Fast jeden Tag lesen wir in der Zeitung Spendenaufrufe für Regionen, die von Hunger geprägt sind. Aber was für menschlichliche Schicksale dahinterstehen, können wir oft kaum erahnen. Das Buch zeigt exemplarisch den Lebensweg eines jungen Kenianers, der zugleich erschüttert, aber auch Mut macht.
Als Philip Spenner eineinhalb Jahre alt ist, kommen seine Eltern durch einen Unfall ums Leben, so dass er bei seiner Tante aufwächst. Diese schlägt ihn oft, sorgt aber immerhin dafür, dass er zur Schule gehen kann. Doch irgendwann kann das Schulgeld nicht mehr bezahlt werden. Die Tante fährt mit ihm nach Nairobi und setzt ihn aus - überlässt ihn sich selbst. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Zitat:"Das Gefühl der Einsamkeit war schwerer auszuhalten, als der Hunger."
Was folgt ist eine jahrelange Odyssee als Straßenkind, die von Hunger, Bettelei, Diebstahl und Gefängnisaufenthalten geprägt ist. In der Regel kommt man aus diesem Kreislauf nicht mehr raus. Im Buch wird das Schicksal seines damals besten Freundes Paul beschrieben, der drogenabhängig wurde. Das Spenner es doch schaffte, hat er wohl seinem starken Willen zu verdanken. Er schreibt: "Ich wollte es schaffen, unbedingt - irgendwo liegt der Schlüssel zur Zukunft."
Ohne die Hilfe uneigennütziger Menschen hätte aber wohl auch er es nicht geschafft. Da ist etwa Mary aus Irland, die ein freiwilliges soziales Jahr macht und dafür sorgt, dass er wieder zur Schule gehen kann. Oder Heidi aus Deutschland, die bereits in den 1970iger Jahren für die deutsche Entwicklungshilfe nach Kenia kam, und die für Essen, Kleidung und Medikamente sorgt. Und nicht zuletzt Robert aus Hamburg, der ihn als Patenkind annimmt und letztlich dafür sorgt, dass er sich ein neues Leben in Deutschland aufbauen kann.
Spenners Lebenslauf macht Mut, man gönnt ihm das, was er erreicht hat. Und seine Lebenseinstellung, seine Art Schwierigkeiten zu überwinden, gibt er inzwischen als Lehrender an einer Hamburger Problemschule an andere weiter. Lassen wir ihn selbst das Schlusswort halten:" Ich hoffe, dass ich ihnen durch mein eigenes Beispiel Mut machen kann, an sich zu glauben und ihren eigenen Weg zu gehen."