Wer kennt schon das " wahre Leben" von Mozart ? Der Phantasien sind unendlich viele. Der Mensch verschwindet deutlich hinter seinem Werk. Hildesheimer hat darauf hingewiesen, dass Mozart in seinem Werk regelmässig gar nicht erkennbar ist. Wenn es tragisch in seinem Leben zugeht, schreibt er heitere Musik
Mit diesem Anspruch sollte man dieses Werk nicht sehen. Es ist aber kein Dokumentarwerk, sondern ein Spielfilm. Auch hier gibt es die verschiedensten Versionen, vom Verrückten in " Amadeus" bis hin zur anbetenden Verfälschung " Wen die Götter lieben".
Das Mozart-Bild in diesem Mehrteiler ist differenziert. Ein sehr gefühlvoller Mensch, einer, der viele Enttäuschungen zu verarbeiten hat, einer der erhebliche negative Urteile über Adel und Klerus hat, der gedemütigt wird, um Geld zu betteln, weil seine Einnahmen nicht ausreichen.
Es wird ein Bild einer gewissen Melancholie gezeichnet. Die Einleitung zu den einzelnen Teilen suggeriert dies bereits. Rubinstein spielt den zweiten Satz aus KV 488 und Vater Leopold trägt einen Jungen in seinem Arm, als wäre es eine Leiche.
Dass es eine solche Klein-Serie in der ARD überhaupt einmal gab, 1983, war sicher verdienstvoll. Dass sie so lieblos wieder auf den Markt gebracht wurde ( die Mängel sind benannt worden) ist eine Schande. Punktabzug.