Der Repertoirewert eines Einspielung von Mozart-Violinkonzerte ist fast Null. Es gibt so viele Aufnahme, so viele hervorragende Geiger, auch gute Orchester. Seltener ist die Kombination von beidem. Oftmals sind die Geiger überragend, aber die Orchesterbegleitung suboptimal,zB Perlman, wunderbarer Solist, die Begleitung höchst konventionell.
Oder man hat ein wunderbares Orchester, der Solist allerdings gehört nicht zur Spitzenklasse, man denke an Carmignola und Abbado.
Anders Mullova mit diesem Orchester.
"Im Einklang mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment spielt Mullova in älterer (tieferer) Stimmung und auf einem darmbesaiteten Instrument, dessen klangfarbliche Differenzierungsmöglichkeiten sie lustvoll auskostet. Vor allem aber erzielt sie, bei durchweg relativ raschen Tempi, eine Leichtigkeit der Bogenführung und eine artikulatorische Prägnanz, wie sie in «modernen» Interpretationen nur selten zu hören sind."
In der Tat spielt Viktoria Mullova in der Garde der besten Violinsten und sie hat ein Orchester, das ihre Intentionen optimal umsetzt."Ein Mozart ohne allzu gefühlige Allüren: edel, schlank, hellwach musiziert, innig-glasklar in langsamen Parts, absolut brillant in den Schluss-Sätzen".
Es gibt auch Kritik an dieser Aufnahme."Diese Spontaneität leidet bei dieser Einspielung leider etwas unter dem Perfektionsanspruch der heutigen Aufnahmeästhetik. Fehler zu machen und diese auf CD zu pressen ist heute so verpönt, das Aufnahmen oft zu glatt werden und das was die CD sowieso schon schwer vermitteln kann, nämlich die Spontaneität und das Engagement der Livesituation leidet darunter entschieden."
Was immer "glatt" bedeutet, bei dieser Aufnahme kann ich nicht mangelnde Lebendigkeit feststellen.Man höre zB den dritten Satz von KV 216- da herrscht schiere Spielfreude. Es wird wunderbar transparent musiziert und die Geigerin spielt berückend ( die herrlichen Kadenzen, zB bei KV 216)
Durchaus erwähnenswert ist, dass die Mullova sich in das Orchester einfügt, nicht den Solistenpart herausstellt. Demut ist bei einem Zugang zu Mozart die zentrale Vorbedingung.