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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut geschrieben,
Rezension bezieht sich auf: Mozart (Taschenbuch)
Der durchschnittliche Liebhaber klassischer Musik hat von Mozart die Vorstellung eines nie richtig erwachsen gewordenen fröhlichen Genies, das unermüdlich gearbeitet hat, dafür von geizigen Aristokraten miserabel bezahlt wurde und das man schließlich im Armengrab verscharrt hat.Dorothea Leonharts Feindbild sind nicht die Aristokraten sondern die "Weberischen": Mutter Weber -eine ordinäre Alkoholikerin, mit einem Schuß Charme; Vater Weber -ein Krimineller; die Töchter -dumm; die ganze Familie geldgierig und deshalb hinter dem bedauernswerten Mozart her, der in seiner Liebesbedürftigkeit prompt auf die Töchter hereinfällt -erst auf Aloisia, die ihn schnöde sitzenläßt und dann auf Konstanze, die ihre Gunst nicht ausschließlich auf den genialen Musiker beschränkt, dafür aber das Geld, das Mozart reichlich verdient mit vollen Händen ausgibt. So profane Dinge wie Miete bezahlt sie freilich nicht, deshalb muß das Ehepaar Mozart desöfteren die Wohnung Hals über Kopf wechseln. Den Haushalt führt die gute Konstanze äußerst ökonomisch. Will Wolfgang Amadé gut mit seinen Freunden speisen, muß er ins Wirtshaus flüchten. Die Dienstmädchen flüchten übrigens auch -sie werden nicht bezahlt. Trotz dieser Sparmaßnahmen reicht das Geld vorne und hinten nicht. Mozart verdient in sieben Monaten umgerechnet ungefähr 200.000 ¤, doch Konstanze beklagt sich über die beschränkten finanziellen Verhältnisse. Unter ihrem Einfluß schreibt Mozart immer dringendere und angesichts seines großen Verdienstes immer dreistere Bettelbriefe, macht Schulden, die er nie zurückzahlt und bringt seine Schwester Nannerl um das väterliche Erbe, das der leidgeprüfte Vater Mozart hinterlassen hat. Damit der Leser auch merkt, wo Leonharts Sympathien liegen und wie geschlagen der Vater mit solch einem Filou als Sohn war (von der Schwiegertochter gar nicht zu reden), ändert sie Vater Mozarts Vornamen mehrmals in Hiob, was der biblische Hiob dann wohl doch etwas übertrieben finden dürfte, verlor er doch im Gegensatz zu Leopold Mozart seine ganze Familie, samt Hab und Gut und wurde dazu noch mit einer fiesen Krankheit geschlagen. Leopold Mozart verlor nur den Glauben an die Anständigkeit seines Sohnes und seine Ehefrau, die auf der Parisreise starb. An beidem sind übrigens die Weberischen schuld -aber das ahnten Sie bestimmt schon... Ob diese Biographie nun der Weisheit letzter Schluß ist, muß jeder Leser für sich selbst entscheiden oder sich daran machen, die Quellen eigenhändig zu studieren. Jedenfalls ist sie unterhaltsam geschrieben und bietet einige interessante Überraschungen. Oder wußten Sie, daß Mozart nur mit Glück dem Schicksal entgangen ist, in England am Galgen zu enden? Nein? Dann sollten Sie diese Biographie doch lesen, vielleicht mit einer Mozart-Sinfonie als Hintergrundmusik. Viel Spaß dabei. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
originell, aber sehr von sich eingenommen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Für das Jahr 2006 hatte ich mir vorgenommen, mindestens eine Mozart-Biographie zu lesen. Meine Wahl fiel auf das Buch von D. Leonhart, weil es versprach "anders" zu sein und mit verbreiteten Irrtümern zum Genie und Menschen Mozart aufzuräumen. Dies wird auch gehalten, ein verschwenderischer, ungehobelter und eifernder Mozart wird gezeichnet.Was mir an dem Buch weniger gefällt, ist der Anspruch der Autorin, die alleinige Wahrheit gefunden zu haben. Dies drückt sie immer wieder in Verweisen auf weitere Biographien aus, fällt vernichtende Urteile über vermeintliche Fehlinterpretationen anderer Autoren, ohne diese jedoch nachvollziehbar zu begründen. Damit habe ich etwas Mühe, denn ich kann nicht beurteilen, ob diese vernichtenden Ablehnungen anderer Interpretationen berechtigt sind. Alles in allem aber ein schönes kleines Buch, das einen in die Welt Mozarts eintauchen lässt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Realistisch und deprimierend,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mozart (Taschenbuch)
Wer war Mozart? Ein einsames Kind, immer auf der Suche nach Liebe und Anerkennung. Fasziniert habe ich dieses Buch verschlungen. Es ist sehr gut recherchiert und räumt deutlich mit der Legende des verarmten Mozart auf, der in Wien in Saus und Braus das Geld verprasste. Erschütternd und anrührend wird dargestellt, wie begnadet Mozart einerseits war. Er komponierte im Kopf und langweilte sich fürchterlich dabei, die Noten aufzuschreiben. Im großen Gegensatz zu seinem Genie steht seine unterentwickelte Persönlichkeit, die immer ein Kind geblieben ist.
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