Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Oper, "Die Zauberflöte", gilt vielen zugleich als seine beste. Sie zollt einer zeitgenössischen Strömung Tribut, der sogenannte "Turquerie", der ja auch "Die Entführung aus dem Serail" zu verdanken ist. Es nimmt folglich nicht wunder, dass Mozarts Gestaltung durch und durch exotisch ist, aber niemals abgehoben; Mozart bleibt eben Mozart.
Die Handlung - nach einem Libretto von Emanuel Schikaneder - ist schnell erzählt: Prinz Tamino will seine Pamina aus den Fängen des unnachgiebigen Sarastro und der unberechenbaren Königin der Nacht befreien. Mit Hilfe des Vogelfängers Papageno und seiner Zauberflöte besteht er zahlreiche Prüfungen und findet sich schließlich vereinigt mit seiner Liebsten.
Die vorliegende Inszenierung entstand 2001 und erfreut sich bester Ton- und Bildqualität. Die musikalische Umsetzung des Orchestre de l'Opéra national de Paris unter der Leitung von Iván Fischer ist perfekt gelungen. Fischer wählt angenehme Tempi und arbeitet die exotisch-orientalischen Nuancen der Musik brillant heraus. Die Orchesterleistung ist durchweg transparent, mitreißend und farbig differenziert. Treffende Akzente garantieren Spannung bis zur letzten Note.
Weltberühmte Stars der Opernszene wird man hier nicht finden. Es handelt sich bei den Dartellern um junge, vielversprechende Talente, die den Zenit ihres Schaffens noch nicht erreicht haben. Dorothea Röschmann besticht als hingebungsvolle, vollkommen authentische Pamina. Das gleiche kann von Detlef Roth als Papageno gesagt werden. Der Tamino wird von Piotr Beczala gemimt; hier sei erwähnt, dass derselbe gewisslich nicht der geborene Schauspieler ist. Der geniale Matti Salminen ist Sarastro, Désirée Rancatore die flirrende Königin der Nacht. Begleitet werden die Hauptdarsteller von zahlreichen anderen, ebenso ausgezeichneten Solisten und dem makellos, glasklar singenden Choeur de l'Opéra national de Paris.
Besondere Beachtung verdienen zudem das historisch informierte Bühnenbild von Benno Besson sowie die Kostüme und Requisiten, obschon bisweilen letztere "billig" wirken. Alles fügt sich ein ins glanzvolle, schillernde, pompöse Gesamtbild und gewährleistet eine nahezu tadellose Aufführung.