Elina Garanca gehört zu den kommenden Stars am Opernhimmel, in Wien wird sie bereits gefeiert, die Kritiken sind hymnisch. Natürlich hat sie eine hervorragend ausgebildete Stimme. Natürlich hat sie eine sehr gute Technik. Natürlich ist sie eine Klasse-Sängerin.
Woran also liegt es, daß ihre Mozart-CD so gar nicht überzeugt? Man hört sie, läßt das nachklingen, und stellt fest: Garancas Mozart berührt leider gar nicht. Für mein Empfinden singt sie ihn zu künstlich.
Offenbar ist Garanca der Meinung, man müsse Mozart 'dramatisch' singen und das tut sie dann, man sieht förmlich die exaltierte Körpersprache vor sich... Leider vergißt sie darüber, daß Mozart für die Dramatik schon alleine gesorgt hat. Oft auf sehr subtile, immer aber hörbare Weise. Man kann ihn einfach singen und wirken lassen, da muß man nicht extra was dazumischen. So stellt sich bei diesen Aufnahmen eine gewisse Kälte ein.
Mozart ist, viele große Musiker haben dies so gesehen und bestätigt, ungeheuer schwer, gerade weil er so scheinbar einfach ist. Garancas CD beweist, wie wahr diese Einschätzung ist. Es ist dieses Quentchen, das zu einem vollkommenen Mozart fehlt - nur leider ist's bei Mozart so, daß man genau dieses Quentchen bitter vermißt, weil es über Wohl und Wehe einer Aufnahme entscheidet.
FAZIT: Garanca wird wohl nie eine genuine Mozart-Sängerin werden. Die CD eignet sich für jeden, der Garanca kennenlernen will, aber nicht für Mozart-Liebhaber und -kenner.