Wer von New Order nur poppige Ohrwürmer wie "Blue Monday", "True Faith" oder "Regret" kennt, oder vielleicht die Substance- oder Best-of-CD sein eigen nennt, von einer Band namens Joy Division aber noch nie gehört hat, dürfte zumindest verwundert, wahrscheinlich beim ersten Hören aber sogar enttäuscht sein. "Movement" enthält überhaupt keine der eingängigen Discorhythmen, die New Order später zu einer Band gemacht haben, die auf keiner feuchtfröhlichen Eighties-Party fehlen darf. Diese Platte ist noch verzweifelter und klaustrophobischer, als es die der Vorgängerband Joy Division waren - kein Wunder, schließlich entstand Movement 1981, in dem Jahr, als der Sänger von Joy Division, Ian Curtis, sich das Leben nahm. Was die Cold-Wave-Band New Order mit der Popband New Order verbindet, sind der warme, melodiöse Gesang und Peter Hooks charakteristisches Bassgitarrenspiel, das schon die Joy-Division-Platten durchzog. Im Vergleich zu den Joy-Division-Alben splittert hier kein Glas mehr, und mit Ian Curtis verließen auch die letzten Überreste des Punk die Musik dieser Band. Insgesamt eine geniale Platte, schade, dass New Order später so fetentauglich geworden sind ...