Stefan Kunze, renommierter Musikwissenschaftler und Autor zahlreicher hoch angesehener Fachpublikationen, hat hier ein Buch geschrieben, dem man anmerkt, das sein Autor sich mit dem Bedürfnis des Normalgebildeten nach Allgemeinverständlichkeit einverstanden erklärt. Mozarts Opern, fortwährend auf den nationalen und internationalen Spielplänen vertreten und auch einem interessierten Laienpublikum wohl vertraut, werden hier von feinen, aber entscheidenden Details aus analysiert, wobei sich nicht nur der - immer etwas unangenehme - Eindruck einer üblichen analytischen Zergliederung einstellt, sondern - als deren Folge - andererseits eben auch ein faszinierender Verständniszuwachs, der die Analyse und nicht zuletzt deren Lektüre durchaus lohnend macht. Wenn auch die frühen Opern Mozarts (denn es gibt wahrlich mehr als die Entführung, den Figaro, Don Giovanni und Così) etwas kurz wegkommen: für den passionierten Operngänger ist dieses Buch auf jeden Fall ein Gewinn. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)