Es handelt sich um eine historische Studioproduktion(Hamburg) aus dem Jahre 1971 mit restauriertem Bild von gerade noch akzeptabler Qualität und sehr passablem Ton. Diese mindere Qualität muß man aber erst einmal akzeptieren. Genauso, daß natürlich die stimmliche Anmutung einer Live Aufführung nicht vorhanden ist. Wer allerdings generell filmische Opernumsetzungen mag, für den ist das sicherlich kein Problem.
Die Inszenierung von Peter Ustinov kommt allen entgegen, die eine primär märchenhafte Umsetzung lieben, das Ambiente ist traditionell,konventionell. Sängerisch ist ein hervorragendes Ensemble aufgeboten. So singt Hans Sotin einen sonor geradlinigen Sarastro. Edith Mathis ist eine Pamina mit sinnlich anmutigem Soprantimbre. Carol Malone ist eine Papagena mit feinpudrigem, lyrischen Sopran. William Workman agiert mit feinem lyrischen Tenor als Papageno. Christina Deutekom ist mit ihrem unverkennbarem Timbre, das man infolge einer gewissen "Jodeltendenz" aber mögen muß, eine überzeugende Königin der Nacht. Nicolai Gedda ist ein Tamino von ganz besonderem Timbre, einer der bedeutendsten Tenöre dieser Zeit. Dietrich Fischer-Dieskau singt den Speaker souverän.
Horst Stein dirigiert farbstark und involvierend.
Insgesamt eine Produktion, die vielleicht für Stimmenliebhaber interessant sein könnte, vorausgesetzt, man akzeptiert das Fehlen einer stimmlichen Live-Anmutung. Die Bewertung bezieht sich auf das Genre der rein filmischen Umsetzungen, die ich nicht mit Live-Aufzeichnungen vergleichen möchte.