Dieses Buch liefert jedem, der sich für das Requiem Mozarts interessiert, mit Sicherheit alle nötigen Informationen. So erläutert und diskutiert der Autor die Entstehungsgeschichte des sagenumwobenen Mozart-Requiems anhand von Zeitdokumenten oder durchleuchtet genau den Aufbau und Verlauf des Stücks mit Hilfe von zahlreichen Notenbeispielen. Dabei werden auch die original erhaltenen Fragmente akribisch von den späteren Ergänzungen getrennt. Ein Kapitel mit Zeitdokumenten, wie Briefwechsel über das Werk oder auch Quittungen und Rechnungen, ermöglichen dem Leser den Einblick in die zeitgenössische Kritik des Werkes. Und eine Studienpartitur, die leider ziemlich klein gedruckt ist, ermöglicht das Mitlesen beim Hören und das direkte Studium des Notentextes. Durch die gewaltige Informationsflut, vor allem die Aneinanderreihung der zahllosen Briefe, wirkt das Buch oftmals etwas langatmig. Aber da die einzelnen Kapitel unabhängig voneinander und übersichtlich gegliedert sind, fällt es leicht, einzelne zu überspringen. Der Fachjargon macht es dem Laien zudem etwas schwer, bei Besprechungen zum Beispiel von harmonischen Verläufen oder Besetzung und Tonart die Materie voll zu erfassen. Doch mit großer Wahrscheinlichkeit kann sich jeder Leser das für ihn Interessante herauspicken und damit das Werk, das auch als Fragment zu den größten Kompositionen Mozarts zählt, besser verstehen.