Ich habe mir Mount and Blade with Fire and Sword sofort zum Erscheinungstermin geholt und bin enttäuscht. Das Spiel ist zwar immernoch spaßig und wer den Vorgänger nicht kennt wird Spaß mit dem Spiel haben, alle begeisterten Warband-Spieler werden aber vermutlich wieder zu diesem zurückkehren. Dies hat mehrere Gründe:
1. Grafik & Technik
Sie ist identisch....
2. Setting
Wohl nur die wenigsten hier in Deutschland finden ein Setting zwischen Polen, Russland, Schweden und Khanat spannend... Die Orte kennt man nicht, die Personen auch nicht(zumindest größtenteils, gelegentlich wirft das Spiel willkürlich Namen wie D'Artagnan oder Graf Vlad Dracula um sich.....) und es gibt nicht wie bei Warband große Abwechslung (Nords, Swadia, Sarranid usw. die alle sehr verschieden waren) -> Ob eine Einheit zu Russland Polen oder Khanat gehört lässt sich nur erraten, einen Unterrschied sieht man nicht....
3. Das Neue Rekrutierungssystem
Wer das Spiel anfängt kann nichtmehr in Dörfern Rekruten anheuern und hochtrainieren wie im Warband sondern kämpft mit Söldnern, welche es in Söldnerlagern gibt. (Jede der Fraktionen hat ein Söldnerlager etwa in der Mitte ihres Gebiets) Hier kann man (scheinbar beliebig viele) Infanteristen, Fernkämpfer oder Reiter anheuern. Jede dieser Kategorien kann man auch ausstatten, also zum Beispiel all seinen Fernkämpfern ein besseres Gewehr geben.
Grundsätzlich ist dies ganz nett gemacht, aber das "hochleveln" der eigenen Einheiten vom Bauern zum Ritter war meiner Meinung nach einer der Hauptsuchtfaktoren des Vorgängers....
Dies gibt es jetzt immernoch, jedoch nicht mit diesen Söldnern. Erst wer Vasall einer Fraktion ist (nicht Söldner für eine Fraktion sondern richtig Mitglied) darf in den Dörfern dieser Fraktion Rekruten anwerben.
4. Balance
Schusswaffen in einem solchen Spiel sind sicherlich Geschmackssache, persönlich habe ich mich auf die Schusswaffen ausserordentlich gefreut und auch schon bei Warband diverse Mods genutzt um Schusswaffen einzubauen.
Das Problem ist die Balance. Da eine Gewehrkugel fast immer den sofortigen Tod der getroffenen Einheit bedeutet, lohnt es sich nicht wirklich seine Einheiten aufzuwerten oder irgend etwas anderes als Musketiere einzustellen. Ein ungepanzerter Vollidiot mit einem Gewehr kostet zwar so gut wie nichts, wird jedoch selbst schwerste Ritter mit einem Schuss töten...
Wenn die Gegner viele Fernkämpfer haben (und man auf "normal" Schwierigkeitsgrad spielt) hat man das Gefühl in seinem eigenen Spiel nicht mitspielen zu dürfen, da man selbst ebenfalls nur eine Kugel verträgt - folglich den Gegner nur schwer angreifen kann da die Wahrscheinlichkeit auf ein plötzliches Kampfende zu hoch ist...
Auch die Finanzbalance lässt zu wünschen übrig. Die Preise und Erträge usw. sind etwa wie bei Warband, jedoch gibt es Ausreißer wie die Granaten - Die günstigsten kosten 60.000! (Ein durchschnittliches Gewehr 2000)
Betriebe kann man nicht mehr eröffnen, dafür gibt es jetzt Banken wo man sein Geld für ca 10% anlegen kann.
5. Neue Rüstungen Waffen usw.
Nunja was soll man da schon sagen... Ich finds einfach nur frech. Es gibt etwa genauso viele Ausrüstungsgegenstände wie in der Standardversion von Warband, jedoch scheint hier der Entwickler keinen einzigen selbst gemacht zu haben! Die Hälfte der Gegenstände kennt man (zumindest vom Bild) her aus Warband, die anderen sind aus diversen Mods für Warband genommen (Wer einen der Warband-Mods "Renaissance" oder "Calradia 1500" gespielt hat kennt alle Schusswaffen!!
Wie oben beschrieben gibt es keine Betriebe mehr, es gibt keine Hochzeiten mehr usw. -> Allgemein fühlt sich das Spiel weniger umfangreich an.
6. Bugs....
Das Spiel ist, wie alle Mount and Blade Teile direkt nach ihrer Erscheinung völlig verbuggt. Das skurrile dabei ist, dass nahezu alle Bugs, an welchen die Vorgänger litten und welche dort behoben wurden, in Fire and Sword wieder anftreten! Offensichtlich hat man nicht aus seinen Fehlern gelernt.
Der schlimmste Bug ist mittlerweile behoben, er hatte das Aufleveln der Einheiten unmöglich gemacht.... Dennoch stürzt das Spiel häufig ab, Leute sagen willkürliche Dinge, es gibt Grafikfehler, Ki-Aussetzter, Wegfindungsprobleme, Leute sind plötzlich Freunde / Freinde und noch viele viele viele mehr.
Fazit:
Das Spiel macht Spaß, der Suchtfaktor des Vorgängers greift auch hier wieder. Dennoch würde ich zu Warband raten da ich keinen einzigen Grund sehe dieses Spiel vorzuziehen. Warband ist (inzwischen) bugfreier, es gibt duzende Mods um es anzupassen (Je nach Mod ist sogar die Grafik besser....) und umfangreicher...
Grüße