Attwengers Longplay-Debüt zeigt an allen Enden den Kern der wohl ungewöhnlichsten Band Österreichs. Hans Peter Falkner (Ziehamonika), stammt aus einer Familie, wo das traditionelle oberösterreichische Musizieren inbrünstig praktiziert wird (zu hören in den Kurzstücken 'da stier' und 'de Kia'), und eben diese Wurzeln werden hier zur Speedvolksmusik, Punkvolksmusik, Skavolksmusik, einfach zu Attwenger. Gegenstück zu Falkners Quetschn ist Markus Binders Schlagzeug, minimalistisch im Umfang, maximal in der Wirkung.
Auf ihrer ersten CD vertonen Attwenger (oder, wie man sagt: verattwengern) zum Großteil traditionelle Gstanzln (=Vierzeiler) wie 'abersee', 'sunnseitn', und rücken diese, mittels ihrer kraftvollen Musik, radikal in ein neues Umfeld - und so ist sie entstanden: Die oberösterreichische Volksmusik aus dem 19. und 20 Jahrhunderts, revolutioniert für das 3. Jahrtausend.
Die CD ist sehr instrumentallastig, altbekannte Melodien werden verzerrt, mit interessanten Breaks angereichert, mit rasender Geschwindigkeit gespielt, und ich kann nicht anders, als mindestens 3 Körperteile dazu zu bewegen.
Auch erste eigene Texte und das Spiel mit dem Dialekt sind auf 'Most' zu finden, natürlich wesentlich weniger ausgeprägt als auf den werken 'sun' und 'dog', Spiele mit Wiederholungen ('hob mi', 'h.e. zamm') und Gegensätzen ('1&2,3').
Fazit: Diese CD ist jedem zu empfehlen, der sich gern von Musik mitreissen lässt - allerdings sollte noch zumindest ein Ohr ungeschädigt vom RadioquotenwirspielendiehitsEinheitsbrei sein, und spätestens dann: Maximale Lautstärke und Juchitzen was die Kehle hergibt!