Ein wirklich lesenswertes Buch über viele bislang weniger bekannte Aspekte aus Mozarts Schaffen: Unter anderem wird beleuchtet, wie stark der Einfluss von Schülerinnen und Künstlerinnen (Komponistinnen, Sängerinnen, Pianistinnen) auf Mozart war, und warum und wie bestimmte Werke entstanden sind, während Mozart sich mit diesen Frauen künstlerisch wie privat auseinandergesetzt hat. Wohltuend an dieser Biografie ist, daß gezeigt wird, daß das „Genie Mozart" eben nicht alle Inspiration aus sich heraus schöpfte, sondern vieles im gesellschaftlichen sowie kultur- und sozialgeschichtlichen Kontext zu verstehen ist. Spannend vor allem die Berichte über die Wiener Primadonnen (z.B. Caterina Cavalieri), aber auch die Schilderung, wie sehr es sich für Mozart gelohnt hat, junge Frauen aus wohlhabenden Elternhäusern zu unterrichten - daraus resultierte so manch lukrativer Kompositionsauftrag. Nicht zuletzt die Beziehung zu seiner Schwester und seiner Ehefrau, die 6 von 8 Kindern beerdigen musste, geben Aufschluß über die damaligen Lebensumstände und deren Auswirkungen auf die Arbeit dieses einmaligen Musikers. Alles in allem: ein „Muß" für Musikwissenschaftler und dennoch ein im besten Sinne sehr „unterhaltsames" Buch auch für Nichtfachleute. Einfach „Neues von Mozart".