver, Karin Slaughter.
Grundsätzlich ist es schön, dass Stephen King neues Terrain betritt, und als "König der Kurzgeschichten/Horror-Novellen" ist er einfach unschlagbar - denn in seinen Novellen schafft er ein subtiles Grauen, Gruseln und Mitleiden, welches leider diesem Roman total abgeht.
Fazit: Für jeden Stephen King Fan ist "Mr. Mercedes" ein absolutes Muß, aber leider nicht ganz überzeugend. You can do better, Mr. King!
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am 4. Juli 2014
Inhalt:
Detective Hodges ist pensioniert und wie fast jeder Cop in Rente unglücklich. Keine Frau, Tochter weit weg, nach der Spannung in seinem Leben nichts zu tun. Da bekommt er Post vom Mercedes Killer, ein Verrückter, der mit einem fremden Wagen inmitten einer Menschenmenge gerast ist - und von Hogdes nie geschnappt wurde. Sein Ehrgeiz wird geweckt und er will Mr. Mercedes finden, geht dabei aber weiter, als er sich je hätte träumen lassen ...

Meine Meinung:
Brady Hartsfield wurde von Stephen King als DER neue Bösewicht beschrieben, wie konnte man als Fan also anders, als neugierig zu werden?
Würde er den Antagonisten Kings wie Leland Gaunt den Rang ablaufen?

Eines kann man getrost sagen: Brady Hartsfield möchte man nicht begegnen, er ist der geborene Psychopath, der sich wunderbar in unser Leben einfügt, er könnte jeder sein: dein Nachbar, dein Kollege, dein Chef. Du würdest ihn erst erkennen, wenn es zu spät ist.

So geht es Retired Detective Hodges, der in seiner aktiven Zeit nie auch nur eine Spur zu Mr. Mercedes hatte, obwohl alle Voraussetzungen gegeben waren; selbst Hartsfield war überrascht, mit seiner Tat davonzukommen.
Hodges ist mir richtig sympathisch geworden, ein älterer Herr, paar Kilo zuviel und des Lebens müde, jemand, der wieder einen Sinn zum Leben brauchte, den ihn Brady dann liefert.
Im Alltag eines Polizisten gefangen, kommen ihm in der Rente Gedanken, die ihn näher zu dem nie gefundenen Mercedes-Fahrer führen, als jemals während seiner aktiven Zeit, obwohl auch da alle Möglichkeiten gegeben waren. Aber ist es so nicht immer? Mit etwas Abstand sieht man Sachen, die einem vorher nie aufgefallen waren.
Mithilfe von einigen Komplizen kommt er Brady immer näher, während der selbstsicher denkt, in Sicherheit zu sein.

Als Leser ist man bei allem dabei, weiß von vorneherein, wer Brady ist und was jede Seite aktuell unternimmt, aber doch bleibt die Spannung durchweg erhalten, so stark, wie es nur ein Stephen King schafft. Ist man bei Hodges, Jerome und Holly möchte man ihnen helfen, sie anschreien: "DA ist das Puzzlestück!", wobei man aber nie zweifelt, dass sie die Arbeit besser machen, als Hodges ehemalige Kollegen es tun würden, obwohl doch jeder normale Mensch sein Wissen weitergeben würde. Brady hingegen möchte man nur erwürgen, wenn man in ihm auch ab und an den normalen Jungen erkennt, der er hätte sein sollen.

Hier gibt es nichts Übernatürliches, hier gibt es die menschliche Jagd nach einem Verrückten, mit allen Opfern, die man sich nur vorstellen kann. King geht wieder einmal tief in die Abgründe der Menschen, lässt sie (und den Leser) leiden, aber sich auch entwickeln, wie man z.B. wunderbar an der Figur der Holly erkennen lässt.
Die Charaktere waren herrlich lebendig, ich war jederzeit voll dabei, freundete mich mit Hodges, Jerome und den anderen an, war genervt von Hollys Verwandtschaft, hatte eine große Abneigung gegen Brady. Es gab Tränen meinerseits wie auch kleine Schmunzler, ich wurde wieder durch alle Landschaften geführt, die King da vor mir ausbreitete. Und hatte immer nur die Hoffnung, dass Brady geschnappt wird. Denn jeder Mörder möchte das Gefühl seines ersten Mordes nachempfinden, so ist nur zu schnell klar, dass Brady erneut zuschlagen wird - diesmal im Offenen, so war der Showdown etwas vorhersehbar, aber konnte mich dennoch überzeugen.

Wie immer ließ der Autor einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen, ließ mich eintauchen in das trostlose Leben von Hodges, in die Abartigkeiten von Bradys, ließ mich die Hoffnungslosigkeit mancher Nebencharaktere erleben - das ist etwas, was die wenigsten Autoren schaffen.

Stephen King beweist wieder einmal, dass er nicht nur Übernatürliches kann, sondern auch fast Alltägliches und das so spannend, dass man nicht aufhören kann zu lesen.

Info:
Teil 1 einer Trilogie
Teil 2 wird 2015 erwartet
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am 29. Juni 2014
Der Roman beginnt King-"typisch": ein junger Mann wartet vor einer Job-Messe, lernt eine junge Mutter kennen und die beiden kommen ins Gespräch. Es folgt ein kleiner, sozialkritischer Exkurs in die Rezessionsjahre 2009-1010 in den USA, dann rast eine dicke Benz-Limousine in die wartende Menge. Mehrere Menschen (darunter auch die beiden vom Anfang) werden getötet, viele verletzt.

Dann beginnt - scheinbar ohne Zusammenhang zum Anfang - die eigentliche Geschichte. Der "Mercedes-Killer", der schon die Besitzerin des Tatfahrzeugs in den Selbstmord getrieben hat, versucht das gleiche bei einem ehemaligen Cop, der an den Ermittlungen beteiligt war.

Der Held der Geschichte, eben jener heruntergekommene und am Leben verzweifelnde Ex-Detektiv Bill Hodges läuft unterdessen zur Hochform auf. Die Angriffe des Killers auf sein Leben verleihen diesem plötzlich wieder Sinn - genau das Gegenteil dessen, was dieser beabsichtigt hatte.

Nach und nach nimmt kommt die Story dann in Fahrt. Der Killer lebt in einem inzestuösen Verhältnis mit seiner Mutter, mit der zusammen er bereits seinen jüngeren, behinderten Bruder ermordet hat. Nach außen ist er völlig unauffällig, arbeitet als Computer-Spezialist und Eismann. Im Stillen schmiedet er finstere Pläne, die in einem finalen Selbstmordanschlag enden sollen.

Hodges beginnt unterdessen mit der Schwester der Eigentümerin des Tatfahrzeugs eine Beziehung. Durch einen unglücklichen Zufall wird sie an seiner Stelle bei einem Bombenanschlag des Mercedes-Killers auf Hodges Auto getötet. Das bringt - völlig unerwartet - die Wendung. Auf tritt Holly, die Cousine von Hodges ermordeter Freundin. Holly gilt in der Familie als geistesgestört und zurückgeblieben. Zusammen mit Hodges und Jerome (einem Jungen aus der Nachbarschaft) entpuppt sie sich aber als geniale Hackern, der es schließlich gelingt, den Mercedes-Killer zu entlarven.

Es folgt ein furioses Finale, das Hodges (er erleidet einen Herzanfall) fast das Leben kostet, den Killer aber seiner gerechten Strafe zuführt.

Mr. Mercedes ist so gar nicht "King". Es ist eine fast gewöhnliche "Krimi-Geschichte", wenn da nicht die typischen, knapp am Irrsinn vorbeischrammenden Charaktere wären, die trotz (oder gerade wegen) ihrer Schrulligkeit und schrägen Denkweise die Dinge zu einem guten Ende bringen.

Das Ganze liest sich ziemlich flüssig, entwickelt einiges an Spannung und führt mit dem King eigenen Kracher am Ende dann doch zu einem glücklichen Ausgang. Der übliche Bezug zum Übersinnlichen fehlt fast ganz, wenn man einmal von Hollies fast aberwitzigen Talent, das sich hinter ziemlich viel Irrsinn verbirgt, absieht. Das mag für King-Puristen zu wenig sein, mir hat's gefallen. Leseempfehlung und 5*.
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am 6. Juni 2014
Oha! Pünktlich um Mitternacht geladen und keine acht Stunden später durchgelesen. Ein gutes Zeichen? Definitiv! Stephen King begibt sich in etwas ungewohnte Gefilde und macht dabei keine schlechtere Figur als die meisten seiner Mitstreiter.

Doch der Reihe nach. Wir befinden uns zusammen mit den beiden Hauptcharakteren inmitten der US-Amerikanischen Rezession der Jahre 2009 und 2010. Bill Hodges ist ein Excop mit einer Exfrau in einer stinklangweiligen Nachbarschaft die man scheinbar nur in einem Sarg oder durch die Flucht an Unis außerhalb des Bundesstaates verlassen kann.

Brady Hartsfield dagegen verkörpert den seit Thomas Harris bekannt gewordenen Begriff des Soziopathen. Er hasst seine Umgebung innerlich, ist aber nach außen hin zu jedem freundlich und zuvorkommend. Ein typischer Irrer, wie man es aus Filmen und anderen Büchern kennt. Er fühlt sich am Anfang der Geschichte so überlegen, dass er versucht, einen renomierten Polizeibeamten in den Suizid zu treiben.

Was folgt ist ein typischer Kingroman nur ohne Horror. King schafft es einen weitestgehend kontinuierlichen Spannungsbogen aufzubauen und die Geschwindigkeit von Kapitel zu Kapitel anzuheben. Natürlich kommt es zu der beworbenen Hetzjagd und zu dem einen oder anderen Schwenker. Doch am Ende des Tages wird eine Frage beantwortet werden müssen: Kann der übergewichtige Rentner den smarten Irren aufhalten, bevor dieser einen noch größeren Anschlag durchführen kann, oder nicht?

In meinen Augen funktionieren folgende Elemente in der Geschichte wunderbar: Zum einen kennen wir die echten Namen der Protagonisten sehr früh. Hodges aber ist bis fast zum Schluss im Unklaren, wer der Mercedes-Killer ist. Zusätzlich stellt King auch uns Leser eine Stufe über den Detective im Ruhestand. So zum Beispiel als er den Eiswagen kurz nach Beginn an seinem Fenster vorbeifahren lässt. Ebenjener Eiswagen ist zumindest auf dem US-Cover prominent vertreten.

Außerdem ist man Teil von mehreren Veränderungen innerhalb der Handlung. Die eigentliche Verbrecherjagd bildet den Rahmen für körperlichen wie geistigen Wandel bei mehreren Charakteren. Das, was King so speziell macht, fabriziert er hier ohne den übernatürlichen Zwang zur Wandlung.

Leider gibt es hier und da aber leichte Abzüge: King ist so sehr in der Welt gefangen, dass es scheinbar kaum einen normalen Menschen gibt, der für die Handlung wirklich wichtig ist. Die Verbindung, die ich normalerweise zu seinen Charakteren aufbaue, sind hier nur sehr beschwerlich vonstatten gegangen. Hodges durchlebt seine 'Reaktivierung' zu rasant, Hartfield dagegen wirkt wie ein zweifelhafter Versuch, Jamie Gumb und Hannibal Lecter aus 'Das Schweigen der Lämmer' zu vereinen. Ein guter Versuch, aber leider nicht ohne Fehl und Tadel.

Darüber hinaus begeht King ein paar Fehler, die erklären, warum Hollywood gern einen Film daraus machen würde. Momente, die mich an den Fähigkeiten der Polizei zweifeln lassen und daran, was Menschen überhaupt möglich ist.

Dennoch ein sehr guter Roman. King übertrifft den gängigen Thriller-Schriftsteller, weil er es schafft, seine Geschichte einigermaßen glaubhaft in unserer aktuellen Zeit spielen zu lassen. Die Depression der Wirtschaft überträgt sich bei ihm auch in die Köpfe ihrer Opfer, egal ob Täter, Opfer oder Gesetzeshüter.

Copyright der Rezension 2014 by Tiberius für wiki.stephen-king.de
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am 9. Juni 2015
Auf “Mr. Mercedes” von Stephen King habe ich mich schon sehr lange gefreut, denn bislang war fast jeder, den ich kenne, von dem Buch begeistert, sodass ich es auch unbedingt lesen wollte. Als großer Fan des Autors habe ich immer sehr hohe Erwartungen, wenn ein weiteres Buch erscheint, doch leider muss ich sagen, dass ich bei “Mr. Mercedes” ein wenig enttäuscht bin.

Die Geschichte ist an sich vollkommen in Ordnung und vom Autor wie immer lockerflockig mit jeder Menge Spannung und sarkastischen Dialogen erzählt und auch sonst wollte hier vieles zusammenpassen. Das Problem, das ich bei diesem Buch jedoch hatte, war der Einstieg, denn der fiel mir leider viel zu schwer, sodass ich fast zweihundert Seiten gebraucht habe, um tatsächlich in die Geschichte hineinzufinden und mich mit den Figuren anzufreunden.

Ich muss zugeben, dass ich Bücher, in die ich überhaupt nicht reinkomme, spätestens nach einhundert Seiten abbreche. Bei King, der zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört, habe ich dies einfach nicht übers Herz gebracht, sodass die ersten zweihundert Seiten wahrlich kein großer Spaß waren. Danach wurde die Geschichte jedoch zunehmend besser, ich konnte mich einigermaßen mit den Figuren anfreunden und wollte immer mehr erfahren. Von daher bin ich mehr als froh, dass die Geschichte und ich doch noch ein versöhnliches Ende miteinander finden konnten.

So gut die Figuren an sich ausgearbeitet sind, muss ich leider sagen, dass diese mir oftmals zu klischeehaft waren und mir viel zu sehr in eine Schublade gesteckt wurden. Brady Hartsfield, der den sogenannten Mörder “Mr. Mercedes” verkörpert, ist hier der typische Bösewicht, der vom Leben frustriert und psychisch nicht ganz auf der Höhe ist, wie man es bereits viele Male in anderen Büchern erleben durfte. Der Polizist Bill Hodges, der hier die Hauptfigur in der Trilogie ist und aufgrund seiner Pensionierung oftmals sehr frustriert ist, ist ein harter, scharfsinniger, aber auch sehr sympathischer Kerl, der mir jedoch oftmals alles zu schnell alles richtig geschlussfolgert hat.

Dies mag vielleicht ganz nett sein, wenn man nicht immer nur über fünf Ecken denkt, allerdings habe ich mir bei knapp sechshundert Seiten doch die ein oder andere falsche Richtung gewünscht. Dadurch ist auch das Problem entstanden, dass die Geschichte zwar an sich spannend geschrieben ist, aber für mich stellenweise zu vorhersehbar war. Dennoch war es ganz nett, wie der Fall beschrieben ist. Hodges kommt nicht darüber hinweg, dass er den sogenannten “Mr. Mercedes” nach den Anschlägen nicht gefunden hat und möchte trotz weniger Hinweise nicht aufgeben und diesen Fall noch abschließen.

Auch die Nebenfiguren waren in Ordnung, wenn auch nicht unbedingt überragend. Ich mochte die Darstellung der Opfer und die Figuren, die bei der Suche des Mörders helfen wollten. Trotz einiger Sympathien muss ich jedoch auch hier sagen, dass ich einige davon wieder einmal klischeehaft fand, sodass sie sehr austauschbar wirkten.

Die Auflösung des Falles hat mir am Ende aber ganz gut gefallen, auch wenn das Ende ebenfalls mit einigen Klischees zu kämpfen hatte. Dennoch wurde ich hier gut unterhalten und habe ein Ende bekommen, das fast alle Fragen beantwortet und kaum neue aufgeworfen hat.

Das Cover ist gelungen, passt sehr gut zur Geschichte und hat mich direkt angesprochen. Gleiches gilt für die Kurzbeschreibung, die mir eine spannende und ereignisreiche Geschichte versprochen hat. Schade, dass es am Ende doch so lange gedauert hat, bis die Geschichte tatsächlich Fahrt aufgenommen hat.

“Mr. Mercedes” ist sicherlich ein gutes Buch und ein spannender Trilogie-Auftakt, allerdings hatte ich besonders am Anfang große Probleme mit dem Buch, sodass ich mich leider erst viel zu spät auf die Geschichte einlassen konnte. Dennoch möchte ich auf jeden Fall auch den zweiten Band lesen, denn die Geschichte klingt einfach zu verlockend. Große Fans des Autors sollten das Buch definitiv lesen. Wer jedoch Kings Bücher nur sehr unregelmäßig verfolgt, hat hierbei sicherlich nicht allzu viel verpasst.
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am 1. November 2014
Eigentlich sollte ich diesem Buch 4 Sterne geben, aber in diesem Fall messe ich Mr. Mercedes gegen all die anderen Bücher, die Mr. King geschrieben hat (und ich habe sie alle gelesen - mehrmals). Mit seinen anderen Büchern kann Mr. Mercedes leider nicht mithalten. Sein Ausflug ins Thriller Genre ist meiner Meinung nach nicht ganz geglückt. Zuerst das Positve: Mr Kings Erzählweise ist auch in diesem Buch unantastbar. Ab Seite 1 ist man in den Köpfen der Protagonisten gefangen. Dies, obwohl Mr. King ausnahmsweise im Präsens schreibt. Nun zum Negativen: dies ist die erste Geschichte von King, bei der ich wusste was auf der nächsten Seite passieren würde. Die Charaktäre haben leider ein recht stereotypisches Verhalten: durch die Bank. Auch der Plot ist vohersehbar und bringt keine sonderlichen Überraschungen. Zugegeben, ich bin vielleicht ein wenig überkritisch: trüge dieser Roman den Namen eines anderen Autors, hätte ich wahrscheinlich 4 Sterne gegeben, denn erzählt ist er gut, und er hat keine großen Längen. Aber Mr. King ist Mr. King und ich weiß, er kann es besser :-). Insgesamt definitiv kein Fehlgriff, aber auch nicht eines der Bücher, die ich nicht hinlegen konnte. Freue mich auf die nächsten Bücher, die mir hoffentlich wieder so gut gefallen, wie seine anderen Geschichten.
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