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Produktinformation
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"Auf dem neuesten Stand der Forschung, spannend erzählt, reich an kulturhistorischen Überraschungen. Mozarts Leben in Extremen: Ruhm, Triumphe, Stargagen einerseits, Schulden, Depressionen, Vereinsamung andererseits. Das beifallumrauschte Genie in seiner verhängnisvollen Labilität. Hier werden die Rätsel in Mozarts Leben nicht, wie Üblich, diskret übersprungen, sondern entfaltet." BuchMarkt, Düsseldorf
"Das aufregendste, aber auch beklemmendste Buch über den Menschen Mozart stammt von Dorothea Leonhart, einer beachtlich beschlagenen, viel und exakt zitierenden Außenseiterin mit scharfem Blick." Joachim Kaiser
"Dorothea Leonhart ist keine Musikwissenschaftlerin; doch der Vita von Wolfgang Amadeus war sie jahrelang auf der Spur und hat zum Thema Mozart manches Haarsträubende zutage gefördert oder schlußfolgernd zu Papier gebracht." Charlotte Nennecke / Süddeutsche Zeitung
"Wirklich fruchtbare Lesefreude, bemerkenswert gelungen." Wilhelm Sinkovicz / Die Presse, Wien
"Ich lese dieses Buch mit Interesse und Gewinn." Wolfgang Hildesheimer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Dorothea Leonharts Feindbild sind nicht die Aristokraten sondern die "Weberischen": Mutter Weber -eine ordinäre Alkoholikerin, mit einem Schuß Charme; Vater Weber -ein Krimineller; die Töchter -dumm; die ganze Familie geldgierig und deshalb hinter dem bedauernswerten Mozart her, der in seiner Liebesbedürftigkeit prompt auf die Töchter hereinfällt -erst auf Aloisia, die ihn schnöde sitzenläßt und dann auf Konstanze, die ihre Gunst nicht ausschließlich auf den genialen Musiker beschränkt, dafür aber das Geld, das Mozart reichlich verdient mit vollen Händen ausgibt. So profane Dinge wie Miete bezahlt sie freilich nicht, deshalb muß das Ehepaar Mozart desöfteren die Wohnung Hals über Kopf wechseln. Den Haushalt führt die gute Konstanze äußerst ökonomisch. Will Wolfgang Amadé gut mit seinen Freunden speisen, muß er ins Wirtshaus flüchten. Die Dienstmädchen flüchten übrigens auch -sie werden nicht bezahlt.
Trotz dieser Sparmaßnahmen reicht das Geld vorne und hinten nicht. Mozart verdient in sieben Monaten umgerechnet ungefähr 200.000 ¤, doch Konstanze beklagt sich über die beschränkten finanziellen Verhältnisse. Unter ihrem Einfluß schreibt Mozart immer dringendere und angesichts seines großen Verdienstes immer dreistere Bettelbriefe, macht Schulden, die er nie zurückzahlt und bringt seine Schwester Nannerl um das väterliche Erbe, das der leidgeprüfte Vater Mozart hinterlassen hat.
Damit der Leser auch merkt, wo Leonharts Sympathien liegen und wie geschlagen der Vater mit solch einem Filou als Sohn war (von der Schwiegertochter gar nicht zu reden), ändert sie Vater Mozarts Vornamen mehrmals in Hiob, was der biblische Hiob dann wohl doch etwas übertrieben finden dürfte, verlor er doch im Gegensatz zu Leopold Mozart seine ganze Familie, samt Hab und Gut und wurde dazu noch mit einer fiesen Krankheit geschlagen. Leopold Mozart verlor nur den Glauben an die Anständigkeit seines Sohnes und seine Ehefrau, die auf der Parisreise starb. An beidem sind übrigens die Weberischen schuld -aber das ahnten Sie bestimmt schon...
Ob diese Biographie nun der Weisheit letzter Schluß ist, muß jeder Leser für sich selbst entscheiden oder sich daran machen, die Quellen eigenhändig zu studieren. Jedenfalls ist sie unterhaltsam geschrieben und bietet einige interessante Überraschungen. Oder wußten Sie, daß Mozart nur mit Glück dem Schicksal entgangen ist, in England am Galgen zu enden? Nein? Dann sollten Sie diese Biographie doch lesen, vielleicht mit einer Mozart-Sinfonie als Hintergrundmusik. Viel Spaß dabei.
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