Pet Shop Boys waren schon immer experimentierfreudig - nicht umsonst heißt eine ihrer Hitsammlungen Pop/Art mit einer durchaus zur Diskussion einladenden Einteilung von Kunst und Kommerzialität. Das neue Werk "The most incredible thing" gehört eindeutig zur ersten Kategorie, denn es ist die Musik zu einem Ballett basierend auf einem Märchen von Hans Christian Andersen namens "Det Utroligste" aus dessen Spätphase. Das Märchen handelt davon das der König eines Landes die Prinzessin demjenigen verspricht der die phantastischste und beste Erfindung präsentiert. Nach einigen Irren und Wirren nimmt die Geschichte - wie es in Märchen üblich ist - einen positiven Verlauf bis zum Happy End.
Natürlich ist es am sinnvollsten die Musik passend mit dem Ballett auf der Bühne zu erleben - und wie zu hören ist wird das Ballett nach den London-Performances auf Tour gehen...
Was ist musikalisch zu erwarten? So ganz haben die Pet Shop Boys das Pop-Genre nicht verlassen, vor allem der zweite Track "The Grind" ist ein tanzbarer elektronischer Track. Dazu gibt es Piano-Klassik wie die Ouvertüre, "The competition" und es findet sich sogar ein Track der techno-lastig anfängt und dann in einen swing-mäßige Melodie übergeht "The Winner". Es gibt einen Walzer ("The Risk"), Ambientpassagen sind zu hören, jedoch sind die meisten Lieder dem Genre "Klassik" zuzuordnen, auch wenn viel mit Elektronik gearbeitet wird. Allerdings ist auch das Wroclaw Score Orchester in den meisten Songs zu hören.
Die Veröffentlichung ist übrigens sehr schön: ein Hardcover, fast schon buchmäßig, mit 20 dicken Papierseiten wo das Märchen nacherzählt wird und die Hintergründe etwas beleuchtet werden.
Die Musik ist auf 2 CDs verteilt wobei die erste ca. eine Stunde und die zweite ungefähr eine halbe Stunde dauert.
Wer den Soundtrack von "Battleship Potemkin" mochte wird an diesem Werk sehr wahrscheinlich seine Freude haben - alle anderen Menschen die Pet Shop Boys in ihrer "gängigen" Art mögen sollten erst mal reinhören vor dem Kauf...vielleicht auch mit dem Hintergedanken der Musik eine zweite Chance zu geben - beim ersten Anhören gefiel mir "The most incredible thing" nicht so gut, seit dem zweiten Hören "wächst" die Musik für mich aber deutlich.