MOVING PICTURES ist einer der frühen Discworld-Romane (Nummer 10). So liest er sich auch. Das einzige Problem daran, dass Pratchett seine Discworld-Reihe inzwischen auf fast 30 Romane gebracht hat (nimmt man die Tiffany-Aching-Romane und andere Spin-Offs wie THE AMAZING MAURICE ... hinzu, sind es inzwischen sogar deutlich mehr), ist, dass seine frühen Romane vor dem Hintergrund der immer detaillierter werdenden, neuen Erzählungen seltsam steril und zum Teil ungelenk wirken.
So ging es mir beim Lesen von MOVING PICTURES. Mit einem Detritus, der noch kein Mitglied der Ankh Morpork City Watch ist, mit einem C. M. O. T. Dibbler, der Würstchen Würstchen sein lässt und auf eigentümliche Weise im und jenseits des Rampenlichts steht, mit einem Mustrum Ridcully, der seinen Posten als Archchancellor der Unseen University frisch angetreten hat und nicht zu vergessen, mit dem ersten Auftritt von Gaspode, der nervigsten Töle der Welt. Alle Figuren erscheinen wie klischeehafte Figuren, und auch wenn das dem Thema des Romans durchaus entspricht, liest sich die Geschichte mitunter beschwerlich.
An der Qualität der Story lässt sich - wie bei Pratchett üblich - natürlich nicht kritteln. Auch wenn die auch hier wieder mal von ignoranten Menschen (und Trollen und Zwergen und Zauberern und Soweitern) heraufbeschworene schreckliche Gefahr in anderen Varianten schon verschiedentlich dräute, ist die Idee einer das Gefüge der Realität bedrohenden Eigendynamik holywoodscher Filmproduktion kreativ, spannend und lesenswert.
Insbesondere die (auch historischen) Anspielungen auf das tatsächliche Filmgeschäft sind so reichhaltig, dass man sie vielfach eher ahnt als wirklich bemerkt, und beizeiten kann es helfen, wenn man im Netz bei "the annotated Pratchett" nachschlägt, um ein paar der feineren "puns" zu erfassen.
Insgesamt ist es also auch für einen Pratchett-Veteranen kein Fehler, diesen Roman aus der Frühzeit der Discworld (natürlich auf Englisch) zur Hand zu nehmen. Wenn man beim Lesen allerdings das Gefühl bekommt, dass man von Pratchett schon Besseres gelesen hat, liegt das am Autor selbst: Er wird einfach immer besser. The show must go on.